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  • Kritik: Wolfgang Stumph übt Rollenwechsel

    Ein ausgestorbenes Dorf, das dem Braunkohle- Tagebau weichen mußte, ist die Heimat von Henning Stahnke. In den wenigen Baracken haust nur noch seine schrullige Mutter. Als im fernen Berlin seine große Liebe Katja wegen verschiedener Delikte zu drei Jahren Haft verurteilt wird, rastet Stahnke aus: Er entführt die Richterin, bringt sie zu seiner Mutter und will sie gegen seine Freundin austauschen.

    In seinem neuen Kinofilm "Bis zum Horizont und weiter" ist Wolfgang Stumph gar nicht der nette Sachse, als den ihn Fernsehzuschauer und Kinofans etwa aus "Go, Trabi, Go" oder "Salto Postale" kennen.

    "Es ist mein Bestreben, mich nicht festlegen zu lassen auf den Trabi-Fahrer, den Mann mit dem Postfahrrad, den Kriminalisten oder den Kabarettisten", erklärt Stumph das Motiv für sein Engagement im Film von Regisseur Peter Kahane. Stumphs Vorbild ist Harald Juhnke. Dieser habe eine große künstlerische Bandbreite und es in seiner Karriere geschafft, "sich gegen schablonenhaft besetzende und in die Kiste greifende Produzenten und Regisseure durchzusetzen", sagt Stumph - und fügt hinzu: "Ich habe es noch nicht geschafft."

    Und das wird auch in der Tragikomödie von Kahane deutlich. Der Part des Entführers Stahnke sollte seine erste Charakterrolle sein. Mit Begeisterung habe er sich die Rolle "einfach genommen". Doch der Versuch, vom komischen Sachsen zum rächenden Kidnapper zu mutieren, ist weitgehend gescheitert. Zu dürftig ist die Story, zu gestelzt die Dialoge, zu sprunghaft ist der Wechsel zwischen tragischen und komödiantischen Elementen.

    "Der Schwerpunkt lag mehr auf der Komödie", berichtet Produzent Alfried Nehring. Während der Dreharbeiten seien dann "realistische Elemente" immer stärker in den Vordergrund getreten. "Wir möchten von Schicksalen erzählen, die durchaus mit der Realität zu tun haben", sagt Nehring.

    Autor Oliver Bukowski, aus dessen Hörspiel "Bahlkes letzte Liebe" von 1996 der Film gestrickt wurde, habe besonders um den Erhalt der tragischen Tendenzen in seinem Stoff gekämpft, erzählt der Produzent. Dies sei jedoch nicht einfach gewesen, da die Produktionspartner gedrängt hätten, die Geschichte durch "positive, komödiantische Elemente kinotauglicher" zu machen. Das ist dem Film anzumerken. Die Absicht, Komik, sozialkritische Ansätze und spannende Krimimomente in Einklang zu bringen, ist den Akteuren mißlungen.

    Mit Corinna Harfouch ("Solo für Klarinette"), Nina Petri ("Lola rennt"), Jörg Schüttauf ("Der Fahnder"), Heinrich Schafmeister ("Comedian Harmonists") und der Kabarettistin Sissi Perlinger neben Wolfgang Stumph ist der Film schauspielerisch sehr gut besetzt. Besonders Perlinger setzt in ihrer kurzen Nebenrolle als exzentrische Haftgefangene die wenigen komischen Akzente.

    Olaf Zapke, dpa

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