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    KölnSiegerin, aber nicht ohne Alternative: Die Pille wird 50

    Sie ist ein echte Siegerin: Seit die Antibabypille vor 50 Jahren (18. August 1960 in den USA) erstmals auf den Markt kam, hat sie sich in Deutschland zum mit Abstand beliebtesten Verhütungsmittel entwickelt.

    Verhütung
    Sicher im Bett: Pille und Kondom sind mit Abstand die beliebtesten Verhütungsmittel. (Bild: Diagentur/dpa/tmn)

    Mehr als jede zweite Frau (54 Prozent) zwischen 20 und 44 Jahren nahm im Jahr 2007 die Pille, bei den 20- bis 27-Jährigen lag die Quote sogar bei 72 Prozent. Das ergab eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln. Und mehr noch: Die Pille hat sozusagen Nachahmer. Der Vaginalring zum Beispiel beruht auf einem ähnlichen Prinzip - dem Körper werden Hormone zugeführt, die eine Schwangerschaft verhindern.

    Doch nicht jede Frau verträgt die Pille, die je nach Ausführung Östrogene und Gestagene (meistens Mikropille) oder nur Gestagene (Minipille) enthält. Anderen widerstrebt es, dauerhaft Hormone zu sich zu nehmen. Und Raucherinnen, Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko oder starkem Übergewicht sollten besser die Finger von der Pille lassen, erklärt Prof. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. Für diese Frauen gibt es andere Verhütungsmöglichkeiten - «alle haben Vor- und Nachteile», sagt Hannelore Sonnleitner-Doll, Ärztin bei pro familia in Frankfurt/Main. Hier ein Überblick:

    Kondom: Zu Kondomen gibt es keine Alternative bei wechselnden Partnern, sagt Pott. Denn sie schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Ein weiteres Plus für das Kondom: «Es ist das einzige Verhütungsmittel für den Mann.» Außerdem sei es leicht verfügbar, preiswert und habe keine Nebenwirkungen. Dafür kommen aber nicht alle Männer mit ihm klar, manche Paare stört es beim Sex.

    Femidom: Eine Alternative kann das Femidom sein, das Kondom für die Frau. Die Anwendung ist zwar anspruchsvoller als beim Kondom, erklärt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Dafür kann es bis zu zehn Stunden vor dem Sex eingesetzt werden und unterbricht das Liebesspiel nicht. Wie sicher es ist, hänge von der korrekten Handhabung ab.

    Kupferspirale: Rund 13 Prozent der Frauen verhüteten 2007 mit einer Spirale - damit liegt sie auf Platz drei der beliebtestens Methoden. Sie wird vom Frauenarzt in die Gebärmutterhöhle eingesetzt und kann dort bis zu drei Jahre bleiben, so der BVF. Vergleichsweise neu seien Spiralen mit Kupfer-Gold-Legierung, die teurer sind, dafür aber erst nach bis zu sieben Jahren ausgewechselt werden müssten, erklärt Sonnleitner-Doll.

    Die Spirale ist praktisch, doch sie hat auch Nachteile: «Die Periode kann häufiger auftreten und stärker ausfallen. Manche Frauen haben Schmerzen», sagt die pro-familia-Ärztin. Auch Entzündungen im Beckenraum und Eileiterschwangerschaften sind laut BZgA möglich. «Sie wird vor allem Frauen empfohlen, die bereits Geburten hinter sich haben und keine Kinder mehr möchten», sagt Pott.

    Hormonspirale: Auch sie muss vom Frauenarzt eingesetzt werden, kann aber laut pro familia bis zu fünf Jahre liegen bleiben. «Bei der Hormonspirale werden Gestagene lokal in die Gebärmutter abgegeben», erläutert Sonnleitner-Doll. Da kein Östrogen enthalten sei, komme die Hormonspirale unter Umständen auch für Frauen infrage, die auf die Pille verzichten müssen. «Das sollte man mit dem Arzt besprechen.»

    Auch die Hormonspirale kann zu Unterleibsentzündungen führen. Alle Anwenderinnen haben - meist dauerhaft - unregelmäßige Blutungen, erklärt die BZgA. Bei manchen Frauen bleibe sie ganz aus. Gerade am Anfang sind Kopfschmerzen, Schmierblutungen, Stimmungs- und Gewichtsschwankungen sowie Spannungsgefühle in der Brust möglich.

    Hormonimplantat, Dreimonatsspritze: Sie enthalten wie die Hormonspirale nur Gestagen. Auch sie können unter Umständen von Frauen verwendet werden, die aus gesundheitlichen Gründen besser auf Östrogene verzichten. Die Dreimonatsspritze wird in den Po gespritzt, Implantate werden am Oberarm unter die Haut gelegt. Letztere schützen laut BZgA bis zu drei Jahre vor einer Schwangerschaft.

    Der Vorteil: Die Frau muss nicht mehr an die Verhütung denken. Der Nachteil: Treten Nebenwirkungen auf - aufgrund des Gestagens kommt es der BZgA zufolge häufig zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen, Depressionen, Akne, Gewichtszunahme und Übelkeit -, können Spritze und Implantat nicht so einfach abgesetzt werden. Auch Zwischenblutungen seien häufig. Das Implantat könne außerdem verrutschen, warnt Sonnleitner-Doll. «Es ist dann schlecht auffindbar.»

    Natürliche Familienplanung (NFP): Bei NFP misst die Frau jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen ihre Körpertemperatur und trägt sie auf einem Kurvenblatt ein. Aus dem Verlauf der Kurve lassen sich die fruchtbaren Tage bestimmen. Ergänzend wird der Gebärmutterhalsschleim untersucht. An den fruchtbaren Tagen muss mit einer anderen Methode verhütet werden. NFP setzt voraus, dass Frauen Lust haben, sich intensiv mit ihrem Körper zu beschäftigen, sagt Pott. Interessierte sollten sich vorher ausführlich beraten lassen. Die Sicherheit hängt von der korrekten Anwendung ab.

    Verhütungscomputer: Bei der Verhütung mit Hormoncomputern messen Frauen über Teststäbchen die Konzentration eines bestimmten Hormons im Morgenurin. Daraus errechnet der Computer die fruchtbaren Tage. Das Problem: Spermien können fünf bis neun Tage überleben, sagt Sonnleitner-Doll. Wer kurz vor den fruchtbaren Tagen Sex hatte, kann daher schwanger werden.

    BZgA-Materialien zu Verhütung: dpaq.de/bzga_verhuetung

    pro-familia-Broschüren: dpaq.de/profamilia_verhuetung

    Infos vom Frauenärzte-Portal: www.frauenaerzte-im-netz.de/de_verhuetung_45.html

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