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    MünchenWenn nach dem Abnehmen zu viel Haut bleibt

    Viele krankhaft Übergewichtige fühlen sich auch nach dem Abnehmen nicht wohl. Denn sie stehen vor einem ästhetischen Problem: Sie tragen zu viel Haut am Körper.

    Krankhaftes Übergewicht
    Diese Frau hat fast 70 Kilogramm abgenommen - mancher braucht zusätzlich eine Operation, um überschüssige Haut loszuwerden. (Bild: Grubitzsch/dpa/tmn)

    In solchen Fällen kann nach der OP zur Gewichtsabnahme der Weg zusätzlich zum plastischen Chirurgen führen. Das gilt jedoch nicht für alle Patienten. Grundsätzlich sei eine ästhetische Nachoperation keineswegs der Regelfall, sagt Prof. Hans Hauner, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft in München. Nur etwa 15 bis 20 Prozent seien betroffen.

    Der ästhetische Aspekt wird zum Problem, wenn die Adipositas sehr ausgeprägt war und der Betroffene sein Gewicht extrem verringert hat. Verliert ein Patient durch eine Operation 50 bis 70 Prozent seines Übergewichts, sollte er sich im Klaren darüber sein, dass er höchstwahrscheinlich noch zu einem plastischen Chirurgen muss, sagt Prof. Andreas Hamann, Chefarzt der Diabetes-Klinik Bad Nauheim. «Das müssen die Ärzte ihren Patienten vorher deutlich sagen: Durch einen zusätzlichen kosmetischen Eingriff können weitere Kosten entstehen.»

    Bevor die kosmetischen Folgen eines Adipositas-Eingriffs durch eine OP angegangen werden, sollte das Gewicht ein Jahr stabil bleiben. «Es bringt Probleme mit sich, wenn der Patient nach einer OP plötzlich doch wieder Gewicht zunimmt und dieses dann auf die frischen Narben drückt», erläutert Hauner.

    Mit welchen ästhetische Problemen der Patient nach einer Magenverkleinerung zu rechnen hat, hängt überwiegend von individuellen Faktoren ab. Vor allem die Menge der überschüssigen Haut spiele eine Rolle, aber auch das Alter, sagt Prof. Peter Vogt von der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie: «Mit Anfang 20 ist die Chance größer, dass sich die Haut zurückbildet.» Die elastischen Rückhaltekräfte seien hier noch deutlich größer. Zuletzt entscheide das Ausmaß der Gewichtsabnahme. «Wir empfehlen Patienten, begleitend ein dosiertes Kraft- und Muskelaufbautraining zu machen.» Das wirke sich positiv auf die Haut aus, denn ohne eine gewisse Muskulatur sähe auch gestraffte Haut konturlos aus.

    Bei einem ästhetischen Eingriff sind mehrmalige Nachoperationen sind durchaus üblich. Denn bei Kombi-Eingriffen erhöhe sich das OP-Risiko, außerdem werde eine feste Körperseite zum Straffen eines anderen Bereichs gebraucht. «Häufig wird erst die Haut am Bauch weggenommen, damit der Patient wieder normale Hosen tragen kann. Das verhindert auch, dass Hautlappen scheuern, wenn sie unter einer Hose platziert werden müssen», sagt Vogt. Im zweiten Schritt folgten dann meist die Oberschenkel.

    Die Kostenerstattung sei allerdings schwierig, sagt Hauner. «Die Kassen sind hier sehr zurückhaltend, denn ein plastisch-chirurgischer Eingriff ist meist sogar teurer als die Operation zur Reduzierung der Adipositas selbst.» Dazu kommt ein weiteres Problem: Es gebe Patienten, die übertrieben reagieren und bei denen kein harter Grund für eine Nachoperation vorliegt. Solche Fälle landen im Zweifelsfall sogar vor dem Sozialgericht. Ob also ästhetisch nachbehandelt wird, sollte gründlich abgewogen werden. Denn sowohl medizinische als auch psychologische Gründe können eine große Rolle spielen.

    Ausführlich über die OP informieren

    Der Betroffene sollte sich ausführlich über den Verlauf der Operation informieren lassen. Ihm sollten spätere Nahtverläufe mit Abbildungen verdeutlicht werden, rät die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie. Außerdem muss er wissen, wie lange der stationäre Aufenthalt dauern wird und dass eventuell mit Wundheilungsstörungen zu rechnen ist. Eine Bauchstraffung zum Beispiel sollte niemals ambulant durchgeführt werden, sondern bedarf einer intensiven Nachüberwachung.

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