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  • Slow-Food-Messe in Stuttgart

    Mischen, mörsern, wolfen: So kann man Bratwurst machen

    Wer Freunde beeindrucken will, grillt Steaks, ganzen Fisch oder Obst. Fächert Luft zu, löscht ab. Wer noch einen draufsetzen will, legt eine Bratwurst auf den Rost - selbst gemacht!

    Selbstgemachte Wurst
    Mit gutem Fleisch und den richtigen Gewürzen kann jeder zu Hause Bratwurst einfach selbst machen.
    Foto: Christoph Schmidt/dpa

    Stuttgart (dpa/tmn) - Sein Essen wieder selbst zu machen, ist seit Jahren angesagt. Angefangen vom Brotbacken übers Einkochen bis hin zum Pralinenformen. Aber seine eigene Bratwurst selbst machen? Das überlassen die meisten einem Fleischer.

    Durch den Fleischwolf
    Damit eine homogene Masse entsteht, wird das Fleisch durch den Fleischwolf gedreht.
    Foto: Christoph Schmidt/dpa

    Dabei ist es sehr einfach, wenn man das passende Rezept kennt. Metzgermeister Johannes Kratzer verrät es Besuchern auf der Messe Slow Food (noch bis 23. April). „Im Wesentlichen braucht man nur richtig gutes Fleisch und ein paar Gewürze - mehr nicht. Keine Geschmacksverstärker, keine Zusatzstoffe.“

    Fleischmasse mischen
    Ordentlich durchkneten: Das Fleisch wird mit den Gewürzen vermengt.
    Foto: Christoph Schmidt/dpa

    Als Erstes mischt Kratzer mageres, sehniges Schweinefleisch mit Schweinefettbacke im Verhältnis 70 zu 30 Prozent. Warum Fett aus der Backe? „Weil es sehr viel Bindegewebe enthält“, erklärt Kratzer von den Herrmannsdorfer Landwerkstätten in Oberbayern. Das sorgt später für den richtigen Biss in der Bratwurst.

    In den Schafsdarm
    Die fertige Wurstmasse wird in Schafsdarm gefüllt.
    Foto: Christoph Schmidt/dpa

    In einer großen Schüssel mischt er das Fleisch und salzt es. Dadurch wird das Eiweiß gelöst, so dass es sich mit dem Fett im Fleisch verbinden kann. Gewürze wie Pfeffer, Piment, Muskatblüte und Majoran werden gemörsert, zum Fleisch dazugegeben und alles gut durchgeknetet. Zum Schluss kommt noch ein wenig Zitronenabrieb hinzu, für die Frische.

    Fertige Bratwürste
    So sehen am Ende die fertigen Bratwürste aus.
    Foto: Christoph Schmidt/dpa

    Damit eine homogene Masse entsteht, dreht Kratzer das Ganze durch den Fleischwolf. Danach formt er das Fleisch zu kleinen Knödeln und klatscht sie schwungvoll in die Schüssel. „Damit die Luft entweicht.“

    Johannes Kratzer
    Metzgermeister Johannes Kratzer testet seine selbst gemachte Bratwurst auf der Slow Food-Messe.
    Foto: Christoph Schmidt/dpa

    Jetzt geht es an den Darm, genauer gesagt an Schafsaitlinge. Das ist die Haut, die die Wurst am Ende umgibt. Hobbyköche können sie einfach bei ihrem Metzger kaufen. Die dünnen, weißen Fäden des Schafdarms werden gewaschen, auf die Tülle des Fleischwolfs aufgefädelt. „Vorne einen Doppelknoten reinmachen“, erklärt Kratzer. Dann wird die Wurstmasse langsam in den Darm gefüllt.

    Zum Schluss kommt der Drehwurm: Damit man nicht eine meterlange Bratwurst hat, müssen die Würste in etwa sechs Zentimeter lange Stücke abgedreht werden. „Einfach an beiden Seiten festhalten, etwas zusammendrücken und fünfmal nach vorne drehen.“ Locker aus dem Handgelenk lässt Kratzer die Wurst ein paarmal nach vorne hüpfen.

    Dann heißt es für die rohe Wurst ab auf den Grill. Ein Tipp: „Langsam und mit Bedacht garen. Sonst platzt sie auf.“

    Messe Slow Food

    Slow Food Deutschland

    Rezept für die Bratwurst

    Zutaten für zwei Kilogramm Wurst:

    70 Prozent mageres, sehniges Schweinefleisch, 30 Prozent Schweinefettbacke, etwa 30 Gramm feines Meersalz, 6 Gramm schwarzer Pfeffer, 1,2 Gramm gemahlener Piment, 0,8 Gramm Muskatblüte, 2,4 Gramm Majoran, etwa zwei Teelöffel Zitronenabrieb.

    Zubereitung: Fleisch mit Salz vermengen, Gewürze mörsern und dazugeben. Alles gut durchkneten und durch eine 3 Millimeter Scheibe wolfen. In Schafsaitlinge 24/26 füllen und in circa 6 Zentimeter lange Würste abdrehen.

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    Jochen Magnus

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