40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Ziellose Odyssee in traumhaften Bildern
  • Kritik: Ziellose Odyssee in traumhaften Bildern

    Der Verfolger könnte sie dingfest machen - und tut es nicht. Die attraktive Serienmörderin tötet weiter, ihr Beobachter behält sie mit seiner Hightech-Ausrüstung im Blick. Näher kommen der Voyeur und die Killerin sich nicht.

    Im Psychodrama "Das Auge" geht es Filmemacher Stephan Elliott um die seelischen Abgründe seiner Figuren. Vom kommenden Donnerstag an wird das Werk des Australiers in unseren Kino gezeigt.

    Ewan McGregor ("Star Wars I: Die dunkle Bedrohung") ist das Auge. Der farblose britische Spezialagent wurde von seiner Frau verlassen und leidet besonders unter dem damit verbundenen Verlust seiner kleinen Tochter. Er lebt ein leidenschaftsloses Leben bis ihn ein Job auf Joanna Eris (Ashley Judd) aufmerksam macht. Obwohl sie nur wenige Stunden später den Sohn seines Auftraggebers niedersticht, greift er nicht ein, beseitigt stattdessen verräterische Spuren.

    Von nun an folgt er ihr wie ein Schatten. Zeit und Ort spielen keine Rolle mehr. Ob sie wieder einen Mann umbringt oder ein Bad nimmt - das Auge sieht zu. Eine Begegnung der beiden Protagonisten findet in keiner dieser Szenen, die der australische Regisseur visuell reizvoll gestaltet hat, statt. Sein Talent, immer neue außergewöhnliche Kamerapositionen und Bildkompositionen auf die Leinwand zu bringen, bewies Elliott schon mit seinem großen Erfolg, dem preisgekrönten "Priscilla - Königin der Wüste".

    Leider ist das die einzige hervorstechende Qualität seines neuen Films. Zwar gibt es an der Wahl der Hauptdarsteller und Locations sowie der Arbeit der Kostümbildnerin (Oscar-Preisträgerin Lizzie Gardiner) nichts auszusetzen. Doch dem Drehbuch, das Elliott nach der gleichnamigen Romanvorlage von Marc Behm schrieb - die schon mehrfach, unter anderem von Claude Miller ("Mortelle randonnée") verfilmt wurde - fehlt neben einer schlüssigen Handlung eine Entwicklung der Charaktere.

    Verfolgung, Beobachtung, ein Mord - viele Male wiederholt sich dieser Kreislauf, was sich ändert sind allein die Orte. Quer durch die USA folgt das Auge Joanna. Bruchstücke aus der Vergangenheit der Figuren verstreut der Filmemacher über sein Werk, die Einsicht in die Motivation der Killerin vertieft er jedoch während der gesamten Laufzeit seines Werkes nicht.

    Die erotischen Reize von Ashley Judd und ihre zahlreichen Perücken- und Kostümwechsel können den Zuschauer nur für kurze Zeit dafür entschädigen. Wenn der Film dann unweigerlich auf einen Mord oder einen Selbstmord einer der beiden Hauptfiguren zusteuern müsste, fügt Elliott einen endlosen und völlig unsinnigen Schluss an, der die Wertigkeit der visuellen Reize des Films bedauerlicherweise völlig zunichte macht.

    Silke Weiss, dpa

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    -5°C - 4°C
    Montag

    -4°C - 2°C
    Dienstag

    1°C - 3°C
    Mittwoch

    3°C - 6°C
    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!