Archivierter Artikel vom 05.06.2020, 04:35 Uhr

Mit Fusselball und Stadtplan

Brettspiele für die ganze Familie

Kann man Fische mit Schablonen einfangen? Und wie rettet sich Igel vor dem Fuchs? Antworten gibt es bei Brettspielen, die 2020 zum „Spiel des Jahres“ und dem „Kinderspiel des Jahres“ nominiert waren. Geschafft hat es nun „Speedy Roll“.

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Brettspiele für die ganze Familie
Brettspiele haben gerade in Zeiten rund um Corona Hochkunjunktur. Wer Lust auf neue hat, findet Anregungen unter den Nominierten zum Spiel sowie Kinderspiel des Jahres.
Foto: Marius Becker/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn). In Zeiten von Corona werden zu Hause wieder mehr Spiele ausgepackt. Wer neue Anregungen sucht, kann auf die Titel zurückgreifen, die für die Kritikerpreise „Spiel des Jahres“ und „Kinderspiel des Jahres“ in die engere Auswahl kamen.

«Speedy Roll»
«Speedy Roll», Autor Urtis Šulinskas, Verlag Lifestyle Boardgames/ Piatnik, für 1 bis 4 Spieler, ab 4 Jahre, Einstieg: mitte, Spieldauer ca. 20 Minuten, Preis: ca. 27 Euro.
Foto: Piatnik/dpa-tmn

Den Titel hat nun „Speedy Roll“ geholt. Aber unter den Konkurrenten sind noch weitere spannende Spiele für die ganze Familie.

«My City»
«My City», Autor Reiner Knizia, Kosmos Verlag, für 2 bis 4 Spieler, ab 10 Jahre, Einstieg: mittel, Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis: ca. 35 Euro.
Foto: KOSMOS/dpa-tmn

„Speedy Roll“

«Nova Luna»
«Nova Luna», Autor Uwe Rosenberg und Corné van Moorsel, Verlag Edition Spielwiese/Pegasus Spiele, für 1 bis 4 Spieler, ab 8 Jahre, Einstieg: mittel, Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis: ca. 25 Euro. Foto
Foto: dpa

Zusammen mit einer niedlichen Illustration, einer schönen Geschichte und einer kindgerechten Mischung aus Spannung, Action und Geschicklichkeit ist „Speedy Roll“ nun zum „Kinderspiel des Jahres“ gekürt worden. Der Sieger eignet sich für Kinder ab vier Jahren und erschien im Piatnik Verlag. Es kann in einer kooperativen oder kompetitiven Variante, also mit- oder gegeneinander gespielt werden. Hier geht es darum, dass der Igel vor dem Fuchs davonläuft und sich möglichst schnell in sein Haus retten möchte. Auf dem Tisch werden Pilze, Blätter und Äpfel ausgelegt. Um sich vorwärts zu bewegen, wird ein Fusselball über diese Teile gerollt.

«Pictures»
«Pictures», Autor Daniela und Christian Stöhr, PD-Verlag, für 3 bis 5 Spieler, ab 8 Jahre, Einstieg: leicht, Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis: ca. 40 Euro.
Foto: PD-Verlag/dpa-tmn

Sind die passenden Teile am Ball haften geblieben, kann der Igel auf dem variablen Spielplan vorwärts gezogen werden. Dazu bewegt sich der Fuchs bei jedem Spielzug um zwei Felder nach vorne und kommt dem Igel somit immer wieder gefährlich nahe. Das Spiel ist für ein bis vier Kinder geeignet und macht mit einer schwierigeren Rollvariante auch etwas Älteren Spaß.

«Wir sind die Roboter»
«Wir sind die Roboter», Autor Reinhard Staupe, Nürnberger Spielkarten Verlag (NSV), für 2 bis 6 Spieler, ab 5 Jahre, Einstieg: mittel, Spieldauer ca. 15 Minuten, Preis: ca. 10 Euro.
Foto: Nürnberger-S – dpa

„Foto Fish“

«Foto Fish»
«Foto Fish», Autor Michael Kallauch, Logis Verlag, für 2 bis 4 Spieler, ab 4 Jahre, Einstieg: leicht, Spieldauer 15 bis 20 Minuten, Preis: ca. 22 Euro, Vertrieb: Pegasus Spiele.
Foto: SAVAS TAKAS IR K – dpa

In dem Bereich „Kinderspiel des Jahres“ war auch „Foto Fish“ aus dem Logis Verlag nominiert. Es ist ein Spiel für zwei bis vier Spieler ab vier Jahren. Hier kommt es darauf an, genau hinzuschauen. Denn jeder Mitspieler erhält ein Tableau, auf dem viele verschiedenfarbige Fische abgebildet sind. Dieses Tableau stellt sein Aquarium dar. Zwei Würfel bestimmen nun, welche Fische im eigenen Aquarium gesucht und mit einer Fotorahmenschablone eingefangen werden müssen.

Wer zuerst die gesuchten Fische mit der Schablone einrahmen konnte, erhält ein großes Teil, um einen Fisch zusammenzubauen. Ziel ist es, als erster einen Fisch zu haben, der so lang wie das Aquarium ist. Da es verschiedene Schablonen gibt, die das Suchen leichter oder schwerer machen, können auch jüngere und ältere Spieler gut miteinander spielen.

„Wir sind die Roboter“

Das kleine Kartenspiel „Wir sind die Roboter“ aus dem Nürnberger Spielkarten Verlag (NSV) gehört ebenfalls zu den nominierten Kinderspielen. Es ist für zwei bis sechs Spieler und Kinder ab fünf Jahren geeignet. Ziel des Spiels ist es, Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Es wird eine Karte gut sichtbar für alle ausgelegt, auf der ein Weg eingezeichnet ist. Auf dem Weg liegen die verschiedensten Gegenstände.

