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  • Lehrerin auf Klassenfahrt: Zeckenbiss ist Dienstunfall

    Leipzig (dpa). Ein Zeckenbiss auf einer Klassenfahrt ist bei einer Lehrerin als Dienstunfall zu werten. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht Leipzig am Donnerstag (25. Februar) nach fast achtjährigem Rechtsstreit in letzter Instanz entschieden.

    Damit hat eine 57-jährige Lehrerin aus dem niedersächsischen Soltau Anspruch auf Unfallfürsorge für Beamte. Die Frau war 2002 während einer Klassenfahrt im Wald gebissen worden. Sie erkrankte an Borreliose. Zehn Monate lang war sie wegen Seh- und Gleichgewichtsstörungen krankgeschrieben. Die Klassenfahrt sei als Dienst anzusehen, der Zeckenbiss deswegen ein Dienstunfall, entschieden die Richter.

    «Ein Zeckenbiss als Dienstunfall eines Beamten ist eine vergleichsweise seltene Angelegenheit», sagte der Vorsitzende Richter des 2. Senats am Bundesverwaltungsgericht, Georg Herbert. Schließlich sei «der Verbreitungsort der Zecke im normalen Aufenthaltsort des Beamten in seinem Dienstzimmer eher unwahrscheinlich». Die Landesschulbehörde Lüneburg, die den Dienstunfall nicht anerkennen wollte, hatte argumentiert, ein Zeckenbiss im Wald sei ein allgemeines Risiko, das ein Dienstherr nun mal nicht beherrschen könne.

    Der Anwalt der Lehrerin, Ralf Pagels, hielt dagegen: «Es passierte in Ausübung ihres Dienstes. Ohne diese Klassenfahrt wäre sie nicht gebissen worden und hätte keine Borreliose bekommen.» Das sahen auch die Richter so: «Während einer dienstlich geprägten Tätigkeit sind alle Unfälle Dienstunfälle«, sagte Herbert. Es sei eindeutig belegt, dass die Lehrerin an einem bestimmten Tag während einer Pausenaufsicht im Wald gebissen wurde.

    Die 57-Jährige ist inzwischen wieder genesen. Sie arbeitet als Schulleiterin. Sollte sie wegen der Borreliose noch einmal Probleme bekommen, stehen ihr erhöhte Bezüge zu. Laut Pagels gilt das auch für die überstandene Krankheitsphase. Es seien etwa 20 Prozent mehr als ohne die Anerkennung des Dienstunfalls. (Aktenzeichen: BVerwG 2 C 81.08)

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