Archivierter Artikel vom 19.06.2020, 11:41 Uhr
Berlin

Konzept steht

Beach-Meisterschaft mit Fans? – Ja der Behörden fehlt

Deutschlands Beach-Königin Laura Ludwig meldet sich bereit für den Neustart. Das Konzept von Timmendorfer Strand für die deutschen Meisterschaften steht – es soll sogar wieder Zuschauer geben. In Düsseldorf spüren die Sand-Profis die Belastung einer neuen Liga.

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Laura Ludwig
Die Beachvolleyballerin Laura Ludwig freut sich auf den Re-Start.
Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

Berlin (dpa). Für Rekordmeisterin Laura Ludwig „passt der Zeitpunkt perfekt in den Plan“, ein Teil ihrer nationalen Kontrahentinnen sieht die derzeit schon laufende neue Beach-Liga als spannende Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt deutsche Meisterschaften.

Nur das Behörden-Ja fehlt noch. Nach dem Totalausfall der Welttour und der nationalen Turnier-Serie ist sich der Gastgeber Timmendorfer Strand sicher, dass die Beachvolleyball-Topteams vom 3. bis 6. September am Ostseestrand zum 28. Mal die Meistertitel ausspielen werden. „Wir ziehen das durch – mit Zuschauern, die Eckpfeiler stehen“, erklärte Timmendorfs Tourismusdirektor Joachim Nitz den „Lübecker Nachrichten“.

„Ich freue mich toll. Wir müssen an unseren Plänen nichts ändern“, sagte Olympiasiegerin Ludwig zu der Hoffnung machenden Nachricht. Die 34 Jahre alte Hamburgerin, die seit dem Vorjahr mit der einstigen Hallen-Nationalspielerin Margareta Kozuch ein Duo bildet, könnte sich zum achten Mal zur nationalen Beach-Königin küren. Wie alle anderen Nationalteams müssen sich Ludwig/Kozuch vor Timmendorf noch einer Qualifikation stellen. „Das klappt. Bisher wäre ein Start zu früh gewesen“, bemerkte die Ex-Weltmeisterin. Denn wie viele andere Beachvolleyball-Profis hatte Ludwig ihr Training nach dem Aussetzen der laufenden Olympia-Qualifikation heruntergeschraubt.

Schon wieder hoch belastet wurden die Spielerinnen in Düsseldorf, wo die erste Woche der Beach-Liga abgeschlossen wurde. „Das Format ist schon eine Herausforderung“, erklärte Isabel Schneider. Innerhalb von sieben Tagen haben die Frauen-Teams unter Ausschluss der Fans 14 Spiele absolviert. Am Samstag beginnt die Männerrunde. Insgesamt läuft die Liga über 30 Tage.

„Es hat sich leider bei den Teamkonstellationen viel verändert, weil einige Spielerinnen raus sind“, sagte die 28 Jahre alte Schneider, Meisterin von 2018. Ihre Stammpartnerin Victoria Bieneck musste gleich nach dem Start wegen einer Bauchmuskel-Blessur aufgeben, andere nahmen sich wegen der großen Belastung Pausen.

„Es steckt noch in den Kinderschuhen, vielleicht ist es auch mal ein Format für die Winterzeit“, meinte Schneider zu der privat initiierten Spielform. Insgesamt überwiegt für sie das Positive: „Die Stimmung unter den Spielerinnen ist echt Klasse, trotz der sportlichen Anstrengungen.“

Für Leonie Körtzinger, die als großes Talent gilt, ist die Liga auch eine gute Vorbereitung auf die Meisterschaft. „Das Format ist spannend und macht Spaß, auch dass wir endlich wieder mal spielen können“, sagte die 23-Jährige. In Timmendorfer Strand sollen dann sogar die Fans zurückkehren, allerdings in wesentlich kleinerem Rahmen als üblich. In dem temporären Stadion sollen von 1500 Plätzen nur 700 besetzt werden. Dafür gibt es personalisierte Tickets.

Das Hygiene- und Veranstaltungskonzept liegt dem Gesundheitsamt Ostholstein vor. Tourismusdirektor Nitz ist sich sicher, „dass wir es durchbekommen, denn es ist gut. Ich weiß nur nicht, wer es genehmigt. Keiner will entscheiden, alle warten auf die neuen Verordnungen vom Land.“ Am Montag will der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) das Konzept und die Form der Qualifikation vorstellen.

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