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    Vonn nur mit halber Kombi: Leiden oder List?

    Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Als sich die durch eine Virusgrippe geschwächte Maria Riesch schon längst zur Slalom-Vorbereitung aufgemacht hatte, gab Lindsey Vonn im Zielraum der Kandahar-Abfahrt immer noch Interviews.

    Extrem!
    Lindsey Vonn hat sich in Garmisch-Partenkirchen nicht nur Freunde gemacht.

    Die Amerikanerin lag zur Halbzeit der WM-Kombination auf dem zwölften Platz, den abschließenden Torlauf in Garmisch-Partenkirchen ließ sie aber aus. «Das war ein Trainingslauf. Den Slalom wäre ich nur gefahren, wenn ich mich in der Abfahrt hundert Prozent fit gefühlt hätte», meinte die 26 Jahre alte Titelverteidigerin in der Schussfahrt, die bei der WM wegen ihres Verletzungs-«Hickhack» viel Kritik einstecken muss.

    Vonn, die das Sturz-Video ihres Trainingsunfalls von vor über einer Woche auf ihre Facebook-Seite einstellte und ihr Sportlerleben gerne öffentlich macht, spricht dieser Tage immer wieder davon, dieses oder jenes WM-Rennen auslassen zu wollen. Vielen, unter anderem dem deutschen Alpin-Direktor Wolfgang Maier oder dem Vater von Maria Riesch, geht das auf die Nerven. Es ist nicht die Verletzung, sondern die Art und Weise, wie Vonn diese in Internet und Öffentlichkeit präsentiert.

    «Für mich ist das mit der Zeit lächerlich. Was will ein Athlet dann bei der WM?», sagte Maier über das Reizthema. «Mit dem ganzen Hickhack kann ich mich nicht mehr identifizieren.» Unter anderem verstehe er nicht, dass Vonn beim Training eine Jacke unter der Startnummer getragen habe. «Als fairer Sportsmann habe ich meine Zweifel, ob das alles in Ordnung ist und man das draußen akzeptieren kann», fragte sich Maier, der froh war, dass sich seine Vorzeige- Fahrerin Riesch ohne «taktische Spielchen» durch die Kombination biss.

    Vonn konterte die Kritik aus dem Lager ihrer Freundin und Konkurrentin. «Ich ziehe meine Kleidung so an, wie es mir passt», sagte die dreimalige Gesamtweltcupgewinnerin. «Wenn ich am Sonntag fahre, sind alle ruhig, die mich jetzt kritisieren.» Sie selbst sparte indes keine Kandahar-Kritik aus. Es scheint, als versuche sie jeglichem Erwartungsdruck aus dem Weg zu gehen. Nach der Kombi-Abfahrt sprach sie allerdings von einer «Super-Strecke».

    1,6 Sekunden Rückstand standen für die Amerikanerin auf Platz zwölf zu Buche. Das ist nicht die Lindsey Vonn, die bei der WM und bei Olympia die Abfahrt für sich entschieden hatte - und im Weltcup ebenfalls immer um den Sieg mitfährt. «Der Fokus ist noch nicht wirklich da. Meine Reaktion auf die Schläge war nicht gut genug», schilderte Vonn, die nach Rang sieben im Super-G ihre Augen hinter einer Sonnenbrille verborgen hatte und mit hängenden Schultern aus dem Zielraum getrottet war. Auch da hatte sie ausgiebig über Gesundheit und Startchancen geplaudert.

    Die Amerikanerin liebt es dramatisch. Schon bei Olympia hatte sie medienwirksam über ihre Schuhrandprellung gesprochen - und war dann doch überzeugend zu Abfahrtsgold gerast. Zwar wirkt Vonn dieser Tage von Garmisch wirklich geschwächt, aber die Auftritte von damals machen es schwierig, ihr vollen Glauben zu schenken. Spätestens am Sonntag liegen die Karten auf dem Tisch.

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