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  • Kritik: Zähflüssig wie Honig

    "Brown Sugar" startet wie ein Dokumentarfilm über die Geschichte des HipHops. Szenestars wie Doug E. Fresh, Slick Rick, Big Daddy Kane und andere Größen des Genres beantworten in Kurzinterviews die Schlüsselfrage des Films: "Wann hast Du Dich das erste Mal in HipHop verliebt?"

    Dann folgt eine romantische Liebeskomödie, die zähe 109 Minuten lang hart an der Grenze zum Kitsch über die Leinwand flimmert.

    In einem kurzen Rückblick auf das Jahr 1984 zeigt Regisseur und Drehbuchautor Rick Famuyiwa die Ursprünge des HipHops in den Straßen New Yorks. Zwei Kids tanzen zu stampfenden Rhythmen aus einem Ghettoblaster. Es ist der Beginn einer großen Freundschaft und der Liebe zum HipHop, der das persönliche und berufliche Leben der beiden bestimmen wird.

    Die Liebe zum HipHop ist ihr Leben

    Dre (Taye Diggs) arbeitet als Manager und Talentscout bei einem großen Musiklabel. Sidney (Sanaa Lathan) hat es zur erfolgreichen Musikkritikerin gebracht. Nur hat sie immer verdrängt, ihren Freund Dre zu fragen, wann er sich in sie verliebt hat. Dabei spüren Sidney und Dre instinktiv, dass sie für einander bestimmt sind. Die Liebe zum HipHop ist ihr Leben. Und der HipHop ist der Spiegel ihrer Liebe. Aber das wollen sie sich zunächst nicht eingestehen.

    Dre glaubt schließlich, die Frau seines Lebens gefunden zu haben und heiratet sie auch. Sidney wendet sich einem Basketball-Star zu, der es an Attraktivität durchaus mit Dre aufnehmen kann.

    Die Kommerz-Seite wird von einem durchgeknallten Duo vertreten

    Dann schmeißt Dre seinen Job und will mit finanzieller Unterstützung von Sidney ein eigenes Label gründen. Dre ist Anhänger des wahren HipHops und will den kommerziellen Kurs seines Arbeitgebers nicht mehr mittragen. Bei seiner Frau Reese (Nicole Parker) stößt seine Entscheidung auf Unverständnis. Mehr noch, dass er mit ihr darüber nicht gesprochen hat. Nach wie vor wendet sich Dre in entscheidenden Situationen an seine Freundin Sidney. Das führt zwangsläufig zu Konflikten.

    Regisseur Rick Famuyiwa hat eine mitunter amüsante Liebesschnulze im HipHop-Milieu gedreht. Mit Szene-Star Mos Def als unentdecktem HipHop-Talent Chris stellt er musikalische Qualität über Kommerzialisierung. Die kommerzielle Seite des Musikgeschäfts wird von einem hinreißend durchgeknallten Duo vertreten, das Michael Jacksons "The girl is mine" mit der Comic-Version "The hole is mine" beantwortet.

    Viel zu harmonisches Bild der Musikszene

    Darüber hinaus gibt es im Film zahlreiche Gastauftritte von HipHop-Stars. Mehr erfährt man allerdings nicht vom Siegeszug dieser Musikrichtung. Die Liebesgeschichte fließt zäh wie Honig dahin. Die Darsteller sind allesamt Sympathen, selbst Reese wirkt im Ehekrach charmant. Rick Famuyiwa zeichnet die HipHop-Gesellschaft in allzu bonbonartigen Farben.

    Michael Winckler, ddp

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