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    JerezTeamchef: Heidfeld «unser Mann», wenn er überzeugt

    Diesmal kann's bei «Quick» Nick schnell gehen. Das Engagement bei Lotus Renault scheint nur noch eine Formsache. Ausgerechnet für Ex-Teamkollege Robert Kubica würde Heidfeld einspringen. Am Wochenende darf er in Jerez schon einmal testen.

    Chance
    Nick Heidfeld ist als möglicher Ersatzpilot bei Lotus Renault in der engeren Auswahl.

    Der Aushilfsjob für Nick Heidfeld bei Lotus Renault rückt immer näher - der 33-Jährige hat es selbst in der Hand. «Wenn er überzeugen kann, ist er unser Mann», sagte Teamchef Eric Boullier bei den Formel-1-Testfahrten in Jerez dem Magazin «auto, motor und sport». Heidfeld darf am Samstag und am Sonntag im neuen Wagen seine Qualitäten beweisen.

    Heidfeld bringt genau das mit, was sich Lotus Renault wünscht: Erfahrung. 173 Rennteilnahmen, wenn auch ohne Sieg. Zehn Jahre Stammpilot in der «Königsklasse» des Motorsports. Heidfeld gilt als guter Entwickler, er machte zudem schon mit spektakulären Manövern auf sich aufmerksam. Und doch hatte es schon in der vergangenen Saison nach dem BMW-Aus nicht für einen Cockitplatz gereicht.

    «Quick» Nick musste sich mit dem Job als Ersatz für Michael Schumacher oder Nico Rosberg bei MercedesGP zufrieden geben. Dass er mitten in der Saison wechselte und zum Testpiloten des neuen Reifenlieferanten Pirelli avancierte, könnte sich nun als Vorteil erweisen. Einer wie der ebenfalls gehandelte Italiener Vitantonio Liuzzi, ausgemustert bei Force India, hat da nichts zum gegenhalten.

    Schon vor der Saison 2010 war immer wieder der Name Heidfeld mit Renault in Verbindung gebracht worden. Das Team entschied sich damals aber für den Debütanten Witali Petrow, der Rookie neben dem routinierteren Kubica. Und Lotus Renault wollte auch 2011 wieder auf das russisch-polnische Duo setzen, bis der schwere Rallye-Unfall Kubica einen Notfallplan erforderlich machte - und Heidfeld auf die Liste brachte.

    «Es gibt Fahrer, die gute Rennen hatten, Nick Heidfeld zum Beispiel», sagte Teambesitzer Gerard Lopez. «Wir alle wissen, dass Nick ziemlich gut ist. Aber wir wissen nicht, auf welchem Niveau er jetzt ist», meinte er. «Wir wissen auch nicht, wie er mit dem Auto zurecht kommt.»

    Die Gelegeneit, genau das rauszufinden, bekommen Heidfeld und das Team am Samstag und Sonntag, wenn Heidfeld neben Bruno Senna Kilometer machen soll. Der Brasilianer wird allerdings nur einen halben Tag ans Steuer dürfen, Heidfeld dagegen anderthalb. Am Donnerstag steuerte Petrow den R31, der wie alle anderen Wagen einen Genesungsgruß in Polnisch an Kubica auf dem Wagen trug.

    Für Heidfeld ist der Kampf um ein Cockpit eine Konstante in seiner Karriere. Zu seinem Leidwesen. Als er bei Williams angestellt war, erfuhr er von Teamchef und -Mitbesitzer Sir Frank Williams einmal erst fünf Minuten vor der offiziellen Präsentation des Fahrerduos samt Auto von seiner Weiterverpflichtung. Im vergangenen Jahr heuerte er für die letzten fünf Saisonrennen bei seinem Ex-Arbeitgeber Sauber an. Das Schweizer Team entschied sich danach aber gegen Heidfeld.

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