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    Kusch & Co. machen Schwimm-Chef Freude

    Ein Finalplatz zum Abschluss rundet das WM-Debüt von Marius Kusch ab. Der in den USA studierende Sportler ist eine Tokio-Hoffnung hinter den Medaillengewinnern. Sein Weg ist nicht typisch für einen deutschen Schwimmer.

    WM-Teilnehmer
    Marius Kusch hat das Rennen Spaß gemacht.
    Foto: Maurizio Gambarini - dpa

    Windsor (dpa). Für den deutschen Vielstarter ging es nach der Kurzbahn-WM der Schwimmer in Kanada besonders schnell nach Hause.

    Im Gegensatz zu Doppel-Weltmeister Marco Koch und Silbermedaillengewinner Philip Heintz düste Marius Kusch nicht über den Atlantik zurück nach Deutschland, sondern in seine nur rund 1000 Kilometer entfernte amerikanische Wahlheimat Charlotte in North Carolina. Der für die SG Stadtwerke München startende Kusch versucht sich Richtung Sommerspiele 2020 auf dem Weg, den zuletzt Athen-Medaillengewinnerin Anne Poleska erfolgreich bestritt.

    „Ich finde es immer gut, wenn die Athleten absprechen, auf welches College sie in den USA gehen“, sagte der deutsche Chefbundestrainer Henning Lambertz. „Marius ist unter Großbetreuung von David Marsh, einem der besten Trainer, die wir auf der Welt haben.“ Im Eliteteam von Marsh werden Olympiasieger wie Tyler Clary, Anthony Ervin oder Jimmy Feigen geführt. Der 23-jährige Kusch lebt seit knapp einem Jahr in den USA, studiert dort Finanzwesen. Die große deutsche Nachwuchshoffnung Maxine Wolters (17 Jahre) soll bald ebenfalls nach Amerika gehen.

    Über 50, 100 und 200 Meter Schmetterling startete Kusch zuvor bei den Titelkämpfen in Windsor, bei denen die Ungarin Katinka Hosszu (siebenmal Gold) und der Südafrikaner Chad le Clos (drei Titel und ein Weltrekord) für die internationalen Topleistungen sorgten. Zum Abschluss gab es am Sonntag (Ortszeit) für Kusch Rang acht im Finale über 100 Meter Freistil in 47,44 Sekunden. „Er hat jedes Rennen auf einem absolut hohen Niveau gemacht, unfassbar viele persönliche Bestzeiten erzielt. Das war à la bonne heure, und da bin ich sehr stolz auf den Kleinen“, lobte Lambertz.

    Schwimmer wie Kusch und Wolters oder die 15-jährige Celine Rieder und die 14-jährige Isabel Marie Gose sind es, die Lambertz Hoffnungen für Tokio machen. „Auch wenn Marius schon Jahrgang 93 ist, ist das auf jeden Fall jemand, den wir in der Zukunft immer im Auge haben dürfen“, sagte der Cheftrainer. Im Sommer verpasste der im nordrhein-westfälische Datteln geborene Sportler nur knapp hinter dem Olympia-Vierten von London, Steffen Deibler, das Ticket für die Sommerspiele.

    Das soll ihm vor den Olympischen Spielen 2020 nicht noch einmal passieren. „Man hat bei der WM gemerkt, dass man von Wettkampftag zu Wettkampf deutlich selbstbewusster wird“, schilderte der WM-Debütant einen wesentlichen Lerneffekt, von dem auch Wolters, Rieder & Co. profitieren. „Ich werde im Mai 2019 mit meinem Studium fertig sein. Aber ich will auf jeden Fall bis 2020 in den USA bleiben, um mich auf Tokio vorzubereiten“, sagte Kusch.

    Dazu verzichtet er auf Weihnachten in Deutschland, muss sich sein  Lieblingsessen Rouladen mit Rotkohl und Klöße also selber kochen. Erst Mitte nächsten Jahres wird er seine Eltern bei den deutschen Meisterschaften wieder sehen, „wann immer die sind“. Erst einmal stehen für den Teamkapitän seiner US-Mannschaft von Dienstag bis Donnerstag Klausuren und ein Wettkampf an. Dabei schwimmt er alle seine WM-Strecken an einem Tag.

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