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  • Rosa Farbenpracht: «Das Geheimnis der Flamingos»

    Hamburg (dpa). Verkrustete Salzinseln schieben sich wie Eisschollen übereinander, am Ende der Regenzeit verwandelt sich der abgelegene Natronsee im Norden Tansanias in eine weiße Wüste.

    Das Wasser ist sehr flach, extrem beißend und an manchen Stellen bis zu 60 Grad heiß. Scheinbar einsam, öde und leer. Und doch leben am Ufer mehr als 1,5 Millionen Flamingos. Der unwirtliche Salzsee ist ihre Heimat. Erstmals entstand nun ein Dokumentarfilm über die Zwergflamingos am Natronsee - «Das Geheimnis der Flamingos» von Disneynature, Regie führten die beiden Briten Matthew Aeberhard und Leander Ward.

    Ihnen sind in knapp einem Jahr Drehzeit beeindruckende und spektakuläre Bilder gelungen: Ein Massai in einem roten Umhang geht allein durch die weiße Ödnis; fliegende Flamingos, die sich auf dem glatten tiefblauen Wasser messerscharf spiegeln; eine riesige Schar von Küken und Jungtieren, die von Altvögeln geleitet, an einem einzelnen Marabu vorbeizieht oder Detailaufnahmen von rosa Federn und blutroten Augen. Gelungen ist die Abstimmung von Film und Musik: Zwergflamingos machen sich den Hof, der Soundtrack spielt Tanzmusik, die Tiere spreizen die Flügel - Schlussakkord.

    Abgesehen von den Flamingos und ihrer Nahrung aus Blaualgen kann fast nichts im oder am Natronsee gedeihen. Erzählt wird der Kreislauf des Lebens in einer lebensfeindlichen Welt: Die rosaroten Vögel bauen Nesthügel, legen meist nur ein Ei, brüten etwa einen Monat. Eltern und Küken erkennen sich an der Stimme. Der Nachwuchs wird mit einer energiereichen Flüssigkeit gepäppelt, die die Flamingos in ihrem Kropf produzieren. In den Kolonien gibt es Krippen mit Hunderten oder Tausenden von Jungen, die von Altvögeln bewacht werden. Bis zu 40 Jahre alt können Flamingos werden.

    Wer sich vor allem für Fakten und Details interessiert, könnte ein wenig enttäuscht sein. Der Film ist nicht mit Text überfrachtet, denn ein Lehrstück will «Das Geheimnis der Flamingos» nicht sein, sondern eine poetische Bilderreise. «Wir möchten zeigen, dass Tiere ein geheimes Leben führen, das mit unserem nichts zu tun hat. (...) Ich erhoffe mir, dass die Leute das Kino mit einem Gefühl der Faszination verlassen, ohne dass diese Vögel erschöpfend erklärt und entzaubert worden sind», sagt Drehbuchautorin Melanie Finn in einem Interview aus dem Pressematerial.

    Trotz des künstlerischen Anspruchs malt der Film keine afrikanische Idylle. Die Vögel werden nicht vermenschlicht wie in der Produktion «Die Reise der Pinguine» aus dem Jahr 2005. Und die Unbarmherzigkeit der Natur ist allgegenwärtig: Die Feinde der Flamingos wie Marabus, Hyänen und Fischadler sorgen für Dramatik und Spannung. Auch das Salz des Sees bedeutet für einige Küken den Tod, an ihren Beinen bilden sich dicke Klumpen aus dem weißen Stoff, sie bleiben zurück und sind ohne die anderen verloren.

    «Es waren mehr Menschen auf dem Mond als hier in den Feuchtgebieten, wo die Flamingos ihre Brutkolonie haben. (...) ich glaube, es hat noch nie jemand dagesessen und sie beobachtet, wie wir es tun. Und einige wichtige Fragen sind nach wie vor offen», sagt Aeberhard im Presseheft. Warum Flamingos rosa sind, ist dagegen längst geklärt: In ihrer Nahrung, die aus Algen und kleinem Seegetier besteht, sind große Mengen an Karotin, das sorgt für die Farbenpracht in pink.

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