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    Frankfurt/MainNun Färöer statt Messi - DFB-Team braucht Erfolge

    Um Joachims Löws Taktik und Aufstellung gab es dieses Mal keine Diskussionen. Und die deutschen Fans spendierten den Verlierern von Frankfurt sogar Applaus.

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    Bundestrainer Joachim Löw versuchte seine Mannschaft zu beruhigen.
    Foto: Fredrik von Erichsen - DPA

    Dennoch schleppt das Fußball-Nationalteam nach dem 1:3-Fehlstart gegen Argentinien einige Fragezeichen und EM-Nachwirkungen mit in die neue Wettkampfperiode, die im Sommer 2014 nichts Geringeres als den WM-Titel bringen soll. «Ich habe ein paar taktische Fehler gesehen», erklärte Bundestrainer Löw, dem die Einordnung der Niederlage gegen Weltstar Lionel Messi und seine spielstarken Kollegen insgesamt schwer fiel. «Es ist einiges gegen uns gelaufen», stöhnte der Chefcoach.

    Geprägt und letztlich entschieden wurde das Kräftemessen mit den «Gauchos», die bei der WM 2010 noch mit 4:0 gedemütigt worden waren, vom Rot-Foul des Hannoveraners Ron-Robert Zieler. Vor allem zuvor hatten Löw und die 48 808 Zuschauer in der ausverkauften Frankfurter Arena viele gute Offensivaktionen und Möglichkeiten, aber keine Tore der Gastgeber gesehen. Löws Matchplan passte anders als beim EM-Aus gegen Italien - war aber nach 30 Minuten nur noch Makulatur.

    «Wir haben gute Chancen herausgespielt, aber ähnlich wie bei der EM nicht effektiv ausgenutzt. Das ist aber in der Weltspitze wichtig», hob Manager Oliver Bierhoff eine Schwäche hervor, die Löw in den kommenden Monaten beheben muss. Ideen hat der Bundestrainer schon, etwa den schnellen und ballgewandten Marco Reus als verkappten Angreifer zu bringen. Doch ein Knipser für ganz hohe Ansprüche fehlt. Der derzeit verletzte Mario Gomez und Oldie Miroslav Klose sind weit und breit die einzigen Mittelstürmer mit internationaler Klasse. «Natürlich denke ich darüber nach», sagte Löw zu der Problematik.

    Auch in der zentralen Abwehr offenbarten Löws Auserwählte taktische und individuelle Schwächen, die nicht nur mit der zeitigen Dezimierung durch den Platzverweise für Zieler zu tun hatten. Vor allem nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Mats Hummels, der sich eine Halswirbel-Verrenkung zuzog, konnte das Bayern-Duo Jérome Boateng und Holger Badstuber die starken Messi und Gonzalo Higuain kaum stoppen. «Wir haben zu früh das Zentrum aufgemacht. Das war in Unterzahl gar nicht nötig. Das müssen wir besser machen, keine Frage», erklärte Löw auf die massive Kritik des ehemaligen DFB-Kapitäns und aktuellen TV-Experten Oliver Kahn.

    Insgesamt teilte der Bundestrainer Kahns Meinung jedoch nur «bedingt». Fehlenden Willen konnten weder Löw noch die Fans erkennen. «Ich kann taktische Dinge herausziehen, Spieler einschätzen, ob sie Fehler gemacht haben. Aber ich kann keinem Spieler einen Vorwurf machen, dass er nicht alles gegeben hat», fasste der Trainer seine Analyse in Kurzform zusammen. «Der Spielverlauf war einfach gegen uns», meinte Löw. Der agile Mittelfeldspieler Lars Bender ergänzte: «Die Qualität beim Gegner war zu groß, um alles zu vereiteln.»

    Messi und Angel Di Maria erzielten nach Sami Khediras Eigentor die weiteren Treffer. Benedikt Höwedes belohnte das deutsche Team mit einem Flugkopfball zum 1:3 für den unermüdlichen Einsatz. «Man kann trotzdem viel Positives mitnehmen. Wir haben weiter alles versucht mit zehn Mann», meinte Bender, der erstmals als «Sechser» in der Startelf agierte und seine Sache neben Khedira gut machte.

    Der Argentinien-Test offenbarte Löw viele Ansatzpunkte für die weitere Arbeit mit seinem Team, das intakt ist und dessen Potenzial auch wieder aufblitzte, gerade offensiv mit den frischen Newcomern Reus oder auch den eingewechselten André Schürrle und Mario Götze. «Da sieht man hervorragende Anlagen. Ich denke, dass einige junge Spieler eine gute Rolle einnehmen werden», sagte Löw.

    Wie sein Team braucht der Bundestrainer jetzt wieder Erfolge, um die Skepsis nach den jüngsten Negativerlebnissen zu zerstreuen. «Wichtig ist, dass wir jetzt eine erfolgreiche Qualifikation starten», forderte Bierhoff für die nächsten Spiele Anfang September gegen die Färöer Inseln und Österreich. Dann sollen auch wieder etablierte Kräfte wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer zurückkommen und dem Team mehr Stabilität verleihen.

    Die Stellvertreter von Stammtorhüter Neuer erlebten einen bitteren Abend. Rotsünder Zieler ist für ein Freundschaftsspiel gesperrt. Marc-André ter Stegen hielt zwar einen Elfmeter von Messi, musste aber nach den fünf Gegentoren in seinem ersten Länderspiel gegen die Schweiz erneut dreimal hinter sich greifen. «Trösten braucht mich keiner. Es ärgert mich am meisten», sagte Zieler, der Unglücklichste beim unglücklichen Neubeginn.

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