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     Rheinland-PfalzLehrer fordern weniger Deutscharbeiten - Ministerium diskutiert Änderung zum neuen Schuljahr

    Rheinland-Pfalz. Fünf Deutscharbeiten pro Schuljahr sind in Klasse 5 bis 9 genug: Dieser Schülerwunsch könnte bald in Erfüllung gehen. „Wir gehen davon aus, dass es zum neuen Schuljahr eine neue Regelung und eine geringere Anzahl von Klassenarbeiten im Fach Deutsch geben wird“, sagt Wolf-Jürgen Karle, Sprecher des Bildungsministeriums in Mainz. Er reagiert damit auf einen Vorstoß des Deutschlehrerverbandes.

    Umfrage
    RZ-Umfrage: Sollte man die Zahl der Klassenarbeiten in Deutsch reduzieren?

    Referate, Präsentationen, Klassenarbeiten - die Didaktik hat sich verändert und so haben Schüler gerade im Fach Deutsch mittlerweile alle Hände voll zu tun. Der Deutschlehrerverband möchte die Zahl der Arbeiten um eine reduzieren, um die Belastung der Schüler etwas zurückzufahren. Was halten Sie davon?

    Super! Heute unterrichtet man anders als früher, darauf muss man reagieren.
    74%
    Quatsch, so schlimm ist das nicht. Schüler müssen das auf die Reihe kriegen.
    10%
    Lehrer wollen sich doch nur selbst entlasten und weniger korrigieren.
    14%
    Das ist mir egal.
    2%
    Stimmen gesamt: 1577

     Rheinland-Pfalz. Fünf Deutscharbeiten pro Schuljahr sind in Klasse 5 bis 9 genug: Dieser Schülerwunsch könnte bald in Erfüllung gehen. „Wir gehen davon aus, dass es zum neuen Schuljahr eine neue Regelung und eine geringere Anzahl von Klassenarbeiten im Fach Deutsch geben wird“, sagt Wolf-Jürgen Karle, Sprecher des Bildungsministeriums in Mainz. Er reagiert damit auf einen Vorstoß des Deutschlehrerverbandes.

     

    Die Deutschlehrer im Land wollen die bisherige Regel kippen, dass sechs Klassenarbeiten geschrieben werden müssen. Der Verband beklagt, dass die Belastung der Schüler durch eine hohe Zahl schriftlicher Prüfungen enorm ist. „Es laufen seit einiger Zeit fachliche Diskussionen, die Anzahl der Arbeiten im Fach Deutsch um eins zu senken“, bestätigt Karle. Schließlich sind heute Präsentationen und Referate Standard im Deutschunterricht – und können gut als benoteter Leistungsnachweis herangezogen werden. „Gerade im Deutschunterricht hat sich in der Didaktik vieles gewandelt“, sagt Karle, „hier ist man nicht mehr so stark auf die Arbeiten angewiesen.“ Derzeit laufen im Ministerium zwar auch Überlegungen, in Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern die Zahl der Arbeiten zu reduzieren, die Planungen sind jedoch vorerst auf den Deutschunterricht fokussiert.

     

    Aus Sicht der Deutschlehrer ist der Einschnitt zwingend nötig – um Zeit für andere Dinge zu gewinnen. Für Pascal Badziong, Pressesprecher des Verbands, geht es etwa um Projektarbeiten: Wenn in einem Schuljahr sämtliche Literaturepochen besprochen werden und die Schüler Referate dazu anfertigen müssen, bedeutet dies einen erheblichen Aufwand. Hinzu kommt unter anderem, dass sich die Lehrer verstärkt um Schüler mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche kümmern sollen. Der Verband plädiert für verbindliche Tests in der fünften Klasse. Dafür, aber auch für die intensive Betreuung betroffener Kinder sei mehr Zeit nötig.

     

    „Eine Arbeit weniger schadet dem System nicht“, argumentiert Badziong. Ministeriumssprecher Karle verweist zwar auf unterschiedliche Bedürfnisse in verschiedenen Schultypen, sieht die Politik aber in Einklang mit den Lehrern: „Wir sind auf einer Linie.“

     

    Die Deutschlehrer beklagen auch eine Ungleichbehandlung, die derzeit herrsche: Ihr Fach sei das einzige, in dem sechs Klassenarbeiten gefordert werden. Schon länger drängen sie das Bildungsministerium, einheitlich nur noch fünf zu verlangen. Weil sich in Mainz aus ihrer Sicht bisher zu wenig bewegt hat, wollen die Lehrer der Politik nun vorgreifen: Sie berufen sich auf eine Verwaltungsvorschrift aus dem Jahr 1999, wonach die Sechs-Arbeiten-Regelung auf Antrag in einzelnen Schulen ausgehebelt werden kann. So hat das Westerwald-Gymnasium in Altenkirchen die sechste Arbeit selbst abgeschafft – ohne auf das Ministerium zu warten.

    Von unseren Redakteuren Jörg Hilpert und Volker Boch

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