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    GrenobleSchumacher zeigt «Momente des Erwachens»

    Michael Schumacher kämpft sich zurück ins Leben und wacht allmählich aus dem künstlichen Koma auf.

    Hoffnung
    Die Aussagen vom Management über Michael Schumacher geben Anlass zur Hoffnung.
    Foto: Jens Buettner - DPA

    «Er zeigt Momente des Bewusstseins und des Erwachens», teilte seine Managerin Sabine Kehm mit - 96 Tage nach dem lebensgefährlichen Sturz des Formel-1-Rekordweltmeisters beim Skifahren in seinem Winterdomizil Méribel.

    Mèribel
    Irgendwo in diesem Skigebiet verlässt der begeisterte Hobby-Sportler die ausgewiesene Piste.
    Foto: David Ebener - DPA

    Weitere Angaben zum Zustand des 45-Jährigen, der nach einer Notoperation am Unglückstag ins künstliche Koma versetzt worden war, machte Kehm nicht. Allerdings sagte sie: «Michael macht Fortschritte auf seinem Weg.» Seit dem schweren Ski-Unfall am 29. Dezember hatte Kehm immer wieder klargestellt, dass es offizielle Mitteilungen nur bei entscheidenden Veränderungen von Schumachers Zustand geben würde. Dies war jetzt offensichtlich der Fall.

    Unfallort
    Bei langsamer Fahrt stürzt Schumacher und schlägt mit dem Kopf auf einem der Steine auf. Photo: David Ebener
    Foto: David Ebener - DPA

    Das sei eine «sehr gute Nachricht», sagte Kumpel Sebastian Vettel nach dem Freitagstraining in Bahrain. «Für uns hier in der Formel 1, aber vielmehr für die Familie sind das schwierige Wochen gewesen, da ist es schön zu hören, dass es bergauf geht.»

    Erfahren
    Mit dem Skifahren begann der Motorsport-Star schon als aktiver Rennfahrer, am Unfalltag trug er eine Helmkamera.
    Foto: Giorgio Benvenuti - DPA

    «Gute Nachrichten heute aus Grenoble», twitterte umgehend Schumachers ehemaliger Formel-1-Rennstall Mercedes vom Grand Prix aus dem fernen Bahrain. «Ich bin sehr froh über die guten Neuigkeiten», sagte sein früherer Teamkollege, der aktuelle Formel-1-Spitzenreiter Nico Rosberg. «Wir hoffen, dass es die erste von weiteren kommenden positiven Nachrichten ist», erklärte ein Sprecher von Ferrari. «Es gibt nicht einen Tag, an dem wir nicht an Michael denken», betonte er. Schumacher hatte fünf seiner sieben Titel mit Ferrari geholt.

    Grenoble
    Seit dem 29. Dezember liegt Schumacher im Krankenhaus von Grenoble.
    Foto: Guillaume Horcajuelo - DPA

    Beim Großen Preis von Bahrain an diesem Wochenende trägt die erste Kurve Schumachers Namen. Dort steht zudem in riesigen Buchstaben auf englisch «Our thoughts and prayers are with you Michael» («Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei bei Dir»).

    Medienauflauf
    Hunderte von Journalisten belagerten in den ersten Wochen das Hospital.
    Foto: Ian Langsdon - DPA

    «Wir bedanken uns herzlich für die ungebrochene Anteilnahme», schrieb Kehm in ihrer in drei Sprachen verfassten Mitteilung. «Zugleich bitten wir erneut um Verständnis, dass wir auf Details nicht eingehen möchten, um Michaels Privatsphäre und die seiner Familie zu schützen und das Ärzteteam in Ruhe arbeiten zu lassen.»

    Offiziell
    Um den zum Teil wilden Spekulationen entgegenzuwirken, gibt Sabine Kehm unermüdlich offizielle Stellungnahmen.
    Foto: Guillaume Horcajuelo - DPA

    Wegen des weltweiten Interesses am Schicksal des erfolgreichsten Piloten in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse hatte Schumachers Ehefrau Corinna schon Anfang Januar eindringlich gefordert, die Mediziner im Krankenhaus von Grenoble und ihre Familie in Ruhe zu lassen.

