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    Schicksalsflug am Valentinstag: Die Suche nach der Wahrheit

    Am Anfang sieht alles recht einfach aus: 14. Februar 1945, Seriennummer 41-31710, 387. Bomb Group (BG), 557. Squadron (Staffel), Startplatz A-71, Clastres/Frankreich, Angriff Rheinbrücke Engers, Missing Aircrew Report (MACR) 12341, Typ B-26 B 21, 16.50 Uhr, 98 Prozent Bruch, nächste Ortschaft Sayn … Es dürfte die zweimotorige Marauder des Co-Piloten 2. Lt. Carl Heline sein.

    Doch je tiefer die Recherchen zurück in die Bombentage der letzten Kriegsmonate reichen und heimische Luftkriegsexperten auf Anfrage bereitwillig ihre Unterlagen sichten und Telefonate und Mails geduldig beantworten, umso klarer wird: Das vermutete Sayn kann es nicht. Denn unermüdlich sendet Matthew Botkin, der Neffe von Carl Heline, aus seinem bei der Suche nach dem Verbleib seines Onkels ständig angewachsenen Archiv Aussagen von Besatzungsmitgliedern, Kopien von einst als „Geheim“ eingestuften US-Reports, deutsche Meldungen oder Aufzeichnungen aus dem Traditionsverband der 387. Bomb Group. So lässt sich nachlesen, dass die 41-31710-Kennzeichnung von Helines B-26 auch mal einer der sieben anderen beim Angriff abgeschossenen Marauder zugeordnet wird (MACR 12385). In einem weiteren Report stehen falsche Besatzungsmitglieder oder es werden Helines Kameraden teilweise für tot erklärt.

    Von dem letztendlich durch die Besatzungs- und Zeugenaussagen verifizierten Absturzort der „General Sherman“ hat auch der Bad Hönninger Luftkriegsfachmann Heinz Jirusek gehört, so aus den Unterlagen eines jetzt im Ausland lebenden Urmitzer Bürgers. 1945/46 forscht Calvin Kelley, der beste Freund des Co-Piloten vor Ort und findet noch einen Zeugen, der die Bruchlandung verfolgt hat.

    Keine Mühen bei der Unterstützung der Recherche scheut der Koblenzer Geschichtswissenschaftler und Autor Dr. Helmut Schnatz („Der Luftkrieg im Raum Koblenz“). Von 2005 bis 2009 gehörte dieser der Historikerkommission an, die den Luftangriff auf Dresden am 13./14. Februar 1945 untersuchte. Schnatz liefert viele Details und weiß anhand seiner Unterlagen vom Luftgaukommando XIV, dass 76 Marauder die Rheinbrücke in einer Flughöhe von 2800 bis 4000 Metern in zwei Wellen zu je sechs Verbänden angriffen. Zwei Treffer auf die Brücke, zwei auf die linksrheinische Auffahrt und einer auf den linksrheinischen Brückenturm werden bestätigt. Die US-Zahlen von 112 Flakgeschützen (8,8 cm) hält Luftkriegsexperte Wolfgang Gückelhorn (Bad Breisig) für zu hoch gegriffen. Klarheit könnte nur die im Freiburger Militärarchiv vorhandene Flakkarte bringen.

    Von den acht abgeschossenen Maraudern – 24 Tote und 25 Kriegsgefangene – gibt es laut Matthew Botkin neben der „Sherman“ im Engerser Feld noch Abstürze bei Bubenheim, Kruft, Bonefeld, Echternach/Luxemburg und Weißenthurm an der Nette Brauerei (2010 wird am heutigen Seniorenheim ein noch vermisster Flieger geborgen). Eine weitere B-26 geriet getroffen außer Sicht in Richtung Mendig.

    In Sayn sind zwei Absturzstellen bekannt: In der Nähe des Sayner Bahnhofs und im Hang unterhalb des Lokals Meisenhof. An einer dieser Stellen könnte als 8. Maschine die B-26 von Lt. Robert Meppen von der 344. BG (MACR 12385/Serien-Nr. 42-95900) aufgeschlagen sein; Meppen überlebte mit zwei Kameraden, drei starben. Olaf Goebel

    Wer weitere Hinweise zu den Abstürzen im Engerser Feld (nahe Stein- und Kannsee) oder Sayn geben kann, sollte sich mit der Redaktion Neuwied, rz-neuwied@rhein-zeitung.net, in Verbindung setzen.

    Von der SS getötet: Abschied vom Bruder nach 72 JahrenEngerser Brücke: Helines letzter Einsatz
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