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    BerlinNachzahlung für 150 000 Rentner - Versicherungsverlauf prüfen

    Rund 150 000 Rentner haben Nachzahlungen bekommen, weil ihre Rente zu niedrig berechnet war. Der schon im vergangenen Jahr bekanntgewordene Fehler ist inzwischen korrigiert. Verbraucher sollten ihren Versicherungsverlauf dennoch im Blick haben.

    Blick auf Versicherungsverlauf lohnt sich
    Ein kritischer Blick auf den Versicherungsverlauf der Rentenversicherung lohnt sich in jedem Fall.
    Foto: Andreas Gebert - DPA

    Fehler bei der Berechnung Tausender von Renten sind nach Angaben der Rentenversicherung abgestellt. Mehr als 150 000 Betroffene erhielten inzwischen mehr Geld aufs Konto. In den Fällen ging es um die Berücksichtigung von Ausbildungszeiten und Kinderzuschlägen. «Die Rentennachzahlung ist in allen Fällen erfolgt», teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund am Mittwoch (15. August) in Berlin mit. Sie ist für knapp die Hälfte aller Renten zuständig.

    Das Bundesversicherungsamt (BVA) hatte in seinen Tätigkeitsberichten 2010 und 2011 darauf hingewiesen, dass in bestimmten Fällen Kinderzuschläge bei Hinterbliebenenrenten sowie Entgelte für die Berufsausbildung nicht korrekt erfasst waren. Dies wurde inzwischen korrigiert.

    Bereits vor einem Jahr hatte sich herausgestellt, dass bei der Deutschen Rentenversicherung Bund und der Knappschaft-Bahn-See Kinderzuschläge für Witwen und Witwer nicht berücksichtigt worden waren. Zudem wurden teilweise Berufsausbildungszeiten falsch berechnet. Inzwischen liegen abschließende Zahlen vor, über die auch die «Bild»-Zeitung berichtet.

    Insgesamt wurden danach bei beiden Rentenversicherungsträgern wegen vergessener Kinderzuschläge 29 334 Fälle überprüft: 9202 Rentner bekamen Nachzahlungen in Höhe von insgesamt 22,3 Millionen Euro. Bei einem der Versicherungsträger - laut «Bild» die Rentenversicherung Bund - erhöhte sich die monatliche Rente im Durchschnitt um 57,28 Euro. Wegen falsch berücksichtigter Berufsausbildungszeiten wurden 215 542 Renten überprüft: 147 702 (68,5 Prozent) waren zu niedrig berechnet, rund 4000 zu hoch.

    Die Deutsche Rentenversicherung Bund berichtete, sie habe alle Fälle, in denen unklar war, ob ein Kinderzuschlag berücksichtigt war, von sich aus aufgegriffen. In rund 8000 der überprüften 26 000 Fälle sei die Rente neu berechnet worden.

    Verbraucher sollten den Versicherungsverlauf der Rentenversicherung regelmäßig prüfen, rät Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung Bund. «Dann kann man schon früh feststellen, ob alle relevanten Daten enthalten sind.» Den ersten Versicherungsverlauf bekämen Verbraucher zugesandt, sobald sie das 27. Lebensjahr vollendet hätten und fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Danach erhielten sie den Versicherungsverlauf regelmäßig.

    Arbeitszeiten werden laut von der Heide automatisch an die Rentenversicherung gemeldet. Anders bei Studien- oder Schulzeiten: «Hier müssen Verbraucher selbst aktiv werden und diese Zeiten mit den entsprechenden Nachweisen melden, wenn sie nicht im Versicherungsverlauf auftauchen.» Auch Kindererziehungszeiten werden nicht automatisch erfasst. Dies geschehe erst, wenn die Eltern einen Antrag gestellt haben.

    Ein kritischer Blick auf den Versicherungsverlauf lohnt sich in jedem Fall. Zwar wirkten sich etwa Studienzeiten nicht auf die Höhe der Rente aus. Allerdings könnte die Anerkennung des Studiums beispielsweise helfen, die Voraussetzung für einen früheren Renteneintritt zu erfüllen. «Wer Versicherungszeiten von 35 Jahren nachweisen kann, kann ab 63 Jahren in Rente gehen.»

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