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  • Rückschlag für Lange: Ohne «Mutter der Kompanie»

    Whistler (dpa). Ohne seine wichtigste Bezugsperson im Team ist der olympische Gold-Hattrick von Deutschlands Fahnenträger André Lange im Viererbob gefährdet.

    Am 15. Februar wartete der Ausnahmepilot in Whistler vergeblich auf die Ankunft seines Teamkollegen René Hoppe. Die «Mutter der Kompanie», wie Lange seinen langjährigen Anschieber bezeichnet, fällt für die olympischen Vierer-Rennen am 26./27. Februar aus, die zugleich zum krönenden Abschluss der Lange-Karriere werden sollen. Eine aufgebrochene, alte Muskelverletzung in der Wade bremste den Anschieber aus.

    «Das ist eine Tragödie. Ich bin maßlos enttäuscht. Für dieses Rennen in Vancouver habe ich in der Vorbereitung sehr hart gearbeitet. Ich war topfit. Auch für mein Team tut es mir unendlich leid. Ich hoffe, sie zeigen eine Trotzreaktion und kommen mit Gold zurück. Ich drücke ihnen ganz fest die Daumen», wurde der enttäuschte Hoppe auf der Homepage des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) zitiert.

    Für Lange ist es ein schwerer Verlust bei seiner Abschiedsvorstellung. Nicht unbedingt sportlich, sondern vielmehr menschlich. Denn bei Hoppe liefen alle Fäden zusammen. Er plant, tüftelt, organisiert - und: er bändigt auch mal die «Wildpferde» (Lange) Kevin Kuske und Martin Putze. Für den erfahrenen Hoppe wird der junge Alexander Rödiger nachrücken. Der 24-Jährige, der mit Lange 2009 WM-Zweiter im Vierer geworden war, gehört zum Oberhofer Team und sollte aufgrund seiner starken Startleistungen bei Karl Angerer aus Königssee für Olympia «aushelfen».

    Anpassungsprobleme wird es für Rödiger im Lange-Team nicht geben, da er im Oberhofer Bob genügend Wettkämpfe bestritten und auch schon Weltcupsiege gefeiert hat. Auch sportlich ist er unumstritten und war mit Hoppe leistungsmäßig auf einem Level. Bereits in der Olympia- Vorbereitung musste Lange sich mit dem Trainer-Team zwischen Rödiger und Hoppe entscheiden. Nachdem im Vorjahr bei der WM in Lake Placid Rödiger den Vorzug erhielt, fiel vor Vancouver die Entscheidung für Hoppe - bis das Aus kam.

    Eine Umbesetzung muss es nun auch bei Karl Angerer geben. Für Rödiger rückt Olympia-Ersatzmann Andreas Bredau aus Halle/Saale im großen Schlitten nach. «Für uns ist es schade, denn wir haben uns mit Alexander Rödiger bestens verstanden, aber Deutschland I hat natürlich Vorrang. Doch mit Andreas Bredau kommen wir genauso gut klar», sagte Angerer.

    Im Zweierbob wird Lange wie gewohnt mit seinem Stammanschieber Kevin Kuske an den Start gehen. Die Rennen im kleinen Schlitten beginnen am 20. Februar.

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