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    Kuala LumpurReformer Bach krempelt IOC um: «In der richtigen Spur»

    Kuala Lumpur (dpa). Thomas Bach hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) in kurzer Zeit umgekrempelt und drückt weiter aufs Tempo.

    IOC-Chef
    Thomas Bach will das IOC reformieren.
    Foto: Ahmad Yusni - dpa

    «Wir sind in der richtigen Spur», sagte der 61-Jährige zum Abschluss der IOC-Vollversammlung in Kuala Lumpur. «Die Welt verändert sich schneller als je zuvor. Wir können nicht stehen bleiben und tun gut daran, unserer Zeit voraus zu sein.»

    Viel Kritik prasselte auf den Juristen aus Tauberbischofsheim aber wegen der Olympia-Wahl für 2022 ein. Pekings Sieg über Almaty war für Menschenrechtler wegen der politischen Lage in China und Kasachstan eine insgesamt peinliche Wahl.

    Bachs Reformeifer indes kennt keine Grenzen, um das angekratzte Image des IOC und seiner Olympischen Spiele mit einer Abkehr von Gigantismus und Geheimniskrämerei sowie mehr Transparenz aufzupolieren. «Es ist hier viel offensichtlicher geworden, wie weitreichend die Agenda 2020 ist», sagte der frühere Weltklassefechter.

    Es gibt kaum einen IOC-Bereich, in den die Reformen nicht hineinwirken: von der Offenlegung aller Einnahmen und Ausgaben über neue Kriterien für die Auswahl von künftigen IOC-Mitgliedern, der Veröffentlichung des Olympia-Gastgebervertrages bis hin zur Änderung des Bewerbungsverfahrens um Sommer- und Winterspiele.

    Aus Sicht von Alfons Hörmann, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, hat Bach die Erwartungen «erfüllt, wenn nicht übererfüllt». Pekings Wahl zur Winterspiele-Stadt wird für Bach als Hypothek in den kommenden Jahren aber bleiben. Er ist deshalb erpicht darauf, für die Sommerspiele 2024 eine respektable Auswahl zu haben. Aktuell werden sich Budapest, Rom, Paris und Hamburg bewerben, Toronto und Baku haben Interesse - und ein US-Kandidat soll nach der blamablen Absage von Boston noch kommen. «Wir haben die Zusage für eine Bewerbung aus den USA, und ich habe keinen Zweifel, dass sie kommt», sagte Bach.

    Der Kandidat aus der deutschen Hansestadt hat in Kuala Lumpur schon mal Lobbyarbeit für Spiele an der Elbe betrieben. «Hamburg muss eine gute Kandidatur abliefern und sehen, dass der Geist der Agenda 2020 mit nachhaltigen Spielen und den Athleten im Zentrum zum Ausdruck kommen», rät Bach. Die Umsetzung der Reformagenda, die 2024 erstmals voll zum Tragen kommt, dürfte nicht reichen. «Auch für große Städte gilt die Agenda», sagte Bach.

    Mit Reformen kann man aber nicht alle Probleme lösen, wie die Doping-Vorwürfe gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF zeigten, die auf der IOC-Session für Bestürzung sorgten. «Wenn es Fälle im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen geben wird, werden wir sie mit unserer Null-Toleranz-Politik ahnden», erklärte Bach. Die ARD und die «Sunday Times» hatten eine Liste mit 12 000 Bluttests von rund 5000 Läufern ausgewertet, die aus der IAAF-Datenbank stammt. Darunter sollen 800 Sportler mit dopingverdächtigen Werten sein, die auch bei Olympia gestartet sind - unter ihnen rund 150 Medaillengewinner.

    Aufgegeben hat FIFA-Präsident Joseph Blatter seinen Sitz im IOC. Im Zuge des Korruptionsskandals hatte er am 2. Juni seinen Rückzug angekündigt. Sein Nachfolger soll am 26. Februar 2016 gewählt werden. «Er fand es nicht angemessen, sich für acht Jahre wiederwählen zu lassen in dem Wissen, dass seine Amtszeit in sieben Monaten enden wird», erklärte Bach kühl über den nicht anwesenden Schweizer.

    In Zukunft will das IOC im übrigen seine bis zu 115 Mitglieder nicht mehr nach sport- und machtpolitischen oder geografischen Kriterien auswählen, sondern mehr nach Befähigung. «Wir haben viel zu tun», sagte die britische Prinzessin Anne, die als Vorsitzende der Mitglieder-Reformkommission neue Anforderungsprofile finden soll. Ähnlich sieht es ihr umtriebiger IOC-Chef. «Ich bin sehr glücklich über die interessante und erfolgreiche Session», resümierte Bach.

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