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  • Kritik: "Zwei Männer, zwei Frauen - vier Probleme":

    Das Verhältnis von Mann und Frau ist ohnehin ein Problem. Zwei Paare ergeben folglich zwei Probleme, die sich gar zu vier multiplizieren, wenn sich halb lustvoll, halb notwaltend diese beiden Paare in neuer Mischung zusammentun. So ergeht es jedenfalls dem schönen, aber erfolglosen Maler Luis und seiner patenten Eva sowie dem fiesen, aber erfolgreichen Anwalt Nick und seiner sexhungrigen Charlotte. Luis hat ein lebhaft betriebenes erotisches Verhältnis mit Charlotte, sie belügen ihre Ehepartner und verschwinden für einen Liebesurlaub gen Süden.

    Eva bekommt jedoch Wind von der Sache, packt ihre beiden Kinder ins Auto - samt einem höchst unfreiwilligen Mitfahrer. Denn Nick soll von Eva mit vorgehaltener Pistole davon "überzeugt" werden, daß seine smarte Bankerin-Gattin nicht etwa geschäftlich unterwegs ist, sondern sich mit dem jüngeren Liebhaber im Hotelbett des venezianischen Palazzos herumwälzt. Dort geht es nicht ohne schlechtes Gewissen und gewisse männliche Schwierigkeiten ab, das ist jedoch harmlos im Vergleich zu dem chaotischen Reiseverlauf des Verfolgerquartetts.

    Wie diese durchaus witzig erdachte, wenngleich stets etwas überkonstruierte Geschichte endet, das verrät die neue einheimische Komödie "2 Männer 2 Frauen =

    4 Probleme?" ab dem 5. März in den Kinos. Regisseurin Vivian Naefe präsentiert mit Heino Ferch (Nick), Gedeon Burkhardt (Luis), Aglaja Szyszkowitz (Eva) und Hilde van Mieghem (Charlotte) ein spielfreudiges Quartett, aber leider nicht viel mehr. Denn wie so oft in den deutschen Komödien der Gegenwart ist bald die Luft raus, die Lacher werden rar, die Minuten lang. Auch die immer wieder attraktive Kulisse der Lagunenstadt kann über das Defizit an Gags und Glaubwürdigkeit nicht hinwegtrösten.

    Vier Autoren, darunter auch Naefe, haben an dem Drehbuch zu dem Film geschrieben. Aber Masse ist eben nicht immer gleich Klasse. So bleibt die emotionale Annäherung zwischen Eva und dem von ihr gekidnappten Nick dem Zuschauer ein Rätsel, und beileibe nicht das einzige. Unmittelbar nach dem künstlerischen und kommerziellen Desaster von Sherry Hormanns "Widows" ist mit Vivian Naefe eine weitere Regisseurin an dem tückischen Genre Komödie gescheitert. Vielleicht auch, weil es allmählich etwas stereotyp ist, immer wieder Funken schlagen zu wollen aus dem Aufeinanderprall starker Frauen mit schwachen Männern.

    Daß wiederum ein große, absolut profitorientierte amerikanische Verleihfirma wie Buena Vista einen Film herausbringt, der viel zu wenig mitbringt für den erhofften Zuschauererfolg, muß verwundern. So begrüßenswert das Engagement der vielgescholtenen US-Giganten für die Aufnahme deutscher Produktionen in die Verleihstaffel ist, wäre eine kritischere Auswahl doch sinnvoll. Denn sonst besteht einfach die Gefahr, daß zuviel Flops die neue Lust am einheimischen Film verderben könnten.

    Wolfgang Hübner, AP

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