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    LondonMaskenball Olympia 2018: Der Ton wird schärfer

    Die Masken fallen, der strategische Schlagabtausch im Dreikampf um Olympia 2018 wird härter.

    Kaum hatten die Münchner Olympia-Planer ihr überzeugendes London-Gastspiel hinter sich, wurden im internen Debriefing bereits die Taktik und personelle Aufstellung für die vorletzte und wohl entscheidende Präsentation beim technischen IOC-Meeting am 18./19. Mai in Lausanne diskutiert. «Unsere Strategie steht fest», erklärte der deutsche Ober-Olympier Thomas Bach, Münchens Frontfrau Katarina Witt versprach sogar: «Es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten. Wir wollen jedes Mal ein neues As präsentieren.»

    Der südkoreanische Favorit Pyeongchang spielte in der englischen Hauptstadt wieder einmal einen Finanzjoker aus. Die stolze Summe von 500 Millionen Dollar wolle die Regierung von 2012 bis 2018 in das südkoreanische Sportförderprogramm «drive the dream» investieren, tönte Kulturminister Byoung-gug Choung während des offiziellen Auftritts vor geschätzten 20 IOC-Mitgliedern bei der internationalen Sportmesse SportAccord.

    Bei der Abschluss-Pressekonferenz sagte Südkoreas NOK-Präsident Yong-Sung Park auf einmal: «Bitte gebt uns die Spiele, damit wir Zugang zur 500 Millionen Goldmine haben.» Auf die Nachfrage, ob es das Programm auch gebe, sollte es Pyeongchang im dritten Anlauf erneut nicht schaffen, Olympia-Gastgeber zu werden, korrigierte der Minister: «Das ist eine Langzeitinvestition, die nicht eng mit der Bewerbung verknüpft ist.» Der finanzielle Vorsprung der Südkoreaner gegenüber den beiden Mitstreitern aus Europa ist - unabhängig von der überraschend angekündigten Finanzspritze - unübersehbar.

    Kritische Äußerungen der drei Bewerberstädte übereinander sind laut IOC-Regeln verboten, aber 89 Tage vor der Vergabe der Spiele am 6. Juli in Durban werden die argumentativen Konter immer weniger subtil. München warb beim offiziellen Auftritt damit, dass deutsche Unternehmen für 50 Prozent der Sponsorengelder im Wintersport verantwortlich sind. Pyeongchang reagierte prompt: «Wir glauben, dass es für die Wintersportindustrie Sinn macht, ihre Finanzierung in neuen Märkten auf mehrere Beine zu stellen», kommentierte Pyeongchangs Kommunikationsdirektorin Theresa Rah.

    Mit der Veröffentlichung des Evaluierungsberichts am 10. Mai bekommt der Milliarden-Poker eine weitere Nuance. Alle Bewerber haben danach acht Tage Zeit, ihre Ausrichtungen für das wohl entscheidende Treffen in Lausanne zu modifizieren. Bach hält das Frage- und Antwort-Spiel in der Schweiz mit den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sogar für wichtiger als den finalen Auftritt in Durban. «In Durban kann man nicht gewinnen, nur verlieren. In Lausanne können wir aber die ganze Substanz unserer Bewerbung zeigen», meinte der IOC-Vize.

    Das klamme Annecy hat ganz andere Probleme. Ski-Legende und IOC-Spitzenfunktionär Jean-Claude Killy, das vermeintliche Aushängeschild der Franzosen, fehlte in London erneut und war nur in einem sechs Monate alten Video zu sehen. «Er hatte wichtige berufliche Termine. Sein Körper ist nicht hier, aber sein Geist ist bei uns», begründete Annecys Bewerbungschef Charles Beigbeder. In Lausanne soll er leibhaftig erscheinen.

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