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    GelsenkirchenSchalke nun gegen Bilbao - Huntelaar trifft und trifft

    Auf Schalke-Manager Heldt kommen schwierige Zeiten zu. Zwar überwiegt die Freude über Huntelaars Topform und Torgala, aber die angekündigten Vertragsverhandlungen werden wohl nicht einfach. Auf dem Weg durch Europa geht es nun erstmal gegen Bilbao.

    Unbezahlbar
    Der Schalker Klaas-Jan Huntelaar steigerte wieder einmal seinen Marktwert.
    Foto: Friso Gentsch - DPA

    So ausgelassen hat Klaas-Jan Huntelaar mit den Schalker Fans noch nie gefeiert. Nach der Drei-Tore-Gala gegen seine Landsleute streifte der niederländische Topstürmer das grüne Torwarttrikot von Enschedes Ersatzkeeper Sander Boschker über und erklomm mit der Trophäe die Nordkurven-Tribüne.

    Völlig losgelöst inszenierte der ansonsten zurückhaltende Torjäger nach dem 4:1 (1:1)-Kraftakt gegen den FC Twente mit den Fans eine königsblaue Party und feierte den Einzug ins Viertelfinale der Europa League.

    In der Runde der besten Acht empfängt der Revierclub am 29. März Athletic Bilbao und muss am 5. April in die baskischen Hauptstadt reisen. «Ein hartes Los», meinte Manager Horst Heldt. «Sie haben zweimal verdient gegen Manchester United gewonnen - das sagt viel über die Stärke von Bilbao aus», sagte Trainer Huub Stevens. Im Halbfinale hieße der Gegner Sporting Lissabon oder Metalist Charkow.

    Schalkes Erfolgsgarantie auch in Europa hieß zuletzt Huntelaar. Nach dem Krimi gegen Twente war die überschäumende Ausgelassenheit des «Hunters», der seine Saisontore 35 bis 37 (36 Pflichtspiele) markierte, verständlich. «Wir wollten unbedingt weiterkommen», sagte der 28 Jahre alte Torjäger nach seiner Gala.

    Nach der 0:1-Hinspiel-Hypothek, dem Ärger über «Witz-Rot» für Joel Matip, der dann doch mitspielen durfte, und den ungerechten Elfmeter war das 4:1 im Rückspiel wie eine Erlösung. Doch nach zähem Beginn und dem 0:1-Nackenschlag von Willem Janssen (14.) war eine außergewöhnliche Energieleistung nötig, um das Aus abzuwenden.

    Selbst Stevens, der dem Team in der Pause den Marsch blies, war verzückt. «Ein großes Bravo, dass sie das so umgesetzt haben. In der zweiten Hälfte haben wir gezeigt, wer hier Herr im Stadion ist», befand der Trainer stolz. Heldt war ebenso begeistert wie die Fans auf den Rängen und schwärmte: «Das war exzellent, enorm, bravourös.»

    Huntelaar brachte die ausverkaufte Arena nach seinem Ausgleich (29.) mit dem Handelfmeter-Tor (57.) zum Kochen. «Hätte ich den nicht gemacht, wäre es sehr schwierig geworden», gab Huntelaar zu. Mit dem Treffer zum 3:1 (71.) stellte Jermaine Jones, Abräumer und Antreiber in Personalunion, erstmals den notwendigen Zwei-Tore-Vorsprung her, ehe Huntelaar (81.) mit seinem dritten Streich die letzten Zweifel beseitigte. «Im zweiten Durchgang haben wir das beste Schalke in dieser Saison gesehen», sagte Jones nach seinem ersten Saisontor.

    Zwar ist auch Heldts Freude über Huntelaars Topform groß. Doch Schalkes Verhandlungsposition wird nicht leichter. «Ob ich jetzt mit jedem Tor teurer werde, weiß ich nicht. Da müssen sie Horst Heldt fragen», sagte der für Europas Topclubs immer interessantere Huntelaar nach seinem 13. Treffer in der Europa-League-Saison.

    Heldt kündigte an, den 2013 endenden Kontrakt mit Huntelaar noch vor der EM im Sommer verlängern zu wollen. Doch ihm schwant, dass es nicht leicht und schon gar nicht preiswert wird. Dass die Verlängerung mit Huntelaar wichtiger sei als die mit Raúl oder Jefferson Farfán, mochte Heldt nicht bestätigen. Es gäbe «keine Priorität», sagte er, wirkte aber wenig überzeugend. Bei Farfán und Raúl stehen die Zeichen anscheinend auf Abschied zum Saisonende.

    Die eingesparten Millionen-Beträge sollte Schalke in Huntelaar investieren, der sportlich den größten Wert besitzt. Ein Stürmer seiner Qualität ist auf dem freien Markt für Schalke unbezahlbar. Huntelaar wird sich damit wohl erst beschäftigen, wenn Schalke die Qualifikation für die Champions League sicher hat. Womöglich wird er die EM noch abwarten: «Für mich ist nur wichtig, Tore zu schießen. Der Rest interessiert mich jetzt nicht.»

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