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  • Reform der Reform: Was der neue Bologna-Kurs bringt

    Gütersloh (dpa/tmn). Die Bolognareform ist in diesem Jahr zehn Jahre alt geworden - zum Geburtstag gratulieren wollten viele Studenten aber nicht. Sie beklagen enge Lehrpläne und Prüfungen am Fließband in den neuen Studiengängen.

    Nach langen Protesten haben die Verantwortlichen nun ein Einsehen: Die Reform soll reformiert werden. Studenten stellt das womöglich aber vor neue Probleme.

    Ein Bachelor soll künftig öfter sieben oder acht statt der gängigen sechs Semester dauern - das will die Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag (10. Dezember) beschließen. «Für Studenten ist das erst einmal ein positives Signal», sagt Christian Berthold von der CHE Consult in Gütersloh, die Hochschulen berät. In einem längeren Bachelor hätten Studenten bessere Chancen, eine Auszeit für ein Praktikum oder eine Auslandsstation unterzubringen.

    Für Studienbewerber lohne es sich daher, jetzt schon nach längeren Bachelorangeboten Ausschau zu halten, rät Berthold. Insgesamt sind sie bisher zwar die Ausnahme. An Fachhochschulen dauert aber schon rund die Hälfte der Bachelorangebote länger als sechs Semester.

    Die geplanten Änderungen zur Regelstudienzeit machen die Studienplanung aber nicht unbedingt leichter. Denn Studienanfänger müssen künftig noch genauer prüfen, ob es für ihren Bachelor einen zeitlich passenden Master gibt. Die Gesamtstudienzeit einschließlich des Masters soll laut der KMK nämlich weiter fünf Jahre betragen. «Die Fünf-Jahres-Logik wird in der Regel nur aufgehen, wenn man an derselben Hochschule bleibt», sagt Berthold. Bei einem Hochschulwechsel kann es leicht passieren, dass Bachelor und Master nicht von der Studiendauer her aufeinander abgestimmt sind. In diesem Fall brauchen Studenten länger als ihre Kommilitonen für beide Abschlüsse.

    Schon jetzt sei die Studienlandschaft für Studienanfänger sehr unübersichtlich: «Die Bachelorisierung hat zu einer extremen Differenzierung geführt», erläutert Berthold. «Da ist die Spezialisierung etwas überdreht worden.» So sei es früher kein großes Problem gewesen, etwa im Maschinenbau von Cottbus nach München zu wechseln. «Das geht jetzt nicht mehr in jedem Fall so einfach.»

    Auch bedeute ein längerer Studiengang nicht automatisch weniger Stress: «Ich kann auch einen achtsemestrigen Bachelor randvoll packen», sagt Berthold. Dass die Lehrpläne entschlackt werden, soll künftig aber im Zuge der Akkreditierung sichergestellt werden. Dieses «Prüfsiegel» müssen alle neu eingerichteten Studiengänge nach und nach bekommen. Eine neue Vorschrift dafür sei, dass jedes Modul nur noch mit einer Prüfung abgeschlossen wird, erläutert Achim Hopbach vom Akkreditierungsrat in Bonn. «Bisher ist es so, dass bei einem Modul aus vier Lehrveranstaltungen oft auch vier Prüfungen anstehen. Das führt zu einer viel zu hohen Prüfungszahl.»

    Die Änderungen betreffen auch bereits akkreditierte Studiengänge. Denn im kommenden Jahr müssten viele davon erneut geprüft werden, weil die Akkreditierung befristet vergeben wird. Und bei rund der Hälfte der neuen Studiengänge steht die sie ohnehin noch aus.

    Aber selbst wenn weniger Prüfungen angesetzt werden, muss das keine Erleichterung bedeuten. Wenn dadurch mehr Stoff in einer Prüfung drankommt, werde es für Studenten nur härter, so Berthold. «Wenn in Mathe zum Beispiel zwei Semester in einer Prüfung abgefragt werden, erschwert es das für Studenten eher.»

    Laut Prof. Margret Wintermantel in Bonn sind die jetzigen Kursänderungen auch nur ein erster Schritt: «In den Hochschulen wird derzeit mit Nachdruck an der Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses gearbeitet», sagt die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz in Bonn. Für Anfang 2010 seien weitere Veranstaltungen geplant, in denen zusammen mit Studenten «nötige Korrekturen» auf den Weg gebracht werden sollen.

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