40.000
  • Startseite
  • » Wie Berufstätige Grenzen setzen können
  • Entgrenzte Arbeitswelt

    Wie Berufstätige Grenzen setzen können

    Kaum jemand möchte ohne sein Smartphone leben. Doch die ständige Erreichbarkeit versetzt gerade Berufstätige in Daueralarmbereitschaft. Doch nur wer Grenzen setzt, kann auch produktiv arbeiten.

    Frau mit Smartphone
    Die ständige Erreichbarkeit lässt Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verschwimmen. 
    Foto: Christin Klose - dpa

    Berlin (dpa/tmn). Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt - und macht sie flexibler. In vielen Jobs ist das Büro dank moderner Technik dort, wo man selbst ist - in der Bahn, zu Hause oder eventuell auch im Urlaub. Die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen.

    Können Berufstätige trotzdem noch Grenzen setzen?

    „Nicht die Maschine bestimmt, was geschieht, sondern der Mensch“, sagt Organisationspsychologe Stefan Poppelreuter aus Bonn. Der Mensch müsse die Oberhand behalten. „Es hängt von uns selbst ab, ob der positive Wert, der in diesen Erfindungen steckt, genutzt wird, oder ob wir uns unterjochen lassen“, so der Experte. Mit der Freiheit, die moderne Technik bringen kann, komme auch eine größere Verantwortung auf den einzelnen zu.

    Was gibt es für praktische Tipps?

    Mit dem Smartphone haben Berufstätige oft ihr ganzes Büro dabei. „Ich rate zu unterschiedlichen Geräten“, sagt Arbeitspsychologe Prof. Tim Hagemann von der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld. Wer dasselbe Gerät für Privates und Berufliches nutzt, könne schwer trennen. Das gleiche gelte für Telefonnummer und Mailadresse. „Wir sind soziale Wesen, extrem neugierig. Kommt eine Nachricht, wollen wir auch wissen, was drinsteht.“ Hagemann vergleicht das mit dem Briefträger: „Würde der am Tag drei Mal klingeln, würden wir auch jedes Mal aufmachen.“ Wer keine zwei Geräte hat, könne stattdessen ein sogenanntes Dual-Sim-Handy und getrennte Mailpostfächer nutzen.

    Wie funktioniert das mit dem Arbeitgeber?

    Wer mobil arbeitet, etwa von daheim, braucht das Vertrauen des Vorgesetzten. „Wer mal kurz im Bad ist, darf keine Angst haben, dass der Chef in der Zwischenzeit anruft, und denkt, man würde gar nicht arbeiten, weil man nicht direkt rangeht“, sagt Hagemann. Wichtig sei hier vor allem die Kommunikation: „Man sollte immer den Chef und das Team einbinden, informieren, wann man wie erreichbar ist - und auch, wann nicht.“

    Wie kann ich trotz Ablenkung durch Technik konzentriert arbeiten?

    „Man sollte vormittags konzentriert arbeiten“, rät Hagemann. Das heißt: Auch mal offline gehen, Mails eher am frühen Nachmittag beantworten. „Auch eine entsprechende Abwesenheitsnotiz im Mailprogramm kann sinnvoll sein.“ Darin kann etwa stehen, dass man erst ab 14 Uhr wieder erreichbar ist. Telefonkonferenzen sollten ebenfalls nicht vormittags stattfinden. Auch Organisationspsychologe Poppelreuter findet: „Von uns sind bessere Absprachen und Selbstorganisation gefragt.“

    Was habe ich sonst noch für Möglichkeiten?

    „Nicht der Beruf wählt mich, sondern ich wähle den Beruf“, sagt Poppelreuter. Wer nicht in einem Beruf arbeiten möchte, der ständige Erreichbarkeit fordert oder schnelle Reaktion, könne sich umorientieren. „Denn wer in bestimmten Jobs gar nicht flexibel arbeiten möchte, wird das nur schwer durchsetzen können.“ Poppelreuter setzt auf die persönliche Verantwortungsübernahme. Jeder müsse sich über seine eigenen Grenzen klar werden und diese auch setzen. „Wenn es im Job einfach nicht passt oder funktioniert, dann muss ich mein Leben selbst anders gestalten.“

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onlinerin vom Dienst

    Celina de Cuveland

    0175/982 40 20

    Kontakt per Mail

    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    UMFRAGE
    Thema
    Sollen CDU und CSU bei der nächsten Bundestagswahl gemeinsam antreten?

    Die Schwesterparteien CDU und CSU bilden eine Fraktion im Deutschen Bundestag. Nun spaltet vor allem die Forderung Horst Seehofers nach einer festen Obergrenze von 200 000 neuen Flüchtlingen pro Jahr die Parteien. Was meinen Sie? Sollten CDU und CSU bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 gemeinsam antreten oder sollten sie getrennte Wege gehen?

    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    -7°C - 0°C
    Montag

    -2°C - 1°C
    Dienstag

    -2°C - 2°C
    Mittwoch

    -4°C - 3°C
    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!