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    SantosWM-Debakel für Handball-Frauen - Nicht zu Olympia

    Nächstes Debakel für den deutschen Frauen-Handball: Nach dem 13. Platz bei der EM ist die mit großen Ambitionen zur Weltmeisterschaft nach Brasilien gereiste DHB-Auswahl schon in der Gruppenphase gescheitert.

    Fassungslos
    Bundestrainer Heine Jensen schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Sein Team verpasst Olympia.
    Foto: Sascha Klahn - DPA

    Mit dem 22:25 (10:14) gegen Afrikameister Angola verspielte das Team von Bundestrainer Heine Jensen in Santos auch die letzte Chance, sich doch noch über ein zusätzliches Qualifikationsturnier die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen 2012 zu erkämpfen. Sieben Treffer von Stefanie Melbeck aus Buxtehude und eine Weltklasse-Leistung von Torhüterin Clara Woltering waren zu wenig, um Angola zu bezwingen und noch das Achtelfinale zu erreichen.

    «Wir hatten gehofft, dass wir noch um Olympia spielen können. Der deutsche Frauenhandball ist aber nicht so gut, um jetzt dort mitzuspielen, obwohl wir viel Potenzial haben. Wir haben es nicht ausgeschöpft, und da trage ich als Trainer die Verantwortung», sagte Jensen und betonte: «Ich habe vor meinem Amtsantritt gesagt: Ich brauche einen langfristigen Vertrag, weil es zu viele offene Baustellen gibt. An denen werden wir jetzt arbeiten.»

    Dazu gehört die Offensive. «Unsere Chancenverwertung war unterirdisch», schimpfte Jensen, nachdem seine Spielerinnen mit hängenden Köpfen und Tränen in den Augen vom Parkett geschlichen waren, und polterte weiter: «Wir sehen das im Training, und es ist tatsächlich so, dass man so spielt, wie man trainiert. Wir waren einfach nicht gut genug - vom Trainer bis zu den Spielerinnen.»

    Während der 60 Minuten hatte die Mannschaft fast durchgängig die Klasse vermissen lassen, die sie beim Auftaktsieg über Olympiasieger Norwegen und wenigstens in der Schlussphase beim Erfolg über China gezeigt hatte. Wie bei den Niederlagen gegen Montenegro und Island klappte von der ersten Minute an wenig. Nur bis zum 5:3 (11. Minute) durfte die Mannschaft um Kapitän Isabell Klein hoffen, geriet dann aber ins Hintertreffen.

    Jensen hatte in der Startformation vor allem auf Routine gesetzt, doch die Nervosität war nicht zu übersehen. Erst mit dem sechsten Angriff gelang nach vier Minuten das erste Tor. Technische Fehler im Zuspiel, überhastete, unpräzise Würfe, aber auch Pech bei Pfosten- und Lattentreffern bestimmten im gesamten Spielverlauf das deutsche Angriffsspiel. Angola spielte keine überragende Partie, nutzte mit strukturierten Angriffen und gesunder Härte jedoch seine Möglichkeiten. Dabei wurden bei Tempogegenstößen auch deutsche Schnelligkeitsnachteile deutlich.

    Allein Melbeck und die überragende Woltering, die unmittelbar nach der Pause mit drei starken Paraden die frühe Entscheidung verhinderte, hielten den Kopf oben. Eine Spielerin, die in kritischen Phasen das Spiel an sich reißt und dirigiert, fehlte jedoch. Auch das letzte Aufbäumen wie gegen China wurde vermisst, zumal die zuvor gefährlichen Rückraum-Werferinnen Franziska Mietzner und Nadja Nadgornaja von der aufmerksamen und aggressiven angolanischen Deckung weitgehend aus dem Spiel genommen wurden. So war das letzte Vorrundenspiel das Ende aller Träume.

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