40.000
  • Startseite
  • » UN-Vertreter warnt vor „gigantischem Friedhof“ in Aleppo
  • Aus unserem Archiv

    UN-Vertreter warnt vor „gigantischem Friedhof“ in Aleppo

    Trotz dramatischer Berichte aus der syrischen Metropole können sich UN-Spitzendiplomaten zu keiner Resolution über eine Feuerpause durchringen. Einige zeigen mit dem Finger auf Russland.

    Nur noch Geröll
    Nur noch Geröll: der Osten Aleppos nach fünf Jahren Bürgerkrieg.
    Foto: Sana - dpa

    Aleppo/New York (dpa) - Angesichts steigender Zahlen von Toten und Flüchtlingen im nordsyrischen Aleppo haben ranghohe UN-Vertreter ein düsteres Bild der Lage vor Ort gezeichnet.

    Zerstörtes Aleppo
    Aleppo ist als eine der größten Städte des Landes strategisch und symbolisch wichtig.
    Foto: Sana - dpa

    Ohne Gegenmaßnahmen könne sich die umkämpfte Großstadt in „einen gigantischen Friedhof“ verwandeln, sagte UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien in einer kurzfristig einberufenen Sitzung des Sicherheitsrats am Mittwoch. Der Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, sprach angesichts verstärkter Luftangriffe auf den Ostteil der Metropole von einer „humanitären Tragödie“, die sich verschlimmere.

    Eroberer
    Eroberer: Soldaten des syrischen Machthabers Al-Assad tasten sich im Osten der Millionenstadt Aleppo vor.
    Foto: Sana - dpa

    Wegen Kämpfen in den Rebellenvierteln und Luftangriffen wurden allein in den vergangenen Tagen fast 70 000 Menschen vertrieben, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Mindestens 26 Zivilisten, darunter mehrere Kinder, starben in Ost-Aleppo durch Artilleriebeschuss. Dutzende wurden verletzt. Die Menschenrechtler und Aktivisten machten das Regime für den Angriff verantwortlich.

    Weißhelme
    Sogenannte Weißhelme bringen in Aleppo einen verletzten Mann in Sicherheit. Funktionierende Krankenhäuser gibt es aber kaum noch.
    Foto: Syria Civil Defence - dpa

    Rettungshelfer berichteten, bei dem Beschuss des Stadtteils Dschubb al-Kubba seien 45 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handele es sich um Zivilisten, die in Stadtteile unter Kontrolle der Regierung fliehen wollten, sagte Abdel Rahman Hassan von der Organisation Weißhelme. Fotos der Helfer zeigten Leichen, die neben Gepäckstücken auf der Straße lagen. Am Dienstag waren bei einem Luftangriff zehn Menschen auf der Flucht getötet worden.

    Aleppo
    Auch der Westen Aleppos ist zerstört - hier im Al-Assad-Distrikt.
    Foto: str - dpa

    Bemühungen, die Beteiligten des Konflikts mittels einer UN-Resolution zu einer Feuerpause zu bewegen, blieben ohne Erfolg. Vertreter mehrere Länder forderten im Sicherheitsrat, eine zehntägige Feuerpause durchzusetzen, um humanitäre Helfer in die Stadt zu lassen. Zivilisten müssten umgehend eine Pause vom Bombenhagel bekommen, sagte etwa Großbritanniens UN-Botschafter Matthew Rycroft.

    Syrischer Panzer
    Ein Panzer der Assad-treuen syrischen Truppen im westlichen Minyan-Distrikt von Aleppo.
    Foto: str - dpa

    Sein russischer Amtskollege Witali Tschurkin sagte dagegen, dass der Westen solche humanitären Fragen nur als Vorwand nutze, um seine politische Agenda für einen Regimewechsel in Syrien voranzutreiben. „Ohne unsere Sorgen zu berücksichtigen, wird keine Resolution verabschiedet werden“, sagte Tschurkin. Vertreter mehrerer Länder machten Russland allein für die Unfähigkeit des Rats verantwortlich, die Gewalt in Aleppo zu stoppen. Russland ist in dem Bürgerkrieg Verbündeter des Regimes von Präsident Baschar al-Assad.

    Syrische Soldaten
    Sollte das Regime den bislang von der Opposition kontrollierten Osten der Stadt vollständig einnehmen, wäre das ein massiver Schlag für die Rebellen.
    Foto: Sana - dpa

    Einwohner aus Aleppo berichteten, unter den Menschen herrschten Panik und Verzweiflung. Vor der aktuellen Offensive lebten nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund 250 000 Menschen in den Rebellengebieten im Osten der Stadt. Die neben Damaskus größte Stadt des Landes gehört zu den am stärksten umkämpften Gebieten im fast sechs Jahre dauernden Bürgerkrieg.

    Kampf um Aleppo
    Syrische Soldaten während des Kampfes um Aleppo.
    Foto: str - dpa

    Nach Angaben der Menschenrechtler suchten in den vergangenen Tagen mehr als 30 000 Zivilisten in Gebieten unter Kontrolle kurdischer Einheiten Zuflucht, etwa 20 000 in Vierteln des Regimes. Mehr als 15 000 Zivilisten seien zudem in andere Rebellenviertel im Südosten Aleppos geflohen, sagte der Leiter der Menschenrechtler, Rami Abdel Rahman, der Deutschen Presse-Agentur.

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onlinerin vom Dienst
    Marta Fröhlich
    0261/892 267
    Kontakt per Mail
    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Dienstag

    15°C - 26°C
    Mittwoch

    15°C - 29°C
    Donnerstag

    16°C - 26°C
    Freitag

    16°C - 25°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!