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    MelbourneVettel gewarnt: Vorsicht vor dem «Zauberer von Oz»

    Es könnte das Titel-Duell in diesem Formel-1-Jahr werden: Sebastian Vettel gegen Jenson Button. In Melbourne scherzten beide nach dem Sieg des Briten noch gemeinsam. Auf der Strecke will Vettel schon am Sonntag in Malaysia wieder Ernst machen.

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    Jenson Buttons «W» (für «Winner») konnte als Jubelgeste nach dem Sieg in Australien nicht überzeugen.
    Foto: Jens Buettner - DPA

    Nur für Sebastian Vettels typische Triumphgeste hat Jenson Button noch keinen passenden Konter gefunden. «Ich habe etwas Neues probiert, aber ich kann Seb's Finger nicht schlagen», räumte der Brite nach seinem beeindruckenden Formel-1-Auftaktsieg in Australien vor Titelverteidiger Vettel ein. Buttons mit den Händen geformtes «W» für das englische «Winner» sah eher kläglich aus, auf der Strecke hatte er zuvor jedoch keine Zweifel gelassen: Der Vizeweltmeister könnte in diesem Jahr der schärfste Widersacher des deutschen Doppelchampions werden. Button sei «ganz einfach in der Form seines Lebens», schwärmte die britische Zeitung «Daily Telegraph» und bejubelte den McLaren-Fahrer als «Zauberer von Oz».

    Erstmals seit dem 15. Mai 2010 übernahm Button wieder die WM-Spitze. «Ihre Exzellenz heißt Button», meinte das spanische Sportblatt «Marca». Ex-Radstar Lance Armstrong beglückwünschte den Ex-Champion via Twitter ebenso wie Australiens Popsängerin Dannii Minogue. Selbst der geschlagene Vettel meinte über den nun dreimaligen Australien-Sieger: «Er war nicht in unserer Reichweite.»

    Was zur Folge hatte, dass Vettel zum ersten Mal seit dem 13. November 2010 nicht mehr die WM anführt. Dennoch erntete Vettel nach seiner famosen Aufholjagd von Startplatz sechs auf Rang zwei noch vor Pole-Mann Lewis Hamilton im zweiten McLaren viel Lob. «Vettel war besser als sein Red Bull. Der Champion macht die Defizite seines Autos wett», befand Italiens «La Gazzetta dello Sport». Und «Tuttosport» pflichtete bei: «Vettel zeigt ein großartiges Rennen und hält sich tapfer.»

    Bei seiner nun noch 19-teiligen Mission zum historischen Titel-Hattrick ist Vettel dennoch erstmal der Jäger. Eine inzwischen schon ungewohnte Position für ihn und Red Bull. Nach einer Saisonvorbereitung mit Anlaufschwierigkeiten und fehlenden Test-Kilometern sucht das Weltmeister-Team der beiden Vorjahre noch nach der Titelform. Noch weiter ist der Weg an die Spitze für Ferrari und auch das zwar verbesserte, aber glück- und punktlose Mercedes-Team von Michael Schumacher und Nico Rosberg.

    Das Tempo gibt vorerst Button im pfeilschnellen und formschönen McLaren MP4-27 vor. Wie 2009 und 2010 war er wieder der Beste im Albert Park. «Wir haben bewiesen, dass wir eine Saison auch stark beginnen können. Das ist klasse», stellte der überglücklich Brite fest. Dass er im teaminternen Duell mit dem alles andere als entspannt und glücklich wirkenden Hamilton - mal wieder - vorn lag, kostete Button nicht aus. So ein Typ ist er nicht.

    Dafür bohrte das britische Boulevardblatt «The Sun» in Hamiltons Wunde, nachdem dieser seine Pole Position direkt am Start an Button verloren hatte. «Raten Sie mal, wessen Freund den Australien GP gewonnen hat», schrieb die Zeitung hämisch über ein Foto der düster blickenden Hamilton-Freundin Nicole Scherzinger. Button-Begleiterin Jessica Michibata feierte hingegen ebenso wie Papa John Button ausgelassen mit dem Team. So sehen Sieger aus.

    Aber auch Vettel wirkte alles andere als missmutig. Bereits einen Tag nach dem Rennen reiste der jüngste Doppelweltmeister der Formel 1 weiter nach Malaysia. Dort gilt es, sich so früh und schnell wie möglich an die kräftezehrenden Bedingungen zu gewöhnen. Sepang gilt als Formel-1-Sauna. 2009 konnte Button dort nach seinem Auftaktsieg in Australien ebenfalls gewinnen - es war der Grundstein für seinen Titelgewinn mit BrawnGP.

    In den vergangenen beiden Jahren war Vettel auf dem Sepang International Circuit allerdings nicht zu schlagen. «Schauen wir mal, wie es in Sepang läuft. Wir müssen uns nicht verstecken», meinte Vettel. Und der «magische Button» (Australiens «Herald Sun») ahnte mit Blick auf den Rest der Saison bereits: «Ich bin sicher, manchmal werden wir den Vettel-Finger noch sehen.»

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