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  • Kritik: Zechgelage aus Hollywood mit schalem Geschmack

    Gleich im Vorspann der Trink-Komödie «Bierfest» werden die Kinogänger gewarnt: «Der Versuch, so viel zu trinken, führt zum Tod». Eine zweite Warnung hätten die Filmemacher noch anhängen sollen. «Wer derbe Witze, Saufgelage, Rülpser und abgedroschene Klischees nicht verträgt, sollte den Streifen besser meiden».

    Wer aber auf Ralf Moeller als trinkfesten Bayern in Lederhosen, Jürgen Prochnow selbstparodistisch mit «Das Boot»-Verulkungen und die Blödelspäße der amerikanischen Comedy-Truppe «Broken Lizard» steht, dem mag Hollywoods Angriff auf das Münchner Oktoberfest geradezu munden.

    In «Beerfest», so der englische Titel, stoßen die amerikanischen Brüder Brüder Todd (Erik Stolhanske) und Jan Wolfhouse (Paul Soter) in München auf einen geheimen Wettkampf, bei dem internationale Teams ihre Kräfte und Trinkfestigkeit messen. Eigentlich wollten sie nur nach Deutschland reisen, um die Asche ihres Großvaters auf dem Oktoberfest zu verstreuen. Bei der Säufer-Olympiade werden die Neulinge prompt von ihren deutschen «von Wolfhausen»-Cousins (darunter Ralf Moeller und Profi-Bodybuilder Gunter Schlierkamp) und deren Onkel (Jürgen Prochnow) verlacht und unter den Tisch getrunken.

    Sie schwören auf Rache und kehren ein Jahr später mit trinkfester Verstärkung durch den Strichjungen Barry (Jay Chandrasekhar), den schrägen Wissenschaftler Fink (Steve Lemme) und den gefräßigen «Schluckspecht» (Kevin Heffernan) zurück. Zuvor müssen sie auch noch das Braurezept ihres Großvaters für das legendäre «Schnitzengiggle»- Bier vor den deutschen Kraftprotzen schützen.

    «Schaut's euch betrunken an», empfiehlt der Kritiker der Zeitung «Chicago Sun-Times» trocken. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass man diesem Blödsinn im nüchternen Zustand mehr als ein bis zwei Spaßmomente abgewinnen kann.» «Eine ungesunde Mischung aus Hopfen, Widder-Harn und menschlichen Überresten», lamentiert die «New York Times».

    Regisseur und Darsteller Chandrasekhar von den «Broken Lizards», der mit «Ein Duke kommt selten allein» und dem Blödelstreifen «Super Troopers» schon Lacherfolge drehte, lässt nun Dirndl platzen, Bratwürste fliegen und Maßkrüge überschwappen. Er langt kräftig unter die Gürtellinie und holt alle Klischees vor, die ein Bayer in Lederhosen bei einem Amerikaner wecken kann. «Na gut, es ist ein bisschen überkandidelt», räumte der schwergewichtige Ralf Moeller am Rande der Dreharbeiten in Albuquerque (New Mexico) ein.

    Für seine erste Komödienrolle hat der gebürtige Recklinghausener die «Gladiator»-Rüstung bereitwillig ab- und die bayerische Tracht angelegt. «Wir werden halt hopp genommen, aber auf eine lustige Art und Weise. Das werden die Deutschen schon verkraften können.» Bei der bayerischen Gaudi à la Hollywood haben seine US-Kollegen zumindest etwas Wichtiges gelernt. Er könne jetzt «Fingernuckeln», versichert der Komödiant Steve Lemme. Er meint natürlich Fingerhakeln.

    Barbara Munker, dpa

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