40.000
  • Startseite
  • » Stau in den Beinvenen: Krampfadern behandeln lassen
  • Aus unserem Archiv

    Stau in den Beinvenen: Krampfadern behandeln lassen

    Krampfadern sind mehr als ein kosmetisches Problem. Unbehandelt werden sie immer größer, können sich entzünden und zu offenen Beinen führen. Aber es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten.

    Laserbehandlung von Krampfadern
    Vor der anstehenden Laserbehandlung der Krampfader punktiert Dr. Hans-Georg Liesaus unter Ultraschallkontrolle die Beinvene einer Patientin.
    Foto: Andrea Warnecke (Archivbild) - dpa

    Berlin (dpa/tmn). Wie ein Regenwurm schlängelt sich die Vene in mehreren Windungen das Bein entlang. Sie ist dunkelblau, fast schwarz, und wölbt sich aus der Haut heraus. Viele finden sie vermutlich hässlich. Doch sie ist vor allem eines: ein gesundheitliches Problem.

    Behandlung von Krampfadern
    Bei Krampfadern sind die Venenklappen kaputt, so dass das Blut gerade bei längerem Stehen und Sitzen von oben ins Bein versackt und sich in der Vene staut.
    Foto: Andrea Warnecke - dpa

    Handelt es sich um eine fortgeschrittene Krampfader - medizinisch Varikose genannt - sollte schnell eine Behandlung erfolgen.

    Stripping-Verfahren
    Beim Stripping-Verfahren wird die betroffene Stammvene in der Leiste freigelegt. Dann wird eine Sonde eingeführt, mit der die Stammvene aus dem Körper heraus gezogen wird (im Bild).
    Foto: Andrea Warne - dpa

    Normalerweise fließt das Blut in den Venen vom Fuß bis zum Herzen. Venenklappen sorgen dafür, dass das Blut von einer Klappe zur nächsten transportiert wird und nicht zurückfließt. «Bei Krampfadern sind diese Klappen kaputt, so dass das Blut gerade bei längerem Stehen und Sitzen von oben ins Bein versackt und sich unten in der Vene staut», erklärt Prof. Markus Steinbauer, Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin in Berlin. «Das führt dazu, dass sich die oberflächlichen Beinvenen erweitern.» Bevor die ersten Krampfadern sichtbar werden, sind die Beine oftmals geschwollen und fühlen sich schwer an.

    Dr. Hans-Georg Liesaus
    Dr. Hans-Georg Liesaus ist Facharzt für Gefäßchirurgie an der Ullsteinhausklinik in Berlin.
    Foto: Andrea Warnecke (Archivbild) - dpa

    «Unbehandelt werden Krampfadern immer größer. Und sie entwickeln sich auch nicht von selbst zurück», sagt Steinbauer. Langfristig können sich Krampfadern entzünden, zu bläulich-schwarzen Ablagerungen in der Haut, Hautverdickungen und schließlich zu offenen Beinen führen.

    Einführung einer Lasersonde
    Vor der eigentlichen Laserbehandlung bei Krampfadern wird eine Lasersonde in die Vene eingeführt und bis zur Leiste hochgeschoben.
    Foto: Andrea Warnecke - dpa

    Zunächst kommt in der Regel die Kompressionstherapie zum Einsatz. «Kompressionsstrümpfe drücken auf die Venen und verhindern, dass sie sich durch einen Blutrückstau weiten können», erläutert Norbert Frings von der Capio Mosel-Eifel-Klinik für Venenerkrankungen in Bad Bertrich. Besonders gut wirken die Kompressionsstrümpfe in Kombination mit regelmäßiger Bewegung. «Entscheidend ist, dass die Patienten täglich 20 bis 30 Minuten Sport treiben», rät Frings. Konsequent umgesetzt führe das zum Erfolg.

    Phlebektomie bei Krampfadern
    Mit der sogenannten Phlebektomie werden die Seitenäste einer Krampfader entfernt.
    Foto: Andrea Warnecke - dpa

    Wenn nur kleinere Seitenvenen betroffen sind, dann eignet sich die sogenannte Sklerosierung. «Indem man meist ein aufgeschäumtes Verödungsmittel in die Seitenvenen injiziert, wird eine akute Venenentzündung erzeugt, so dass die Venenwände von innen miteinander verkleben und sich verschließen», erklärt Prof. Hans-Henning Eckstein, Leiter der Gefäßchirurgie des Klinikums rechts der Isar an der Technischen Universität München.

    Facharzt für Gefäßchirurgie
    Dr. Hans-Georg Liesaus ist Facharzt für Gefäßchirurgie an der Ullsteinhausklinik in Berlin.
    Foto: Andrea Warnecke (Archivbild) - dpa

    Um lange Stammvenen zu behandeln, kommt die Radiowellen- oder Lasertherapie zum Einsatz. «Die Vene wird mit einer Nadel leicht angestochen, dann wird eine Sonde in die Vene eingeführt und bis zur Leiste hochgeschoben, und schließlich wird unter Ultraschallkontrolle von einem Radiowellen- oder Lasergerät kontrolliert Hitze auf die Veneninnenwand abgegeben», erklärt Hans-Georg Liesaus, Facharzt für Gefäßchirurgie an der Ullsteinhausklinik in Berlin. Durch die Hitze verklebt die Veneninnenwand, die Vene schrumpft zusammen, und das verbliebene Blut gerinnt.

    Wenn eine Stammvene zu breit und zu geschlängelt ist, kommt eine Operation infrage. «Beim etablierten Stripping-Verfahren legt man die betroffene Stammvene mit zwei kleinen Schnitten frei. Dann wird eine Sonde in die Vene eingeführt, mit der die Stammvene aus dem Körper herausgezogen wird», erklärt Liesaus. Eine neue Klappenkorrektur-Technik erhält die Stammvenen: «Dabei näht man kleine Kunststoffmanschetten um die defekten Venenklappen, so dass sie wieder schließen und die Stammvene erhalten bleibt», erläutert Frings. «Sollte Jahre später eine Bypass-Operation am Herzen notwendig sein, rettet diese Stammvene ein Leben.»

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    12°C - 23°C
    Montag

    12°C - 21°C
    Dienstag

    13°C - 22°C
    Mittwoch

    14°C - 25°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    UMFRAGE
    Beim Jahrmarkt: Lieber sicher oder lässig?

    Die Sicherheitsstrategie auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese ist weniger streng als im letzten Jahr. Hunderttausende werden dort zum Jahrmarkt erwartet. Wie finden Sie das?

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!