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    RostockSennewald gibt Stasi-Tätigkeit zu

    Nadja Drygallas Fürsprecher Hans Sennewald ist von einem unrühmlichen Teil seiner Vergangenheit eingeholt worden. Der mehrfache Weltmeister und Olympia-Dritte im Deutschland-Achter 1992 in Barcelona hat eine frühere Mitarbeit beim DDR-Ministerium für Staatssicherheit bestätigt.

    Hans Sennewald
    Hans Sennewald ist der Vorsitzende des Landesruderverbandes Mecklenburg-Vorpommern.
    Foto: Bernd Wüstneck - DPA

    «Die damalige Tätigkeit für das MfS ist Teil meiner Biografie, der ich mich nun auch in der Öffentlichkeit stellen muss. Mit dem 'Fall Drygalla' hat dieser Sachverhalt rein gar nichts zu tun», teilte Sennewald der Nachrichtenagentur dpa über seinen Rechtsanwalt Rainer Cherkeh mit.

    Sennewald, der Präsident des Landesruderverbandes Mecklenburg-Vorpommern und zugleich Vereins-Vize des Rostocker Ruderklubs ist, saß noch am Dienstag in Hannover mit Siegfried Kaidel, dem Präsidenten des Deutschen Ruderverbandes (DRV), am Tisch. Da ging es um die Fortsetzung der leistungssportlichen Karriere von Drygalla, die von den Olympischen Spielen in London vorzeitig abgereist war, als ihre Beziehung mit einem früheren NPD-Landtagskandidaten publik wurde. Kaidel reagierte am Donnerstag überrascht. «Wir wissen von diesen Anschuldigungen erst seit gestern Abend. Der Vorstand wird zeitnah diesen Sachverhalt bewerten.»

    Der DRV stellte sich voll hinter Drygalla und beantragte eine Sportförderung bei der Bundeswehr. Dieser Antrag, der auch vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) getragen wird, wird derzeit geprüft.

    Derweil will der Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern den Fall Sennewald gründlich untersuchen. «Also erstens verurteilen wir natürlich jede Zusammenarbeit mit der Stasi, das kann nicht akzeptiert werden. Zweitens, wenn so etwas für einen Angestellten oder Beamten im Öffentlichen Dienst vorkommt, dann heißt es, Einzelfallprüfung. Und das erwarte ich auch für ein Ehrenamt», sagte der LSB-Vorsitzende Wolfgang Remer der dpa. Remer will noch in dieser Woche ein persönliches Gespräch mit Sennewald führen, denn «Sennewald ist für uns ein wertvoller Mitstreiter, er ist einer der profiliertesten Präsidenten eines Landesfachverbandes.»

    In einem Bericht der Tageszeitung «Die Welt» wird Sennewald eine fünfjährige Tätigkeit bis 1989 als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi vorgeworfen. Sennewalds Anwalt betonte, es sei «sachlich zutreffend, dass unser Mandant - damals Anfang 20, frisch verheiratet, Ehefrau schwanger, internationale Erfolge im Rudersport - sich in 1984, nach langem Drängen gegenüber dem MfS verpflichtet hatte.» Der letzte tatsächliche Kontakt zwischen Sennewald und einem Vertreter des MfS sei 1987 gewesen. Das MfS habe mit ihm über seinen damaligen Trainer sprechen wollen, was er entschieden ablehnte.

    Sennewald, dessen Tochter Ulrike in London mit Drygalla im Deutschland-Achter ruderte, zeigte Reue. «Aus heutiger Sicht unseres Mandanten hätte er sich dem damaligen Druck nicht beugen sollen. Die Wahl, auch 'nein' zu sagen, sah er damals aber nicht», teilte der Anwalt mit.

    Die Verdienste von Sennewald als aktiver Ruderer oder als Sportfunktionär in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern sind enorm. Nach der politischen Wende 1989 gründete Sennewald, der Betriebswirtschaft studierte und heute als Steuerberater arbeitet, den Olympischen Ruderklub Rostock. 1992 holte er in Barcelona Olympia-Bronze im Deutschland-Achter, nachdem er schon 1982 für die DDR WM-Gold im Vierer gewann und diesen Coup 1985 wiederholte.

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