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  • US-Flughafen-Sicherheitsmethoden im Internet

    Washington (dpa). Aufruhr in Washington: Die US-Transportsicherheitsbehörde (TSA) hat versehentlich Sicherheitsprozeduren auf Flughäfen im Internet preisgegeben. Dazu gehören einige bisher streng geheime Bestimmungen für den Umgang mit Diplomaten, Angehörigen des Geheimdienstes CIA und Polizisten.

    Das berichteten US-Medien am Mittwoch. Die TSA spielte demnach zwar den Vorfall herunter und nannte das versehentlich veröffentlichte Papier «veraltet». Es sei auch nie in die Praxis umgesetzt worden. Mehrere Senatoren forderten aber postwendend eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls. Die Republikanerin Susan Collins etwa nannte die Preisgabe der Informationen schockierend und fahrlässig. «Dieses Handbuch liefert einen Fahrplan für jene, die uns gern Leid zufügen würden», sagte sie mit Blick auf Terroristen.

    Das Papier ist 93 Seiten lang und enthält Anweisungen für die Überprüfung von bestimmten Reisenden auf Flughäfen. In dem Dokument werden Methoden detailliert geschildert und auch die Grenzen der Wirksamkeit von Durchleuchtungsmaschinen aufgezeigt. Außerdem wurden Berufsausweise von CIA-Beamten, Kongressmitgliedern und Polizisten abgebildet, was Terroristen nach Einschätzung von Experten das Fälschen erleichtern könnte. Das Papier listete darüber hinaus 12 Länder auf, deren Staatsbürger automatisch besonders genau überprüft werden.

    Das Dokument wurde auf eine Webseite mit Informationen für Vertragspartner der Regierung gestellt. Die TSA schwärzte dabei als besonders «sicherheitsempfindlich» eingestufte Passagen, aber so unzulänglich, dass sie von Insidern lesbar gemacht werden konnten.

    Das Papier trägt das Datum 28. Mai 2008 und enthält die Feststellung, dass der Inhalt «niemandem, der keine Kenntnis benötigt» offenbart werden dürfe. Ein New Yorker Informatiker veröffentlichte die unzulänglich geschwärzten Passagen der «Washington Post» zufolge am Sonntag in einem Reiseblog. Nach eigenen Angaben erfuhr er von dem Dokument beim Internet-Chat mit anderen Flugreisenden.

    Die Behörde leitete inzwischen selbst eine interne Untersuchung ein. «Die TSA nimmt die Angelegenheit sehr ernst», hieß es in einer Mitteilung. Sie betonte aber zugleich, dass das Papier längst überholt sei. Inzwischen gebe es bereits sechs neue Versionen.

    Dennoch war der Sturm der Empörung in Washington groß. So sagte der frühere Abteilungsleiter im Heimatschutzministerium, Stewart Baker, das Handbuch werde nun zu einer Vorlage für Menschen werden, die die Sicherheitsbestimmungen im Flugverkehr aushebeln und umgehen wollten. «Es erhöht das Risiko, dass Terroristen die Schutzbarrieren überwinden werden.» Auch die demokratischen Kongressabgeordneten Bennie Thompson und Sheila Jackson äußerten in einem Brief an die TSA-Führung «größte Besorgnis».

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