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  • Kritik: Zu Weihnachten ist Alex "wieder allein zu Haus"

    Frankfurt/M (AP) Es ist Weihnachten. Er ist allein zu Haus. Er ist ein wahrer Satansbraten. Aber er heißt nicht Kevin. Ansonsten unterscheidet den kleinen Alex nicht viel von seinem berühmten Vorgänger, der vor sieben Jahren auch allein zu Hause war und von Macaulay Culkin gespielt wurde. Der ist mittlerweile zu alt für den dritten Teil der Erfolgsfilme um einen Dreikäsehoch, der sein Elternhaus schlagkräftig vor gewissenlosen Verbrecherbanden verteidigt.

    Also haben die Hollywood-Bosse beschlossen, lieber einen Ersatz-Kevin einzustellen, anstatt sich so kurz vor Weihnachten einen sicheren Kassenschlager durch die Lappen gehen zu lassen. Der Navchfolger wird gespielt von Alex D. Linz und macht so ziemlich dasselbe wie sein Vorgänger - nur eine Spur brutaler. Diesmal hat es der kleine Held sogar mit einem Terroristen-Quartett zu tun.

    Vier perfekt ausgerüstete Gangster versuchen, sich mit modernster Technik Zutritt in das Elternhaus von Alex zu verschaffen. Sie wollen einen Mikrochip zurückholen, der sich in einem roten Spielzeugauto befindet und durch einen Zufall ins Kinderzimmer gelangt ist. Der Chip ist zehn Millionen Dollar wert und für eine nordkoreanische Terrororganisation bestimmt.

    Natürlich haben die Schurken nicht mit dem Kontrollfreak Alex gerechnet. Dessen liebstes Hobby ist es, die Nachbarschaft durch Fernrohr samt Videokamera zu beobachten und mit einem Arsenal aus Spielzeugwaffen herumzufuchteln. Der Kleine, der eigentlich mit Windpocken das Bett hüten soll, entdeckt, wie die Bande die Häuser in der Nachbarschaft nach dem Chip durchsucht. Das weckt in dem Naseweis Gefühle, die offenbar in jedem männlichen Amerikaner stecken: Alex nimmt die Sache in die Hand, und zwar allein. Er verteidigt sein Haus, die Nachbarschaft und schließlich die Welt vor den üblen Terroristen.

    Was folgt, ist die bewährte Gewaltorgie, die schon zweimal Millionengewinne in Hollywoods Kassen gespult hat. Alex traktiert die Verbrecher mit Elektroschocks, rostigen Rasenmähern und Schlägen unter die Gürtellinie. Wie Comicfiguren überleben sie mit grotesken Verrenkungen sogar die schlimmsten Qualen. Immerhin muß man dem Teufelskerlchen zugestehen, daß er weitaus professioneller agiert als sein Vorgänger Kevin. Durch seinen Überwachungsfimmel bestens im Umgang mit Videokamera und Fernseher geschult, richtet er sich eine Kommmandozentrale unterm Dach ein. Die Terroristen haben nicht den Hauch einer Chance.

    Bevor Eltern sich hierzulande entscheiden, gemeinsam mit ihren Sprößlingen den Film anzusehen, sollten sie noch einmal ihren Kontostand überprüfen. Denn der kleine Alex besitzt einen Haufen Sachen, die so manches Kind am liebsten sofort auf dem Wunschzettel vermerken würde. Allen voran das große, rote Spielzeugauto mit Fernsteuerung. Aber auch der der PC und der Spielzeugroboter sind nicht zu verachten. Fast hat es den Anschein, als hätte die Spielwarenindustrie kurz vor den Feiertagen geschickt ihre Verkaufsschlager ins rechte Licht gerückt. Der Film, der ab dem 18. Dezember in den Kinos zu sehen ist, könnte also teuer kommen.

    Von AP-Mitarbeiterin Claudia Meichelbeck

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