Der aktive Spieler zieht nun eine Karte, die bestimmt, wie schnell er zu einem bestimmten Gegenstand unterwegs ist. Die Mitspieler bekommen nur mitgeteilt, ob er das schnell, normal oder langsam macht. Mit einem kurzen Beep läuft der Spieler nun in Gedanken diese Strecke bis zu dem angegebenen Gegenstand ab. Die Spieler müssen nun einschätzen, bei welchem Gegenstand er „stehen geblieben ist“.

Ein schnelles Spiel, bei dem man ein gutes Gefühl für die Mitspieler bekommt – und dafür, wie sie Geschwindigkeiten einschätzen.

„My City“

Eher für Familien mit Kindern ab zehn Jahren ist das Spiel „My City“ aus dem Kosmos Verlag. Es war im Bereich „Spiel des Jahres“ nominiert und ist für zwei bis vier Mitspieler gemacht. Das Spiel ist ein sogenanntes Legacy Spiel. Das heißt, dass hier über mehrere Runden gespielt wird, bei denen sich die Regeln und Spielelemente immer wieder verändern. Das Spiel entwickelt sich so von Runde zu Runde weiter. Im Fall von „My City“ sind es acht Kapitel mit je drei Runden.

Ziel des Spiels ist es, eine Stadt mit bestimmten Gebäudeteilen auf dem Spielplan zu errichten. Dabei wird der Spielplan beklebt und bemalt. Wer dauerhaft das Spiel nutzen möchte, kann die Rückseite des Spielplans als „Ewiges Spiel“ verwenden – ein Vorteil in Corona-Zeiten. Das Legacy Spiel muss immer mit der gleichen Spielerbesetzung gespielt werden, ideal für feste Familienrunden.

„Nova Luna“

Für Familien mit Kindern ab 8 Jahren ist auch das Spiel „Nova Luna“ angelegt, das bei Edition Spielwiese und Pegasus erschienen ist. Es ist ein abstraktes Legespiel, bei dem man geschickt Plättchen auswählen muss, die sich beim Auslegen gut miteinander kombinieren lassen. Auf dem Plättchen sind kleine Aufgaben notiert, die es zu erfüllen gilt.

So müssen mal zwei bestimmte Farben aneinander liegen, mal muss eine Dreierreihe aus der gleichen Farbe durch das Anlegen entstehen. Wer dran ist, darf sich aus den drei nächsten Karten ein Plättchen aussuchen. Hier darf nicht zu lange gegrübelt werden, welches die beste Karte ist – denn sonst verliert das Spiel an Spielfluss. Das Spiel mit einfachen und klaren Spielregeln ist für ein bis vier Spieler gemacht. Auch Solisten haben hier ihren Spaß.

„Pictures“

Ebenfalls in der Kategorie „Spiel des Jahres“ war das Spiel „Pictures“ aus dem PS Verlag nominiert. Hier ist die kreative Ader der Mitspieler gefragt. Auf dem Tisch werden 16 Bildkarten in einem Quadrat ausgelegt. Jeder Mitspieler zieht verdeckt eine Karte mit der bestimmt wird, welches Bild er genauer in den Focus nehmen muss. Er bekommt nun ein Material zugeteilt, mit dem er das Bild möglichst so nachlegen muss, dass die anderen Mitspieler erkennen können, um welches Bild es sich handelt.

Dabei sind die Materialien sehr unterschiedlich. Mal bekommt man zwei Schnüre, mal ein paar Bausteine, mal ein paar Stöckchen und Steinchen, um das bestimmte Bild möglichst gut darzustellen. Nun wird geraten. Mit jeder Runde wird das Material gewechselt. Ein sehr abwechslungsreiches Spiel, bei dem man sich gut auf einen Aspekt der Bildkarte fokussieren muss. Es ist für Familien mit Kindern ab acht Jahren geeignet.

Spiele:

„Foto Fish“, Autor Michael Kallauch, Logis Verlag, für 2 bis 4 Spieler, ab 4 Jahre, Einstieg: leicht, Spieldauer 15 bis 20 Minuten, Preis: ca. 22 Euro, Vertrieb: Pegasus Spiele

„Speedy Roll“, Autor Urtis Šulinskas, Verlag Lifestyle Boardgames/ Piatnik, für 1 bis 4 Spieler, ab 4 Jahre, Einstieg: mitte, Spieldauer ca. 20 Minuten, Preis: ca. 27 Euro

„Wir sind die Roboter“, Autor Reinhard Staupe, Nürnberger Spielkarten Verlag (NSV), für 2 bis 6 Spieler, ab 5 Jahre, Einstieg: mittel, Spieldauer ca. 15 Minuten, Preis: ca. 10 Euro

„My City“, Autor Reiner Knizia, Kosmos Verlag, für 2 bis 4 Spieler, ab 10 Jahre, Einstieg: mittel, Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis: ca. 35 Euro

„Nova Luna“, Autor Uwe Rosenberg und Corné van Moorsel, Verlag Edition Spielwiese/Pegasus Spiele, für 1 bis 4 Spieler, ab 8 Jahre, Einstieg: mittel, Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis: ca. 25 Euro

„Pictures“, Autor Daniela und Christian Stöhr, PD-Verlag, für 3 bis 5 Spieler, ab 8 Jahre, Einstieg: leicht, Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis: ca. 40 Euro

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