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  • Kritik: Zwischen Action und Sentimentalität

    Das Actiondrama «Vier Brüder» verstößt gegen einen einst unerschütterlichen Grundsatz des klassischen amerikanischen Gangster-Films: Üble Burschen mit einem weichen Kern können nur dann die Sympathie der Zuschauer auf ihre Seite ziehen, wenn sie moralisch sauber bleiben.

    Sie dürfen keine Unschuldigen töten, und wer auf dem Boden liegt und sich nicht mehr wehrt, der wird verschont. Doch der neue Film von John Singleton («2 Fast 2 Furious», «Shaft») hält sich nicht an die Klischees. Im Kugelhagel und bei anderen Gemetzeln wird auf das Gerechtigkeitsgefühl des Zuschauers keine Rücksicht genommen.

    Die vier Brüder, auf die sich der Titel bezieht, sind eigentlich keine, was schon an der unterschiedlichen Hautfarbe zu erkennen ist. Bobby, Angel, Jeremiah und Jack Mercer waren einst Problemkinder, die von einer treu sorgenden Ziehmutter aufgenommen wurden. Bobby, gespielt von Mark Wahlberg («Plant der Affen», Boogie Nights») wurde trotz der Zuwendung zum Verbrecher, Angel zum Soldat, Jeremiah Familienvater und Geschäftsmann und Jack zum Popstar. Lange, nachdem sie sich aus den Augen verloren haben, wird ihre Mutter bei einem Raubüberfall auf einen Supermarkt erschossen. So kommen die Brüder zur Beerdigung wieder zusammen und machen sich auf die Suche nach den Mördern. Der Plot beruht auf dem Western «Die vier Söhne der Katie Elder» (1965) mit John Wayne und Dean Martin.

    Bei ihren Nachforschungen gehen die Brüder von Anfang an alles andere als zimperlich vor: Verdächtige werden mit Benzin übergossen, um ihnen Informationen zu entlocken, nach einer wilden und schnittig inszenierten Verfolgungsjagd werden die Verfolger hingerichtet, ein Seil, an dem ein Übeltäter sich aus dem Staub machen will, wird durchgeschnitten. Ob Singleton damit zeigen wollte, dass die Realität sich nicht an das aus Hollywood gewohnte Schwarz- Weiß-Schema hält oder ob er mit der moralisch nicht wertenden Gewaltorgie einfach nur möglichst viel Action in die 109 Minuten Spielzeit bringen wollte, erschließt sich dem Zuschauer nicht. Die Altersbeschränkung von 16 Jahren hat durchaus ihre Berechtigung.

    Lässt man die Frage nach Sinn und Moral außer Acht, ist «Vier Brüder» ein gut gemachter Actionfilm mit cooler Filmmusik und gut ausgewählten Drehorten in der Industriemetropole Detroit. Bei den Rückblicken auf das harmonische Familienleben wird allerdings etwas zu stark auf die Tränendrüse gedrückt. Mark Wahlberg spielt den harten Typen sehr gelungen ohne überzogenes Pathos. Eher schwach hingegen der kleine Bruder Jack, gespielt von Garrett Hedlund. Bei Produktionskosten von rund 40 Millionen Dollar spielte der Film in den USA bereits fast das Doppelte ein.

    dpa

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