40.000
  • Startseite
  • » RZ-Kommentar: Müssen wir uns wirklich keine Sorgen um die Brücke machen?
  • Aus unserem Archiv

    RZ-Kommentar: Müssen wir uns wirklich keine Sorgen um die Brücke machen?

    Manfred Ruch zur Sicherheit der Hochmoselbrücke

    Koalitionsfrieden - das ist wahrlich das letzte Wort, das mir einfällt, wenn es um die Hochmoselbrücke geht. Es dürfte den Autofahrern reichlich egal sein, ob Rot und Grün sich über dieses Mammutprojekt noch einmal verkrachen.

    Sie wollen einfach nur wissen: Ist dieses gigantische Bauwerk ordentlich geplant worden? Wird es wirklich auf sicherem Grund gebaut? Und: Wieso spricht man über all das erst jetzt, obwohl die Arbeiten schon lange begonnen haben?

    Es erscheint völlig unerklärlich, dass mitten in der Bauphase plötzlich Fragen auftauchen, die bei jedem Hausbau undenkbar wären: dass man beim Baustart noch nicht genau weiß, wie es unten in der Erde aussieht. Im Falle der Hochmoselbrücke geht es um Wasser. Es geht um hydrologische Herausforderungen in einem Rutschhang, der von Experten als extrem schwieriges Gelände bezeichnet wird. Ein neues Gutachten soll her - angeblich schon im Sommer eine beschlossene Sache. Nur: Wieso wird dies ausgerechnet jetzt in Auftrag gegeben, wo der öffentliche Druck auf die Landesregierung massiv wächst? Und: Was bedeutet es für dieses Bauwerk, dass offenbar noch wichtige Informationen fehlen? Droht hier eine Kostenexplosion?

    Das sind wahrlich keine unverschämten Fragen, die sich die Öffentlichkeit in diesem Falle stellt. Doch in einem Moment, da völlige Transparenz in der Kommunikation vonnöten wäre, glänzt die Landesregierung seit Wochen durch eine, gelinde gesagt, nicht nachvollziehbare Informationspolitik. Die Tatsache, dass ein kritischer Experte wie der Chef des Geologischen Landesamts vom Wirtschaftsministerium verdonnert wurde, öffentlich künftig nichts mehr zu dem Thema zu sagen, steigert auch nicht gerade die Zuversicht, dass sich beim Bau der der Hochmoselbrücke alles im grünen Bereich befindet.

    Das einzig Richtige in dieser Lage wäre eine schnelle Kommunikationsoffensive gewesen. Auf einer Pressekonferenz hätten Minister(innen) und Ingenieure der Baufirmen erklären können, was es mit den angeblichen Problemen im Rutschhang auf sich hat - und warum wir uns alle keinerlei Sorgen machen müssen.

    Stattdessen wächst die Sorge, dass man uns scheibchenweise ein paar unangenehme Wahrheiten präsentieren wird. Und die Verärgerung darüber, dass eine Baufirma sich auf die Wahrung von Betriebsgeheimnissen berufen kann bei einem Projekt, das ganz allein der Steuerzahler finanziert.

    E-Mail: manfred.ruch@rhein-zeitung.net

    Georg Wieber wird neuer Chefgeologe für Rheinland-PfalzGegen den Willen der Ministerin: Geologe Harald Ehses will alte Stelle zurückUnbekannte dringen in Baustelle an Hochmoselbrücke einArbeiten an Stahlüberbau für Hochmoselbrücke verzögern sichWer folgt auf Ehses? Landesamt für Geologie noch immer ohne Chef weitere Links
    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    12°C - 23°C
    Montag

    12°C - 21°C
    Dienstag

    13°C - 22°C
    Mittwoch

    14°C - 25°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    UMFRAGE
    Beim Jahrmarkt: Lieber sicher oder lässig?

    Die Sicherheitsstrategie auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese ist weniger streng als im letzten Jahr. Hunderttausende werden dort zum Jahrmarkt erwartet. Wie finden Sie das?

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!