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  • Kritik: Witz des Regisseurs ertrinkt in Gewalt

    Als Fahrradkurier Jim (Cillian Murphy) nach einer Kopfverletzung aus dem Koma erwacht, sind 28 Tage vergangen, in denen sich seine Heimatstadt London bis zur Unkenntlichkeit verändert hat. Kein Mensch begegnet ihm auf den verlassenen Fluren des Krankenhauses, keiner auf den leergefegten Straßen. London liegt gespenstisch ausgestorben vor ihm und - was Jim noch nicht weiß - der Rest des Landes ebenso.

    Mit dem Angstelement Einsamkeit und dem sehr viel deutlicheren Furchtfaktor Zombie arbeitet Regisseur Danny Boyle in seinem Horror-Streifen "28 Days Later". Für Zartbesaitete ist der mit Digitalkamera gedrehte Streifen sicher nicht die richtige Unterhaltung.

    Auf den Straßen Großbritanniens herrscht der nackte Horror

    Jims Albträume können die Realität kaum übertreffen: Nachdem Tierschützer vor 28 Tagen in ein Versuchslabor für Menschenaffen eingebrochen waren, spielt sich auf den Straßen Großbritanniens der nackte Horror ab. Mit der Befreiung eines Tieres hatten die Aktivisten einen gefährlichen Virus namens "Wut" freigesetzt, der sich wie ein Lauffeuer verbreitet: Die Infizierten - zu brüllenden, blutrünstigen Zombies mutiert - fallen über Nichtinfizierte her und lassen sie in Sekundenschnelle zu Monstern werden.

    Infizierte rotten sich in dunklen Gebäuden zusammen

    Die Infizierten rotten sich in dunklen Gebäuden, Schächten oder Tunneln zusammen und liegen auf der Lauer; die einzigen, die der Virus noch nicht befallen hat, sind Selina (Naomie Harris) und Mark (Noah Huntley). Die beiden retten den verstörten Jim. Und gemeinsam mit Taxifahrer Frank (Brendan Gleeson) und dessen Tochter Hannah (Megan Burns) können die mutmaßlich letzten gesunden Menschen Londons auf einmal Hoffnung schöpfen: Über ein Radiosignal verkündet eine Soldatentruppe aus Manchester, ein Mittel gegen die Infektion entwickelt zu haben. Auf dem Weg dorthin wird für die kleine Gruppe jeder Stopp zum Überlebenstraining.

    Botschaft dieses Films: "Menschen töten Menschen"

    Wer schon bei Danny Boyles "Trainspotting" schwer durchatmen musste, sollte sich "28 Days Later" ersparen. Im Gegensatz zu der fulminanten Drogengroteske, die ironisch-provokant zwar nicht an schwer verdaulichen Bildern spart, aber zu den angesehensten britischen Filmen überhaupt zählt, bietet Boyle mit seinem Science-Fiction-Horror kaum einen Grund, ins Kino zu gehen.

    Boyle und Drehbuchautor Alex Garland - dessen Bestseller "The Beach" Boyle ebenfalls verfilmte - scheinen dem Blutrausch verfallen zu sein: Zuckende, gierige Gestalten fallen wie Tiere über ihre Opfer her, für die Angst, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit und der Kampf ums Überleben zum Alltag zählen. "Menschen töten Menschen", so die Botschaft dieses Films, in dem Danny Boyles Witz weitgehend in Gewalt ertrinkt. Allenfalls Genre-Fanatiker werden sich von diesem Stückchen Horrorshow fesseln lassen.

    Alexandra Pilz, ddp

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