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  • Kritik: Wim Wenders huldigt dem Blues

    Seit dem Welterfolg «Buena Vista Social Club» (1998) gleichsam Experte für Musik im Kino, eröffnet Regisseur Wim Wenders mit «The Soul of a Man» eine von Martin Scorsese angeregte Dokumentarfilmreihe unter dem Gesamttitel «The Blues».

    Seit Mitte der 90er Jahre arbeiten verschiedene Regiegrößen an dem ehrgeizigen Projekt. In Deutschland werden als nächstes am 3. Juni «The Road to Memphis» (Regie: Richard Pearce) und «Feel like Going Home» (Regie: Martin Scorsese) zu sehen sein.

    «The Soul of a Man» widmet sich den Blues-Legenden Blind Willie Johnson, Skip James und J. B. Lenoir. Zu hören sind neben historischen Aufnahmen ihrer Songs moderne Interpretationen, geboten beispielsweise von Stars wie Nick Cave und Lou Reed. Wim Wenders hat besonderen Wert nicht nur auf eine exzellente akustische Präsentation, sondern ebenso auf ausgefallene optische Arrangements gelegt. Spielszenen und Dokumentarsequenzen gehen bei dem in sanften Sepia-Tönen gehaltenen Film nahtlos ineinander über. Abgesehen von Spezialisten, dürfte es niemandem im Publikum möglich sein, herauszufinden, welche der Sequenzen tatsächlich von Archivmaterial stammen und welche Wim Wenders mit großer Lust nachgestellt hat.

    Zum Verhältnis von Original- und nachgedrehten Szenen sagt Wim Wenders: «Weil es von zweien meiner "Helden" gar kein Material gab, blieb mir nichts anderes übrig, als meine "historischen Dokumente" selbst herzustellen. Und es hat einen Riesenspaß gemacht, mit dieser alten Kurbelkamera aus den 20er Jahren zu drehen.» Die Verwirrung der Zuschauer angesichts des changierenden Spiels zwischen Wahrheit und Fiktion registriert Wim Wenders mit Amüsement und kommentiert: «Ich nehme es als Kompliment, wenn die Leute sagen, "Der Wenders hat es sich aber leicht gemacht, der hat ja bloß all das alte Filmmaterial zusammen geschnitten." Ich werde mich hüten, zu sagen, was was ist. Das Rätsel will ich lieber nicht lüften.»

    Wim Wenders hat seinen Beitrag zu dieser in der Geschichte des Kinos bisher einmaligen Musikfilm-Reihe mit viel Engagement geschaffen. Er meint: «Musik schneidet durch alle Kulturen, Klassen, Religionen, Sprachen oder welche anderen Kategorien auch immer mitten hindurch. Nicht einmal das Kino ist so völkerverbindend wie Musik.»

    dpa

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