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  • Kritik: Wundervollen Geschichten mit Hollywoods A-Liga

    Das Kinojahr 2003 entpuppt sich dank "Dem Himmel so fern" und "The Hours" mehr und mehr als Glücksfall für den Frauenfilm. Traditionell ein eher negativ besetzter Begriff, der unwillkürlich Assoziationen an kitschige Rührseligkeit à la Rosamunde Pilcher heraufbeschwört.

    Denn im (Hollywood-)Kino sind ernsthafte und authentische Geschichten über Frauen jenseits des Huren-, Mutter- oder Prinzessinnen-Schemas immer noch selten - jedenfalls was die Hauptrollen betrifft. "Gefühle, die man sieht..." fällt nur dem deutschen Titel nach in diese oft zu Recht geschmähte Kategorie. Wer sich davon nicht schrecken lässt, wird mit einem großartigen Film belohnt, der sein Thema wundervoll ernst nimmt: Frauen.

    Quälende Einsamkeit hinter der makellosen Fassade

    Rodrigo Garcia, Sohn des Schriftstellers Gabriel Garcia Marquez, gewährt dem Zuschauer in seinem Regiedebüt intime Einblicke in das Leben der fünf Hauptfiguren. Sehr unterschiedliche Frauen, deren Schicksale mehr oder minder stark miteinander verknüpft sind, aber sie alle teilen die Suche nach Liebe und die verzweifelte Erkenntnis, wie schwer diese zu finden und zu halten ist.

    Die Ärztin Elaine Keener (Glenn Close) scheint ein perfektes Leben zu führen. Aber hinter der stets makellosen Fassade verbirgt sich quälende Einsamkeit. Doch dann prophezeit ihr eine Wahrsagerin, dass sie schon bald die Liebe finden wird. Rebecca (Holly Hunter) hat ihr Leben fest im Griff: Die erfolgreiche Geschäftsfrau unterhält seit Jahren eine Beziehung zu einem verheirateten Mann, bequem und ohne emotionale Verpflichtungen. Als sie schwanger wird, stört dies ihren kontrollierten Alltag keineswegs, die Abtreibung ist ohne Zögern beschlossene Sache.

    Freundin steht kurz vor dem Tod

    Die alleinerziehende Rose (Kathy Baker) führt ein beschauliches Leben. Nur das allmähliche Flüggewerden ihres Sohnes bereitet ihr ein wenig Sorge. Als der kleinwüchsige Albert in das Haus gegenüber einzieht, erwachen in Rose längst verschüttete Gefühle. Aber gehört sich das für eine Frau ihres Alters? Christine (Calista Flockhart) ist gut darin, anderen Menschen aus Lebenskrisen zu helfen. Selbst schafft sie es aber kaum, mit dem baldigen Tod ihrer Geliebten umzugehen. Kathy (Amy Brenneman) steht stets im Schatten ihrer hübschen Schwester (Cameron Diaz), die zwar blind, aber eben auch viel lebensfroher ist. So scheint es jedenfalls.

    Viele kleine Geschichten verknüpfen sich zu einer großen

    Es ist ganz erstaunlich, wie unaufgeregt, exakt und liebevoll Rodrigo Garcia seine kleinen Geschichten und ihre Heldinnen inszeniert. Melodramatisches Pathos sucht man in "Gefühle, die man sieht..." vergeblich. Kein Wunder, denn das hochkarätige Ensemble hat solch Augenwischerei nicht nötig, um die Natur ihrer Figuren zu offenbaren. Am Schluss werden die Schicksale von Elaine, Rebecca, Rose, Christine und Kathy eine Wendung genommen haben. Ob zum Besseren, das wird sich später erweisen. Was bleibt, ist ein wunderschöner Film über Frauen - ein Frauenfilm.

    Nina Jerzy, ddp

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