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    Rund 100 Tote nach Erdbeben in Indonesien

    Die Erde in Indonesien kommt nicht zur Ruhe. Nun erschüttert ein Beben der Stärke 6,4 die Region. Das Fatale diesmal: Der Erdbebenherd liegt nur knapp unter der Erdoberfläche.

    Trümmer
    Die Behörden fürchten, dass noch Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sind.
    Foto: Hotli Simanjuntak - dpa

    Jakarta (dpa). Dutzende Tote, zerstörte Häuser, aufgerissene Straßen: Ein heftiges Erdbeben hat in Indonesien viele Menschen das Leben gekostet und schwere Verwüstungen angerichtet. Die Zahl der Todesopfer stieg nach dem Beben vor der Nordküste der Insel Sumatra auf mindestens 97.

    Erste Hilfe
    Hunderte wurden verletzt.
    Foto: Hotli Simanjuntak - dpa

    Mindestens 300 Einwohner der leidgeprüften Provinz Aceh wurden verletzt, 73 von ihnen schwer, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Es sei zu befürchten, dass viele Einwohner noch unter den Trümmern eingeschlossen sind. Rettungskräfte suchten nach Überlebenden.

    Beben in Aceh
    Der Erdbebenherd lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS nur acht Kilometer unter der Erdoberfläche.
    Foto: Hotli Simanjuntak - dpa

    Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, die deutsche Botschaft in Jakarta habe keine Hinweise darauf, dass sich Deutsche in der Region aufgehalten haben. Vollkommene Gewissheit gebe es jedoch noch nicht.

    Überfüllt
    Vor den Krankenhäusern des Bezirks leisteten Ärzte auf der Straße Erste Hilfe.
    Foto: Hotli Simanjuntak - dpa

    Bundespräsident Joachim Gauck kondolierte dem Präsidenten der Republik Indonesien, Joko Widodo: „Ich spreche Ihnen, auch im Namen meiner Landsleute, meine tief empfundene Anteilnahme aus“. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel übermittelte ihr „aufrichtiges Beileid“.

    Trümmerfeld
    Diesmal lag das Epizentrum des Bebens nicht wie 2004 vor der Westküste Sumatras, sondern in einer Bucht an der Nordküste.
    Foto: Hotli Simanjuntak - dpa

    Das Beben der Stärke 6,4 überraschte die rund 130 000 Einwohner um kurz nach 5.00 Uhr. Viele von ihnen bereiteten sich auf das Morgengebet vor. Anwohner berichteten, dass zahlreiche Menschen in Panik auf die Straße gerannt seien. Die Region war am zweiten Weihnachtstag 2004 von einem verheerenden Erdbeben mit Tsunami erschüttert worden. Damals starben dort rund 180 000 Menschen. Seitdem gab es zahlreiche weitere Beben.

    Anders als vor zwölf Jahren lag das Epizentrum des Bebens diesmal allerdings nicht vor der Westküste Sumatras, sondern in einer Bucht an der Nordküste. Tsunami-Gefahr bestand nicht. Im betroffenen Distrikt Pidie Jaya rund 100 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Banda Aceh leben mehr als 130 000 Menschen.

    „Wir haben drei Bagger in die zerstörten Bezirke geschickt, die Betonwände heben können“, sagte Katastrophenschutz-Chef Suyitno, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt. Mindestens 125 Wohnungen, 105 Geschäfte und 14 Moscheen seien zerstört.

    Fernsehsender zeigten zahlreiche eingestürzte Häuser und meterhohe Trümmerberge. Vor den Krankenhäusern leisteten Ärzte auf der Straße erste Hilfe, wie der stellvertretende Distriktchef Said Muyadi sagte. Die Menschen hätten Angst vor Nachbeben und trauten sich deshalb nicht in Gebäude.

    Der Erdstoß war gemessen an früheren Katastrophen in der Region recht leicht. Der Erdbebenherd lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS allerdings nur acht Kilometer unter der Erdoberfläche.

    Das verheerende Beben 2004 hatte eine Stärke von 9,1. Die größte Zerstörung verursachten damals die meterhohen Tsunamiwellen. Rund um den Indischen Ozean kamen mehr als 230 000 Menschen um.

    Erdbebenwarte USGS

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