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    Medellín: Spiegelbild des „neuen Kolumbien“

    Kolumbien als Reiseziel? Das können sie viele nicht vorstellen. Doch vor allem Medellín, die zweitgrößte Stadt des Landes, gilt gerade als hip.

    Skulptur von Francisco Botero
    Die Skulpturen des Bildhauers Francisco Botero - ein berühmter Bürger Medellíns - sind beliebt bei den Touristen.
    Foto: Georg Ismar/dpa

    Medellín (dpa). Der Parque Lleras mit seinen hippen Bars und schicken Restaurants erinnert eher an europäische Metropolen als an eine Stadt, die früher für Mord und Totschlag stand. Touristen entdecken Medellín wieder.

    Allein 2016 kamen rund 700 000 Touristen nach Medellín, besonders die Zahl ausländischer Gäste steigt. Rund 2,5 Millionen Menschen leben in Medellín, der nach Bogotá zweitgrößten Stadt Kolumbiens, die von vielen Bergen umgeben ist.

    Die Mord- und Kriminalitätsrate ist im Vergleich zu den Zeiten des Medellín-Kartels von Pablo Escobar drastisch gesunken. Opfer von Verschwundenen werfen der Stadt aber vor, zu wenig bei der Suche und Aufklärung Tausender bis heute nicht geklärter Fälle zu helfen.

    Medellín ist Hauptstadt des Departments Antioquia. Beliebt bei Touristen: Die im Zentrum stehenden riesigen Skulpturen Fernando Boteros, die den Konflikt aufarbeitende Casa Memoria, die Orte, die an Drogenboss Pablo Escobar erinnern und die Tango-Bars. Der 1935 bei einem Flugzeugunglück gestorbenen Tango-Legende Carlos Gardel wird bis heute mit Konzerten und Tangoshows die Ehre erwiesen. Herzensgute Menschen, nette Cafés und wunderbare Ausblicke in den Seilbahnen, die über Medellín schweben, runden das positive Bild vieler Gästen ab.

    Im November 2016 machte Medellín Schlagzeilen, als mangels Sprit das Flugzeug mit der brasilianischen Fußballmannschaft Chapecoense an Bord kurz vor der Landung an einem Berg vor der Stadt zerschellte. Die Solidarität, die emotiale Gedenkfeier mit 50 000 Menschen und das Überlassen des Titels des Südamerika-Meisters an Chapecoense brachten Stadt und Menschen weltweit viel Anerkennung.

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