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  • Thüringer Medaillen-Duell: Coach als Schlichter

    Richmond (dpa). Gleicher Trainer, gleiches Ziel, gleiche Wunschgegnerin: Zum Auftakt der Damen-Konkurrenzen im Olympic Oval über 3000 Meter kommt es zwischen Daniela Anschütz-Thoms und Stephanie Beckert zum heißen Erfurter Duell um die Medaillen.

    Beiden werden in Richmond beste Chancen auf Edelmetall eingeräumt, beide gehen jedoch völlig unterschiedlich mit dem Druck um. «Alles ist im Plan, es gibt keine Ausreden mehr», sagt die 35 Jahre alte Daniela Anschütz-Thoms. Sie strotzt vor Selbstbewusstsein, seit ihr vor dem Abflug im heimischen Oval sogar der erste Bahnrekord gelang. «Die Form stimmt, ich bin fit, es kann losgehen.» Nach Salt Lake City sei sie nur «zum Gucken» gekommen, in Turin holte sie schon Gold im Team, nun soll die erste olympische Einzel-Medaille her. «Wenn ich sage, ich will unter die Top Ten kommen, glaubt mir sowieso keiner», gibt sie zu.

    Fast immer eine Kick schneller war in dieser Weltcup-Saison ihre 14 Jahre jüngere Vereinsgefährtin Stephanie Beckert. Im Training bilden die beiden zusammen mit Beckerts Bruder Patrick das ideale Gespann, auf dem Eis in Richmond sind sie nun aber Konkurrentinnen. «Ich hatte schon immer Rivalinnen im eigenen Team: Gunda Niemann, Heike Warnicke, Sabine Völker. Immer hat uns diese Konkurrenz nach vorn gebracht», geht Anschütz-Thoms routiniert mit der Situation um.

    Völlig bedeckt gibt sich Beckert. «Mit Medaillen rechne ich überhaupt nicht», sagt sie kühl, obwohl sie in diesem Winter jedes Mal auf das Podium geklettert war und zweimal sogar die schier unbezwingbare Martina Sablikova niederrang. Die fünfmalige Weltmeisterin gilt für beide Erfurterinnen als Maß aller Dinge. «Sie läuft wie vom anderen Stern», sagt Trainer Stephan Gneupel. Deshalb wünschen sich seine Schützlinge unisono die spindeldürre Tschechin als direkte Konkurrentin. «Von der Auslosung hängt viel ab, wer da die richtige Gegnerin bekommt, hat ein Plus», meint Anschütz.

    Zu Beginn der Saison hatte sie einige Probleme, zu akzeptieren, dass da eine jüngere an ihr vorbei läuft. Doch Gneupel hat ihr mit seiner ausgleichenden Art geholfen, die Situation zu meistern. «Ich bin immer auf jede der beiden individuell eingegangen. Aber Fakt ist: Nur Reibung bringt Fortschritte», sagt der Erfurter, der schon bei drei vorangegangenen Spielen mit seinen Schützlingen das Gefühl olympischen Lorbeers auskosten durfte.

    «Er ist für mich der beste Trainer der Welt», schlussfolgert Stephanie Beckert, die aus einer eisschnelllauf-verrückten Familie stammt. Ihre Mutter und alle fünf Geschwister sind in das Eis verliebt. Auch ihr jüngster Bruder Pedro und Schwester Jessica versuchen, Schwester Stephanie nachzueifern.

    Am weitesten hat es bisher der 19-jährige Patrick gebracht, der sich mit seiner Qualifikation für Vancouver einen Traum erfüllte. 25 Stunden vor seiner Schwester stellt er sich der Konkurrenz über 5000 Meter. Ähnlich klar wie bei den Damen in Martina Sablikova ist die Favoritenstellung von Sven Kramer bei den Herren. Der 23-jährige Eis-Millionär aus den Niederlanden hat im Mehrkampf vier EM- und drei WM-Titel in Serie gewonnen. Seit 2007 ist er auf den langen Kanten bei WM und Weltcup-Rennen unbesiegt. «Irgendwann will ich Sven mal besiegen, und wenn ich dann 26 oder 27 bin», meinte Patrick Beckert, für den diesmal ein Platz in den Top 16 schon ein Erfolg wäre.

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