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  • Semi-Rocker: Tiefschneetechnik für die Massen

    München (dpa/tmn). Im Tiefschnee sind sie eine feste Größe, nun sollen Semi-Rocker die Pisten stürmen. Fast alle Hersteller auf der Internationalen Wintersportmesse ispo (7. bis 10. Februar) in München präsentieren die pistentauglichen breiten Ski mit aufgebogener Schaufel.

    «Das ist jetzt das große Thema quer durch die gesamte Industrie», sagte Andreas König von den Freunden des Skisports im Deutschen Skiverband. Die neuen Modelle sollen durch die Rocker-Form mäßig guten Fahrern Schwünge erleichtern und Stürze ersparen, zugleich aber durch neue Materialien auch auf hart planierten Pisten stabil und ruhig laufen.

    Die Rocker-Technik ist bei Tiefschnee-Ski seit Jahren verbreitet. Die Schaufel ist dabei stark aufgebogen, damit die Spitze nicht in den Schnee eintaucht. Außerdem ist der Kontaktpunkt, ab dem der Ski auf dem Schnee aufliegt, nach hinten versetzt. Dadurch wird die Auflagefläche kürzer, der Ski lässt sich leichter drehen - und verkantet bei Fahrfehlern nicht so schnell.

    Im Gegensatz zu den reinen Tiefschnee-Rockern hätten die neuen, pistentauglichen Modelle aber eine Vorspannung, erklärte König. Zusätzlich verstärken viele Hersteller die Ski mit stabilisierenden Elementen wie Titanium-Einlagen. «Rennsportliche Ski» würden die neuen Semi-Rocker dadurch aber nicht, bei hohen Geschwindigkeiten seien sie unruhiger als herkömmliche Ski ohne Rocker.

    Die Pisten-Rocker sollen keine Spielerei für Anfänger sein, sondern laut den Herstellern auch fortgeschrittenen Fahrern Spaß bieten. Wenn der Fahrer die Kante belastet und den Ski durchdrückt, komme die ganze Kantenlänge zum Tragen. So erlaubten die breiten, taillierten Ski auch Carven. Und für Tiefschnee-Fans könnten die Semi-Rocker ein interessanter Kompromiss sein, sagte König. «An wie vielen Tagen im Jahr habe ich denn in den Alpen die idealen Bedingungen zum Powdern?» Und nur dann machten reine Rocker ohne Vorspannung Sinn.

    Die Hersteller sehen die neuen Rocker für Piste und Gelände als «eierlegende Wollmilchsau», die alle Fahrer ansprechen soll. Manche sagen bereits voraus, dass die Rocker-Technik die Skibranche genauso revolutionieren wird wie vor einigen Jahren die Carving-Technik. Andere sind skeptisch und ziehen vorerst noch nicht mit. «Auf der Piste macht die Rocker-Technik wenig Sinn», sagt zum Beispiel Christoph Ebert vom Kompetenzzentrum Sport Gesundheit Technologie Garmisch-Partenkirchen. Wer recht behält, wird sich ab Herbst in den Sportgeschäften zeigen.

    Weitere Infos zur Messe: www.ispo.com

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