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    Wayne Rooneys leiser Abschied von den Three Lions

    Bei seinem Club Man United und in der englischen Nationalmannschaft ist Wayne Rooney alleiniger Rekordtorschütze. Doch bei beiden steht der 31-Jährige nun vor dem Aus. Für den Klassiker gegen Deutschland wurde er nicht mehr nominiert. Die Zukunft in England gehört anderen.

    Wayne Rooney
    Für den Klasiker gegen Deutschland wurde Englands Rekordtorschütze Wayne Rooney nicht nominiert.
    Foto: Andy Rain - dpa

    London (dpa). Lukas Podolski darf sich in Dortmund noch einmal feiern lassen. Das Freundschaftsspiel des deutschen Fußball-Nationalteams gegen England ist sein Abschiedsspiel - ein würdiger Rahmen nach 129 Spielen im DFB-Trikot. Von einem solchen Szenario kann Wayne Rooney derzeit nur träumen.

    Der bisherige England-Kapitän wurde von Nationaltrainer Gareth Southgate gar nicht erst ins Aufgebot für den Klassiker berufen, obwohl er ihm seine Fitness versichert haben soll. Auch in der WM-Qualifikation gegen Litauen sind die Dienste des 119-maligen Nationalspielers nicht mehr gefragt.

    Die Zukunft bei den Three Lions gehört anderen Spielern. Southgate, der Rooney als klassische Nummer zehn sieht, ließ auf dieser Position zuletzt den 20-jährigen Dele Alli von Tottenham Hotspur und den 28 Jahre alte Adam Lallana von Jürgen Klopps FC Liverpool auflaufen. „Beide spielen sehr gut, treffen für ihre Clubs und liefern Vorlagen“, erklärte Southgate. „Da gibt es also einen Konkurrenzkampf. Anders geht es nicht.“ Auch Ross Barkley vom FC Everton steht in der Rangfolge inzwischen vor dem 31 Jahre alten Rooney.

    In den Konkurrenzkampf kann der Rekordtorschütze von Manchester United (250 Treffer) und England (53) allerdings kaum noch eingreifen. Denn im Verein sitzt Rooney zunehmend auf der Bank. Zlatan Ibrahimovic, Henrich Mchitarjan oder Anthony Martial erhielten unter Trainer José Mourinho zuletzt den Vorzug, sowie der junge Marcus Rashford, der ebenfalls für die Länderspiele nominiert wurde. Einen vorzeitigen Abschied nach China schloss Rooney zwar kürzlich aus. Doch die Gerüchte halten sich, dass der Stürmer, der unter Sir Alex Ferguson seine besten Zeiten erlebte, Man United im Sommer nach 13 Jahren verlassen könnte.

    Der 19-jährige Rashford erklärte gerade, Rooney sei immer sein Vorbild gewesen. Allerdings verhielt der sich nicht immer vorbildlich. Bei Southgates Entscheidung gegen Rooney hat womöglich auch die Hotel-Affäre im November vergangenen Jahres eine Rolle gespielt. Nach Englands 3:0-Sieg gegen Schottland in der WM-Qualifikation wurde Rooney im Mannschaftshotel betrunken auf einer fremden Hochzeitsfeier fotografiert, noch dazu im England-Outfit. Zwar entschuldigte sich der Reuige öffentlich für seinen Fauxpas, doch das prestigeträchtige Amt als Kapitän der Three Lions dürfte er damit endgültig verspielt haben.

    Southgate, der im Oktober 2016 - noch als Interimscoach - von britischen Medien gelobt wurde, weil er Rooney gegen Slowenien erstmal auf der Bank ließ, deutete an, dass Tottenhams Stürmerstar Harry Kane in Zukunft die Kapitänsbinde tragen könnte. „Harry hat definitiv Führungsqualitäten“, lobte der Coach den 23-Jährigen. „Harry hat eine Meinung. Und er macht auch gern klare Ansagen vor der Gruppe.“ Aufgrund einer Knöchelblessur fällt Kane momentan aus. Trotzdem darf Rooney nicht einspringen.

    Als wäre das nicht alles genug Demontage für Englands einstigen Publikumsliebling, wurde Jermain Defoe vom Tabellenletzten AFC Sunderland für die beiden kommenden Länderspiele nominiert. Defoe hatte seinen letzten Einsatz für England im November 2013. Der Sunderland-Stürmer ist bereits 34 Jahre alt und damit keine Option für die Zukunft. Defoes unerwartete Berufung verdeutlicht aber, dass Wayne Rooneys Zeit in der englischen Fußball-Nationalmannschaft abgelaufen ist.

    Guardian Bericht

    Independent Bericht

    Sky Sport zu Rashford und Rooney

    Sun zur Hotel-Affäre

    Evening Standard zu Kane-Beförderung

    Independent zu Defoe

    BBC zu Defoe

    BBC zu Slowenien-Spiel

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