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  • Kritik: ZeitreiseAbenteuer alter Schule

    «Timeline» ist ein seltener Film, ein Zeitreise-Abenteuer, das fast ohne Computereffekte auskommt.

    Ein zweistündiger Streifen, der Hollywood-Routinier Richard Donner («Superman», «Lethal Weapon») fünf Jahre in Anspruch genommen hat.

    Und die Verfilmung eines Bestsellers von «Jurassic-Park»-Autor Michael Crichton, die gerade mal ein Viertel ihrer Produktionskosten von 80 Millionen Dollar eingespielt hat.

    Rettungsaktion mitten im 100-jährigen Krieg

    Ein Team junger Archäologen findet bei Ausgrabungen in den Ruinen einer mittelalterlichen Festung in Frankreich die Brille seines Professors, der gerade erst vor ein paar Tagen zu Gesprächen mit dem Sponsor, einer Technologiefirma, nach Amerika geflogen ist. Den Fundort hat definitiv seit rund 600 Jahren niemand betreten. Es stellt sich heraus, dass der Professor ins Jahr 1357 versetzt wurde und dort verschollen ist. Die jungen Historiker werden als Kenner dieser Zeit zu einer Rettungsaktion mitten in den 100-jährigen Krieg geschickt.

    Regisseur Donner mag keine Computereffekte

    Donner, mit seinen 73 Jahren ein Regisseur der alten Schule, mag keine Computereffekte. «Ich bin zu alt dafür», sagt er häufig. «Ich brauche Sachen zum Anfassen.» Statt blauer Wände im Studio, die später durch digitale Bilder ersetzt werden könnten, wurde für die Dreharbeiten eine 20 Meter hohe Festung aus Kohlefaser gebaut. Hier gingen in der großen Schlacht am Ende des Films tatsächlich von Katapulten abgefeuerte Flammengeschosse nieder. Computer wurden nur am Rande eingesetzt, zum Beispiel, um die kämpfenden Statisten zu vervielfachen.

    Von US-Kritiker bekam «Timeline» zumeist vernichtende Bewertungen. Zu hölzern sei das Spiel der Darsteller, zu dumm die Dialoge, lächerlich und schleppend die Handlung, hieß es. Neben Donner musste vor allem Nachwuchsstar Paul Walker («The Fast And The Furious»), der den Sohn des Professors spielt, besonders viele Schläge einstecken.

    Einfaches Abenteuer über Menschen in einer brutalen Zeit

    Dabei tat Donner nur das, was er am besten kann: den Zuschauer mit Action zu unterhalten. Wer Gespräche über die Tücken des Zeit-Raum-Kontinuums oder eine philosophische Betrachtung der Paradoxe von Zeitreisen erwartet, ist im falschen Film. Donner bietet ein einfaches Abenteuer über Menschen, die aus unserer Zeit in das Grauen des Mittelalters versetzt werden und ums Überleben kämpfen müssen.

    Crichtons Quanten-Zeitreisetechnik auf "Fax" verkürzt

    Über weite Abschnitte erinnert es an einen klassischen Mantel-und-Degen-Film. Aus Crichtons halb-wissenschaftlichen Erklärungen der Quanten-Zeitreisetechnik ist nur noch die trockene Feststellung geblieben, dass Menschen ins Jahr 1357 «gefaxt» werden können. Er habe aber keine Mühe gescheut, um das damalige Leben so genau wie möglich nachzustellen, betont Donner.

    So ist wohl die eindrucksvollste Szene des Films die nächtliche Schlacht um die Festung Castlegard zwischen Franzosen und Engländern geworden: die Feuerbälle, der gegenseitige Beschuss mit Pfeilen, die plötzlich aus der Nacht auf den Gegner herangezischt kommen, während der Schütze vielleicht schon selber von einem Pfeil durchbohrt wurde. «Mit diese Szene waren wir mehrere Monate beschäftigt», sagt Donner. Eine Schlacht um Castlegard oder in dem Film vorkommende Figuren hat es in Wirklichkeit übrigens nie gegeben.

    Ganze fünf Jahre brauchte der Film wegen immer neuer Verzögerungen. Zunächst sollte in Frankreich gedreht werden, aber die historischen Burgen waren so dicht mit modernen Häusern bebaut, dass es ein Vermögen gekostet hätte, alles Neue mit dem Computer wegzulöschen, erklärt der Regisseur. Dann fand man einen perfekten Drehort in Wales - die Maul- und Klauenseuche brach aus und führte zu Reisebeschränkungen. Als nächstes wurde Deutschland in Betracht gezogen, aber es kamen die Terroranschläge vom 11. September. Aus Sicherheitsgründen wurde schließlich doch in Kanada gedreht.

    Da Donner den Schnitt mehrfach änderte, musste auch die Musik erneuert werden. Der bekannte Filmkomponist Jerry Goldsmith machte eine Umwälzung mit, hatte auf eine zweite aber keine Lust mehr und stieg aus, so dass komplett neue Musik bestellt werden musste.

    dpa

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