Archivierter Artikel vom 15.10.2021, 11:07 Uhr

Am besten mit Neigungstechnik – Vergleichstest: Dreirädrige E-Lastenräder

Der ADAC hat Elektro-Lastenräder getestet. Dabei wurden fünf Modelle mit drei Lenksystemen untersucht. Nur eines Lenksystem konnte wirklich überzeugen.

Fünf Lastenräder mit zweirädriger Vorderachse hat der ADAC genauer unter die Lupe genommen
Fünf Lastenräder mit zweirädriger Vorderachse hat der ADAC genauer unter die Lupe genommen

Unter anderem hat der ADAC auch die Reichweiten der Testräder gemessen
Unter anderem hat der ADAC auch die Reichweiten der Testräder gemessen

SP-X/München. Lastenräder mit E-Antrieb gibt es in diversen Spielarten. Eine davon ist das Dreirad mit zweirädriger Vorderachse. Fünf Exemplare dieser Spezies mit drei verschiedenen Lenksystemen hat der ADAC nun genauer unter die Lupe genommen und dabei besonders den Aspekt Kindertransport beleuchtet. Eindeutiges Fazit der Tester: Mehr und dabei zudem in Neigungstechnik zu investieren, lohnt sich.

So hat der ADAC in seinem Lastenrad-Vergleichstest benotet
So hat der ADAC in seinem Lastenrad-Vergleichstest benotet

Die besten Noten gab es entsprechend für die teuersten Modelle, deren Vorderachsen das Bike in Kurven zur Seite kippen aber nicht umkippen lassen. Diese Funktion bietet der Testsieger Chike e-kids, der die Gesamtnote 2,1 bekommen hat. Neben dem Fahrverhalten mit wendiger und direkter Lenkung sowie den guten Bremsen hat die Tester die Ausstattung der Cargobox beeindruckt, da sich diese gut für den Kindertransport eignet. Das Chike-Modell liegt mit rund 5.800 Euro allerdings auf gehobenem Preisniveau.

Ebenfalls mit „gut“ (Gesamtnote 2,4) wurde das Butchers&Bicycles MK1-E Automatik bewertet. Der mit rund 7.600 Euro teuerste Proband im Testumfeld konnte vor allem mit seiner Antriebstechnik punkten, die einen „Bosch Performance Line CX“-Motor mit Riemenantrieb und Automatikgetriebe kombiniert. Gelobt wurden zudem standfeste Bremsen, die hochwertige Ausstattung sowie die Neigungstechnik. Allerdings war das MK1-E nicht so wendig wie das Chike.

Die Modelle Nihola e-Family (4.849 Euro) und das günstige Babboe e-Family (3.249 Euro) wurden jeweils mit „befriedigend“ bewertet. Obwohl das Modell von Nihola über ein im Testumfeld vergleichsweise gutes Antriebssystem verfügt, wurde das Fahrverhalten mit Achsschenkellenkung mit 3,5 am schlechtesten benotet. Auch bei Sicherheit und Verarbeitung hat das Modell nicht wirklich überzeugt. Gleiches gilt für das Babboe-Dreirad mit Drehschemel-Lenkung. Hier wurde zudem der Antrieb, im Testumfeld der mit der geringsten Reichweite, nur mit „ausreichend“ benotet.

In den meisten Kategorien leicht besser als das Babboe konnte das Vogue Carry 3 abschneiden. Mit 2.950 Euro ist es das günstigste Rad im Test-Quintett. Offensichtlich wurde allerdings an den Bremsen und der Beleuchtung zu sehr gespart. Diese konnten die Kriterien der Tester nicht erfüllen, weshalb die Gesamtnote 5,0 und somit „mangelhaft“ vergeben wurde.

Generell hat der ADAC noch auf das besondere Fahrverhalten von dreirädrigen Lastenrädern hingewiesen. Dieses wird als gewöhnungsbedürftig bezeichnet. Beim Abbiegen und in den Kurven wird eine entsprechende Körperhaltung sowie eine angepasste Geschwindigkeit angeraten, um einer möglichen Kippgefahr vorzubeugen

Mario Hommen/SP-X