40.000
  • Startseite
  • » Warme Wohlfühlpampe - Moorbäder entspannen Körper und Geist
  • Aus unserem Archiv

    Bad ElsterWarme Wohlfühlpampe - Moorbäder entspannen Körper und Geist

    Eine zähe, breiige Masse, die träge den Körper umschließt - wer in Moor badet, liegt in einer warmen Wohlfühlpampe. Das Naturheilmittel wird schon lange medizinisch genutzt. Denn es entspannt die Muskulatur und kann chronische Schmerzen lindern.

    Warme Pampe mit heilender Wirkung
    Warme Pampe mit heilender Wirkung: Moorbäder werden zum Beispiel bei rheumatischen Beschwerden, Arthrose und Osteoporose-Schmerzen angewendet.
    Foto: Matthias Bein - DPA

    Wenn Menschen unter chronischen Rückenbeschwerden leiden, verabreichen Ärzte ihnen gern Schmerztabletten. Auch Massagen und Krankengymnastik werden oft verschrieben. In manchen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, zu einer Therapieform zu greifen, die eher selten im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit steht: die Moortherapie. «Bei bestimmten Leiden kann das die bessere Wahl sein und den Konsum von Schmerzmitteln deutlich reduzieren», sagt Prof. Karl-Ludwig Resch, Leiter des Instituts für Gesundheitsforschung in Bad Elster.

    Entspannen und aufwärmen im Moorbad
    Vielseitiger Effekt: Durch die Wärme des Moorbades verbessert sich die Immunabwehr, die Muskulatur entspannt sich und der Patient kommt zur Ruhe.
    Foto: Bad Saarow Kur GmbH - DPA

    Moorbäder haben in Europa eine lange Tradition, die naturheilkundliche Medizin wendet sie schon seit mehr als 200 Jahren an. Die dickbreiigen Vollbäder wirken vor allem über die besondere Art der Wärmeübertragung auf den Menschen. Das liegt an der Mischung aus Torf und Wasser, aus dem sich das Moor bildet.

    Entspannen im Moor
    Locker lassen: Weil Moor so zäh ist, verbrühen sich die Patienten trotz einer Temperatur von bis zu 43 Grad Celsius nicht die Haut.
    Foto: Bad Freienwalde Tourismus GmbH - DPA

    «Da es eine feste Substanz ist, gibt es eine gute Wärmeübertragung in den Körper. Sie ist wesentlich besser als etwa beim Wasserbad», erklärt Prof. Andre-Michael Beer von der Klinik Blankenstein in Hattingen. Weil das Moor so zäh ist, verbrühen sich die Patienten trotz einer Temperatur von bis zu 43 Grad Celsius nicht die Haut. So kann dem Körper während eines etwa 20 Minuten dauernden Bads viel Wärme zugeführt werden. Die Körperkerntemperatur erhöht sich dann um bis zu zwei Grad.

    Als Hauptanwendungsbereich für ein Moorbad gelten degenerative und chronisch entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie gynäkologische Leiden. Beer nennt neben rheumatischen Problemen die Arthrose, Osteoporose-Schmerzen oder das Ganzkörperschmerzsyndrom. Doch auch beim prämenstruellen Syndrom, in den Wechseljahren oder bei vaginalen Infektionen werden Erfolge erzielt. Außerdem lassen sich damit bestimmte Hauterkrankungen therapieren; allerdings dürfen Moorbäder laut Beer nicht bei offenen Hautstellen angewendet werden.

    Durch die Wärme verbessert sich die Immunabwehr, die Muskulatur entspannt sich, und der Patient kommt zur Ruhe. Zum anderen erweitern sich die Gefäße und regen den Stoffwechsel an. Indem die höhere Aktivität «praktisch alles übertönt», werden die Schmerzrezeptoren desensibilisiert, der Schmerzzustand durchbrochen und das Leiden gelindert, erläutert Resch. Das sei besonders bei chronischen Beschwerden gut.

    Moorbäder werden oft im Rahmen von längeren Kur- oder Klinikaufenthalten angewendet. Allerdings sind sie wegen des höheren Stoffwechsels und der Anregung des Herz-Kreislauf-Systems sehr anstrengend. Ganzkörpermoorbäder sollten nicht bei Thrombosen oder schweren Herzerkrankungen gemacht werden, ergänzt Beer.

    Auch Prof. Jürgen Kleinschmidt setzt vor allem auf die Wärme. «Der Körper kann zwar bestimmte Inhaltsstoffe des Moors aufnehmen, das ist aber nur zweit- oder drittrangig», sagt der Lehrbefugte an der Medizinischen Fakultät der Universität München. Er verweist aber noch auf einen anderen positiven Effekt: «Moor wird in der Therapie nicht ver-, sondern gebraucht.» Nach der Anwendung werde es dem Moorlager zurückgegeben und dort renaturiert. Die Bäder sind also auch in ökologischer Hinsicht unbedenklich.

    Deutscher Heilbäderverband

    Klinik für Naturheilkunde der Klinik Blankenstein

    Deutsches Institut für Gesundheitsforschung

    Medizinische Fakultät der LMU München

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst
    Maximilian Eckhardt
    0261/892743
    Kontakt per Mail
    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Donnerstag

    19°C - 28°C
    Freitag

    12°C - 24°C
    Samstag

    12°C - 20°C
    Sonntag

    12°C - 20°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    UMFRAGE
    Mehrwegsystem als Zukunftsmodell: Würden Sie dafür draufzahlen?

    Wer ein Getränk bei Rhein in Flammen kaufen wollte, musste den Koblenz-Becher oder das Koblenz-Glas dazukaufen. Hintergrund ist ein neues Mehrwegsystem der Koblenz-Touristik. Für zwei Getränke wurden da zum Teil 14 Euro fällig. Würden Sie der Umwelt zuliebe draufzahlen?

    UMFRAGE
    Vergiftete Eier – Was kommt jetzt auf den Tisch?

    Der Skandal um die mit Fipronil vergifteten Eier ist in aller Munde. Hat das Einfluss auf Ihren Speiseplan?

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!