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    Frankfurt/MainRoth: Wusste nichts von Kempters Geldstrafe

    Weder der damalige Schiedsrichter-Boss Volker Roth noch Ex-Lehrwart Eugen Strigel haben etwas von der früheren Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung für Referee Michael Kempter gewusst.

    Vorwürfe
    Gegen den ehemaligen Schiedsrichter Michael Kempter wird ermittelt.
    Foto: Franziska Kraufmann - DPA

    «Ich habe es erst diesen Mai oder April von Manfred Amerell erfahren», sagte der 69-Jährige Roth, der bis zum Mai 2010 Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses im Deutschen Fußball-Bund (DFB) war, der Nachrichtenagentur dpa. Kempter ist einer der Unparteiischen, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt.

    Der heute 28-Jährige wurde Anfang 2010 der jüngste deutsche Schiedsrichter, der je vom Weltverband FIFA für internationale Spiele berufen wurde. 2009 war er wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe in Höhe von 23 750 Euro verurteilt worden. Laut Roth wäre Kempter unter «keinen Umständen» damals befördert worden, wenn dies beim DFB bekanntgewesen wäre.

    Die Ermittlungen gegen mindestens drei aktive Bundesliga-Spielleiter sollen durch eine Anzeige von Amerell bei der Bezirksfinanzdirektion Augsburg ausgelöst worden sein. Dem ehemaligen DFB-Schiedsrichter-Obmann waren im Rechtsstreit mit Kempter nach eigener Einschätzung finanzielle Ungereimtheiten bei seinem früheren Schützling aufgefallen. Der langjährige DFB-Lehrwart Strigel hat von der Geldstrafe für Kempter «erst jetzt aus den Zeitungen erfahren».

    Roth ist von Steuerhinterziehung anderer Referees nichts bekannt, wie der 69-Jährige aus Salzgitter sagte: «Aber wenn da Verfahren im Stillen abgewickelt worden wären, hätte man ja wohl kaum etwas mitbekommen.» Sowohl der frühere deutsche Schiedsrichterchef als auch Strigel betonen, dass die Unparteiischen bei Lehrgängen immer wieder auf ihre Steuerpflicht hingewiesen worden seien.

    «Es war eine Selbstverständlichkeit, dass Steuern bezahlt werden - egal, ob es sich um Bargeld oder eine Überweisung handelt. Schließlich steht dies auch auf jeder Rechnung drauf», erklärte der frühere Lehrwart. Strigel sagte auch, dass die Gelder beim Einsatz von Freundschaftsspielen «anscheinend bar ausbezahlt werden».

    Laut Strigel war auch einmal ein früherer Bundesliga-Referee, der inzwischen Steuerberater ist, zu einem Lehrgang eingeladen. Ebenso ein Steuerexperte des DFB, wie sich Strigel und Roth erinnern. «Ich bin enttäuscht von den Herren - falls ihnen etwas nachgewiesen wird», sagte der frühere FIFA-Referee Roth zu den Vorwürfen gegen seine heutigen Kollegen.

    Nach Medienberichten soll insgesamt gegen 20 Unparteiische ermittelt werden. Der DFB hatte trotz der Ausweitung der Affäre klargestellt, dass er keine Schutzsperren gegen die betroffenen Schiedsrichter verhängt. Die Ermittler sollen bei Felix Brych (München) und zwei anderen Top-Schiedsrichtern Hausdurchsuchungen durchgeführt haben. «Man sollte Ruhe bewahren, wir regeln das intern», sagte Herbert Fandel, Nachfolger von Roth als Vorsitzender des DFB-Schiedsrichter-Kommission. Auf Veranlassung der Münchner Staatsanwaltschaft war am Montag die DFB-Zentrale in Frankfurt/Main von Steuerfahndern durchsucht worden.

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