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    DurbanNervöser Favorit Pyeongchang: «Wir sind dran!»

    Die Versagensängste sind spürbar, der Schwung des Hauptkonkurrenten München im Endspurt um die Winterspiele 2018 setzt dem Favoriten Pyeongchang zu.

    Konkurrentin
    Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kim Yu-Na ist das charmante Aushängeschild von Pyeongchang.
    Foto: DPA

    Eine dritte Niederlage beim Votum des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Mittwoch in Durban ist für die südkoreanischen Dauerbewerber geradezu unvorstellbar. «Wir denken nicht ans Verlieren», verkündete Bewerbungschef Cho Yang Ho in Südafrika. Äußerst angespannt wirkt er aber trotz des zur Schau gestellten Selbstbewusstseins.

    Während die Münchner Olympia-Macher um ihre Vorzeigefrau Katarina Witt auf der Zielgeraden des Bewerbungsmarathons den Schwung und die Eigendynamik auf ihrer Seite wähnen, vertrauen die Asiaten auch kurz vor der Entscheidung unverdrossen auf die eigene Marschroute und ihre ausgewiesenen Stärken: Extreme Finanzkraft, ein kompaktes Olympia-Konzept mit kurzen Wegen und ein ungesättigter Wintersportmarkt im bevölkerungsreichsten Kontinent.

    «Neue Horizonte» heißt die vermeintlich unschlagbare olympische Losung. «Es wäre eine Ehre, die ersten Winterspiele in Südkorea auszurichten und die erst dritten in Asien», betonte Bewerbungschef Cho im «Coastlands on the Ridge Hotel» oberhalb Durbans bei einem routinierten, aber keineswegs mitreißenden Auftritt seines Teams vor der versammelten Weltpresse. Die Botschaft des Abends - auch an das IOC - lautete recht unverblümt: «Wir sind einfach dran!»

    Zweimal hat Pyeongchang verloren, gegen Vancouver (2010) und das russische Sotschi (2014). München und der französische Außenseiter Annecy treten dagegen zum ersten Mal an. Die bitteren Niederlagen sind unvergessen, der lange Atem wird darum beinahe gebetsmühlenhaft betont. Seit über zehn Jahren tue man alles für den Zuschlag. Man habe «aus den ersten beiden Bewerbungen gelernt» und alle Versprechen an das IOC gehalten. «Wir glauben an den Spruch, aller guten Dinge sind drei», folgerte Sportminister Choung Byoung-Gug.

    Dass IOC-Präsident Jacques Rogge ausgerechnet zwei Tage vor der Entscheidung in Durban einen überraschenden Langzeitvertrag mit dem südkoreanischen Fernsehsender SBS bekanntgab, durften Cho & Co. als bedeutsames und womöglich beruhigendes Signal auf der Zielgeraden verbuchen. Der Sender hat die Rechte für die Spiele 2018, 2020, 2022 und 2024 gekauft. Es ist die erste vertragliche Vereinbarung zwischen dem IOC und einem TV-Sender für die olympische Periode 2022 und 2024. Die Koreaner haben sich beim IOC nochmals beliebt gemacht.

    Der Millionen-Einsatz des Weltkonzerns Samsung im olympischen Sport ist ein weiteres Pfund, hohe Umfragewerte für die Winterspiele belegen den Rückhalt in der südkoreanischen Bevölkerung. Sieben der 13 Wettkampfstätten sind fertiggestellt oder müssen nur modernisiert werden. Kernstück ist der Sport- und Freizeitkomplex «Alpensia», der für umgerechnet rund 900 Millionen Euro aus dem Boden gestampft worden ist.

    In Pyeongchang selbst sind dagegen gar keine Wettkämpfe geplant. Das Budget für den Ausbau der Infrastruktur liegt bei insgesamt 6,3 Milliarden US-Dollar. Und 500 Millionen Dollar werden von 2012 bis 2018 ins Sportförderprogramm «drive the dream» investiert - auch diese Trumpfkarte wird immer wieder ausgespielt.

    In der 20-jährigen Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kim Yu-Na haben die Südkoreaner zudem Katarina Witt ein Glamourgirl entgegengesetzt. «Ich habe einen weiteren olympischen Traum», sagte die Goldmedaillengewinnern von Vancouver 2010 in Durban, «dass die Winterspiele 2018 in meinem Land ausgetragen werden». Sie schläft schlecht, weil der Druck des ganzen Landes auf ihr lastet. Am Dienstag gab sie in Durban in einer Eisarena Nachhilfe für lokale Talente und genoss die vertraute Umgebung.

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