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    Platini und Zwanziger gewählt - Blatter wirbt

    Auf dem Kongress der Europäischen Fußball-Union in Paris wurden der Aufstieg des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger in die FIFA-Exekutive und Michel Platinis Wiederwahl als UEFA-Chef wie erwartet problemlos abgewickelt, der Machtkampf im Weltfußball hat aber erst so richtig begonnen.

    Aufstieg
    DFB-Präsident Theo Zwanziger ist nun Mitglied der FIFA-Exekutive.
    Foto: DPA

    Das Gerangel um den FIFA-Thron zwischen Amtsinhaber Joseph Blatter und seinem katarischen Herausforderer Mohamed bin Hammam beschäftigte die versammelten Spitzenfunktionäre mehr als gedacht. «Wir werden natürlich Gespräche führen, aber wir wollten den Kongress der UEFA nicht zum FIFA-Wahlkampf machen. Deshalb hat auch der Präsident der FIFA gesprochen und nicht der Herausforderer. Es geht doch darum: Wer vertritt die europäischen Interessen besser?», sagte Zwanziger - und gab damit schon sein erstes politisches Statement ab.

    Der 65 Jahre alte Jurist aus Altendiez wurde als Nachfolger von Franz Beckenbauer per Akklamation und unter dem herzlichen Applaus der Kongressteilnehmer in das Exekutivkomitee der FIFA gewählt und krönte damit vorläufig seine internationale Funktionärskarriere. «Ich bin ein realistischer Mensch, der nicht glaubt, von heute auf morgen die Welt zu verändern. Aber was die FIFA braucht, ist eine größere Akzeptanz ihrer Entscheidungen und ein verbessertes Image», sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach seiner Wahl.

    Als kurz zuvor Platini nach der Mittagspause im Grand Palais der französischen Hauptstadt per Akklamation in seinem Amt bestätigt wurde, hoben die Delegationen der 53 UEFA-Mitgliedsverbände nicht einmal die Hand. Sie applaudierten herzlich und heftig als Zeichen der Zustimmung. Platini war «übermannt» und dankte «von ganzem Herzen für Ihr Vertrauen». Zum Machtkampf in der FIFA äußerte sich der Franzose erst später in der Pressekonferenz. «Es gibt jetzt neuerdings zwei Kandidaten und wir müssen uns erst Gedanken machen, wie wir damit umgehen», sagte Platini.

    Der ehemalige Kapitän der französischen Nationalelf hatte sich 2007 in einer Kampfabstimmung gegen den Schweden Lennart Johansson durchgesetzt und den wichtigsten Posten im europäischen Fußball übernommen. Seitdem hat er sich als Freund des Fußballs, mutiger Reformer und Kämpfer gegen die Kommerzialisierung positioniert.

    Während Platini wenig Angriffsfläche bietet, musste sich FIFA-Präsident Blatter zuletzt teilweise heftige Kritik anhören. Und so war es passenderweise der Gastredner aus der Schweiz, der in seinem kurzen Grußwort für den ersten Aufreger unter dem gläsernen Kuppeldach im Grand Palais sorgte.

    «Sie wissen sehr gut, dass ich für weitere vier Jahre kandidiere, es werden die letzten vier Jahre sein», sagte der 75 Jahre alte Schweizer mit Blick auf den Kongress seines Weltverbandes (FIFA) am 1. Juni in Zürich. Zuletzt war spekuliert worden, dass Blatter Ambitionen über 2015 hinaus haben könnte.

    So aber nutzte der listige Walliser seinen Auftritt für einen Aufruf in eigener Sache. «Ich lade Sie ein, weiter mit der FIFA und dem Präsidenten zusammenzuarbeiten. Wir sollten uns bemühen, gemeinsam dieses Abenteuer weiterzuführen», sagte Blatter. Den Namen seines früheren Wegbegleiters und heutigen Rivalen nannte er nicht.

    Mohamed bin Hammam saß entspannt und milde lächelnd in der ersten Reihe des Auditoriums, als Blatter zu seiner Wahlkampfrede anhob. Der Präsident der Asiatischen Fußball-Konföderation hatte vor wenigen Tagen seine Kandidatur angekündigt und lebhafte Diskussionen rund um den Globus ausgelöst. «Es gibt jetzt einen Wettbewerb, und dann sehen wir weiter», sagte bin Hammam während einer 15-minütigen Kaffeepause, die ihm jedoch nicht vergönnt war, weil er permanent umlagert wurde.

    Auch wenn bin Hammam in der Stadt der Liebe die UEFA-Vertreter intensiv umgarnte, wie Blatter am Abend vor dem Kongress zu einem gemeinsamen Abendessen auf einem Schiff auf der Seine eingeladen war und bei Platini um europäische Stimmen warb, scheint Blatter die Zuneigung der meisten europäischen Verbände gewiss. «Er wird das klar gewinnen», sagte ein hochrangiger UEFA-Funktionär.

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