    Schuldlos
    Nach einer Untersuchung des Unfalls teilt die Staatsanwaltschaft mit: Den Familienvater trifft keine Schuld.
    Foto: Ian Langsdon - DPA

    Immer wieder machten Spekulationen über Schumachers Zustand in den vergangenen Wochen die Runde. Denn lange Zeit gab es praktisch keinen neuen Stand zur Situation des gebürtigen Kerpeners. Die Fakten blieben erstmal dieselben: Schumacher war zwei Tage vor dem Jahreswechsel mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt, nachdem er unmittelbar neben einer markierten Piste einen leicht zugeschneiten Stein nicht gesehen und die Kontrolle über die geliehenen Skier verloren hatte.

    Geburtstag
    Am 3. Januar, Schumachers Geburtstag, kommen einge Hundert Fans zum Krankenhaus nach Grenoble.
    Foto: Guillaume Horcajuelo - DPA

    Er erlitt bei dem Aufprall trotz seines Helms ein schweres Schädel-Hirntrauma. Zu schnell war er nicht gefahren, hatten die Ermittler festgestellt. Hinweise auf ein Fremdverschulden und strafbares Verhalten gab es auch nicht.

    Geburtstagswünsche
    Ein Tifoso hat seine Wünsche in Deutsch auf eine Karte geschrieben.
    Foto: David Ebener - DPA

    Schumacher wurde wenige Stunden nach dem Sturz notoperiert, der Kampf um sein Leben hielt auch danach noch an. Sein Zustand stabilisierte sich nur langsam. Ende Januar leiteten die Ärzte die Aufwachphase ein. Sie reduzierten die Narkosemittel, um Schumacher aus dem künstlichen Koma zu holen, in dem er auch eine in dieser Phase nicht unübliche Lungenentzündung überstand.

    Illumination
    «Stay strong! Keep Fighting!»: Sogar mit einer Lichtprojektion übermitteln die Fans ihr Genesungswünsche.
    Foto: David Ebener - DPA

    Der Kerpener wird sich nach Expertenansicht wohl nicht an seine Zeit im Koma erinnern können. «Es gibt für die Zeit des Komas praktisch immer eine Erinnerungslücke», sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin, Andreas Ferbert, der Nachrichtenagentur dpa.

    Crew
    Die Ferrari-Crew ist bei den Tests für die neue Saison in Spanien mit dem Herzen bei ihrem Ex-Weltmeister.
    Foto: Roman Rios - DPA

    Zuletzt hatte sich Managerin Kehm mit einem offiziellen Statement am 12. März zu Wort gemeldet. «Wir sind und bleiben zuversichtlich, dass Michael da durch gehen und aufwachen wird. Es gibt immer wieder kleine Anzeichen, die uns Mut machen. Aber wir wissen auch, dass wir geduldig sein müssen», hatte sie damals geschrieben. Am Donnerstag sprach sie erneut von Anzeichen, die «uns Mut machen».

    Anteilnahme
    In Spa, wo der Rekordweltmeister 1992 seinen ersten GP gewann, machen sich im Januar tausende Fans gegenseitig Mut.
    Foto: Olivier Hoslet - DPA

    «Wir bleiben zuversichtlich», betonte sie nun in ihrer jüngsten Mitteilung. Ohne irgendwelche Prognosen abzugeben, sprach sie auch den Medizinern des Unikrankenhaus der ehemaligen Olympia-Stadt noch einmal klar das Vertrauen aus. «Wir stehen ihm bei seinem langen und schweren Kampf zur Seite, gemeinsam mit dem Team des Krankenhauses in Grenoble.» Spekulationen, dass Schumacher womöglich verlegt werden könnte, hatte Kehm schon am Vortag klar dementiert.

    Heimat
    Der Zaun um die Kartbahn in Schumachers Heimat Kerpen ist mit Devotionalien behängt.
    Foto: Marius Becker - DPA

    Ferrari-Grußbotschaften

    Infos zu Schumacher auf Formel-1-Seite, englisch

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