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  • Olympisches Museum: «Heiliger Gral» am Genfer See

    Lausanne (dpa). Der Stoff aller Träume leuchtet noch immer so geheimnisvoll und verführerisch, wie ein knallroter Farbtupfer hebt er sich aus der grauen Masse ab. Ein olympisches Glanzstück zwischen abgewetztem Curling-Schrubber und altmodischen Schlittschuhen:

    Die «Carmen» brachte Katarina Witt 1988 in einer denkwürdigen Kür das zweite Olympia-Gold, das rot-schwarze Kleid der Eiskunstlauf-Diva ist einer der Hingucker im Olympischen Museum in Lausanne. Dabei hat der moderne Sport-Tempel, der sich mit seiner schneeweißen Marmorfassade an die Uferhänge des Genfer Sees schmiegt, wahrlich mehr zu bieten. Olympia zum Schnuppern und Sehen, zum Staunen und Studieren: Tausende Exponate auf fünf Etagen und 3400 Quadratmetern Ausstellungsfläche - ein Museums-Marathon.

    Rund 3,2 Millionen Besucher hat das offizielle Museum des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) seit seiner Eröffnung am 23. Juni 1993 schon in seinen Bann gezogen. Das Haus am Quai d'Ouchy Nr. 1 ist seit über 16 Jahren weltweit die erste Adresse für alle, die auf den Spuren des alten und neuen Olympia wandeln wollen. Die Spiele der Antike und der Neuzeit unter einem Dach - was der französische Baron Pierre de Coubertin erträumte und seit 1915 plante, hat sein spanischer Nachfolger Juan Antonio Samaranch Jahrzehnte später vollendet. Immerhin 160 Millionen D-Mark hatte der Prachtbau damals gekostet, den die Architekten Pedro Ramirez Vasquez (Mexiko) und Jean-Pierre Cahen (Schweiz) als neues Wahrzeichen der Olympia-Hauptstadt entworfen haben.

    Francis Gabet ist seit sechs Jahren Direktor des Museums, und seine Augen leuchten, wenn er sein Haus als «Heiligen Gral» Olympias rühmt. Längst hat der gelernte Marketing-Mann seine eigene olympische Philosophie entwickelt. Ein attraktives Museum, glaubt der 55- Jährige, hat nur bedingt etwas mit Besucherzahlen zu tun. «Wir sind kein Museum für Spezialisten. Wir verstehen uns auf eine Art als die Eröffnungszeremonie Olympischer Spiele», sagt Gabet in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Lausanne. «Wir wollen die Emotionen der Besucher wecken, ihre Neugier, ihren Wunsch, Olympia zu entdecken und sich weiter in das Thema zu vertiefen.»

    Bei der Entdeckungsreise durch die chronologisch und thematisch geordnete Ausstellung kommt jeder auf seine Kosten: Der Weitsprung- Schuh von Jesse Owens, der 1936 in Berlin gleich vier Mal Olympia- Gold entführte. Die Fechtausrüstung von Thomas Bach, mit dem der heutige IOC-Vizepräsident 1976 Mannschafts-Olympiasieger wurde. Das Trikot mit der Nummer 2163, das Usain Bolt 2008 in Peking bei seinem 200-Meter-Olympiasieg trug. «Goldene» Schuhe von Carl Lewis, Ulrike Meyfarth, Heide Rosendahl. Die kompletten Medaillensätze aller Sommer- und Winterspiele, alle olympischen Fackeln, die seit 1936 durchs Land getragen wurden. Alles ist echt, alles original.

    «Usain Bolt hat uns nach Peking besucht und uns das Trikot persönlich übergeben. Das vom 100-Meter-Weltrekord hat er nicht herausgerückt - das war für Jamaika. Auch Kati Witt war seit der Eröffnung ein- oder zweimal wieder da», erzählt Direktor Gabet, der ein Jahresbudget von 15 Millionen Euro verwaltet. Für zwei Drittel der Etats kommt das IOC auf - ein Profitbringer ist die Kultstätte der olympischen Neuzeit nicht. Dabei werden Exponate nur selten angekauft. «90 Prozent sind Spenden», versichert der Chef.

    «Olympia total» zieht jährlich im Schnitt rund 200 000 Besucher aus aller Herren Länder an. «Wir machen einen guten Job und sind zufrieden mit der Resonanz», sagt Gabet. «Das hier ist schließlich die kleine Schweiz. Lausanne hat knapp 130 000 Einwohner. Wenn unser Museum in Paris oder London wäre, hätten wir bestimmt eine Million Besucher im Jahr.»

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